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Hilfe für Pendler und Kommunen

ml Lüneburg. Mit den „Regionalen Erreichbarkeitsanalysen“ hat die Metropolregion Hamburg jetzt ein weiteres, großes Leitprojekt auf den Weg gebracht. Profitieren sollen davon Bürger, kommunale Verwaltungen und Politik gleichermaßen. In Hamburg wurden am 9. Juli die Teilprojekte vorgestellt. An der Entwicklung beteiligt ist auch der Landkreis Lüneburg.
Herzstück des Vorhabens sind ein Erreichtbarkeitsatlas sowie ein Wohn- und Mobilitätskostenrechner. Der Atlas soll einen Überblick darüber liefern, in welcher Zeit mit welchen Verkehrsmitteln wichtige Ziele wie Schulen, Kindergärten, Bahnhöfe, Krankenhäuser, Einkaufszentren, Arbeitsplätze und Behörden im Gebiet des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) erreicht werden können. Der Fuß- und Radverkehr wird dabei ebenso berücksichtigt wie entstehende Fahrtkosten.

Mit Hilfe des Wohn- und Mobilitätskostenrechners sollen Privathaushalte dann die tatsächlichen Kosten durch Wohnen und Pendeln im HVV-Gebiet ermitteln können. Das Instrument soll auch als Entscheidungshilfe bei anstehenden Umzügen dienen. Die Mobilitätskosten seien bislang im individuellen Abwägungsprozess nur schwer zu ermitteln, heißt es seitens der Metropolregion. Das soll sich jetzt ändern: Privathaushalte sollen künftig leichter beurteilen können, ob ein weiterer Pkw angeschafft werden muss, oder wie hoch der Zeit- und Kostenaufwand zum Erreichen des Arbeitsplatzes mit dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) oder dem eigenen Auto ist.

Erhoben werden die erforderlichen Daten unter Federführung der Technischen Universität (TU) Hamburg-Harburg, anschließend verschiedene Rechenmodelle damit gefüttert. Die Ergebnisse ermöglichen Kommunen auch einen Blick in die Zukunft. „Wir können auf dieser Grundlage Szenarien mit unterschiedlichen Grundannahmen durchrechnen, Erreichbarkeitsanalysen erstellen für den Fall, dass zum Beispiel in einem Ort ein Supermarkt schließt“, sagt Dirk Reichel, beim Landkreis Lüneburg zuständig für den ÖPNV. An Bedeutung gewinnen die Berechnungen vor allem im weniger dicht besiedelten Lüneburger Ostkreis und im Landkreis Lüchow-Dannenberg. Dort stellt sich die Frage, wie bei sinkenden Einwohnerzahlen Abstriche beim ÖPNV aufgefangen werden können. Alternativen wie Anrufbusse oder Anrufsammeltaxis, die zentrale Orte ansteuern, untersuchen die beiden Landkreise für die „Regionalen Erreichbarkeitsanalysen“.

„Aus den Berechnungen und Analysen lassen sich Handlungsempfehlungen und konkrete Maßnahmen ableiten“, sagt Reichel. Auch das ist ein wesentliches Ziel des Leitprojektes. Beschrieben werden soll nicht nur der Status quo, sondern die Macher wollen Kommunen und Politikern eine Entscheidungshilfe an die Hand geben  zum Beispiel beim Erstellen von Nahverkehrsplänen, bei der Planung von Verkehrsinfrastrukturmaßnahmen oder bei Standortentscheidungen für Neubau- und Gewerbegebiete. Hilfe, die auch Reichel gut gebrauchen kann. Denn derzeit feilt der Landkreis an einem neuen Nahverkehrsplan.

Angelegt ist das Projekt „Regionale Erreichbarkeitsanalysen“ auf drei Jahre, bei Kosten von 530000 Euro. Mit 425000 Euro wird das Vorhaben zu 80 Prozent mit Mitteln aus dem Förderfonds der Metropolregion Hamburg finanziert.