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Zeitung aus Esspapier und eine Fortsetzungs-Fantasygeschichte waren zwei Ideen der Klasse 7a für die Zeitung der Zukunft. Das Projekt in der Klasse der Integrierten Gesamtschule Lüneburg haben die Studentinnen Berit Bartsch und Lena Lessahn (Mitte v.l.) begleitet. Foto: t&w
Zeitung aus Esspapier und eine Fortsetzungs-Fantasygeschichte waren zwei Ideen der Klasse 7a für die Zeitung der Zukunft. Das Projekt in der Klasse der Integrierten Gesamtschule Lüneburg haben die Studentinnen Berit Bartsch und Lena Lessahn (Mitte v.l.) begleitet. Foto: t&w

Zeitungsvisionen zum Abschluss + + + Mit Video

off Lüneburg. Wenn die Siebt­klässler entscheiden könnten, hätte die Zeitung ein glitzerndes Titelblatt. Es gäbe eine Fantasy-Fortsetzungsgeschichte, einen Diätplan und lustigere Witze. Sechs Wochen lang stand die LZ täglich auf dem Stundenplan der Schüler, zum Abschluss des Projektes „Zeitungsleser Weltentdecker“ haben sie selbst Zeitungsmacher gespielt und die Zeitung entworfen, die sie gerne täglich lesen würden. Mehr als 50 Veränderungsideen hat die Klasse 7a der Integrierten Gesamtschule Lüneburg gesammelt, von verrückt bis praxistauglich.

Initiiert haben die „Zukunftswerkstatt“ die beiden Studentinnen Berit Bartsch und Lena Lessahn. Sie haben an der Lüneburger Uni das Seminar „Zeitungsleser Weltentdecker“ belegt und einmal pro Woche in der Weltentdecker-Klasse 7a den Unterricht übernommen. Seit Beginn des Leseförderungsprojektes von Universität, Landeszeitung und Netzwerk Leseförderung 2008 gehört die Zusammenarbeit zwischen Studenten und Lehrern fest dazu. Mit immer wieder spannenden Ergebnissen wie aus der Zukunftswerkstatt der 7a.

Insgesamt fünf Doppelstunden haben Berit Bartsch und Lena Lessahn in der Klasse der Integrierten Gesamtschule unterrichtet, dabei über die grundlegenden Begriffe der Zeitungsbranche, unterschiedliche Zeitungstypen, Zeitungsberufe, gute wie schlechte Artikel gesprochen und am Ende ihre Zeitung der Zukunft entworfen. „Für uns war das eine super Übung, nicht nur über Unterrichtsmethoden zu sprechen, sondern sie auch mal auszuprobieren“, sagen sie.

Toll fanden den Studentenbesuch auch die Schülerinnen und Schüler der 7a. „Das war klasse, weil wir auch ganz viel selbst gestalten durften“, sagt Laura (12). Ihre Idee für eine Zeitung der Zukunft: „Sie sollte aus Esspapier sein, das wäre doch super praktisch.“ Um noch mehr Leute am Inhalt der Zeitung teilhaben zu lassen, gab es außerdem die Idee, die LZ an den Himmel zu projizieren. Ein anderer Vorschlag mit ähnlichem Ziel: Fehldrucke sollten an arme Leute verteilt werden.

Damit die Zeitung mehr Jugendlichen gefällt, machte ein Siebtklässler den Vorschlag die LZ zu teilen: in eine Hälfte für jüngere und eine für ältere. Vor allem die Mädchen wünschen sich eine ganze Seite voller Star-Geschichten, noch mehr Berichte über das Reiten und eine Seite zu aktuellen Musikcharts. Weitere Vorschläge: eine Greenpeace-Seite, eine Übersichtsseite über alle Kriege auf der Welt, ein Kurzkalender mit allen Veranstaltungen auf einen Blick, eine Serie über unbekannte Sportarten.
Sechs Wochen Zeitungslesen hat die Siebtklässler auf jede Menge Ideen gebracht auch diejenigen, die bisher keine Erfahrung mit der Tageszeitung gemacht hatten. Bei einigen ging das Interesse sogar so weit, dass sie sich bei einem Zeitungspraktikum selbst einmal als Journalist versuchen wollen. Andere finden Tageszeitung nach wie vor langweilig, farblos und für Jugendliche ungeeignet. Als willkommene Abwechslung zum Schulalltag empfanden allerdings alle Schüler das tägliche Zeitungslesen. Auch ohne glitzerndes Titelblatt, Fantasygeschichten und lustigere Witze.

Das Projekt „Zeitungsleser Weltentdecker“ fand in diesem Jahr zum siebten Mal statt, rund 500 Schüler aus 20 Klassen haben mitgemacht.