Donnerstag , 29. September 2016
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In rasanter Fahrt geht es für Jockey Mario Krismann mit ,,Helios um das Oval von Stove  am Ende hat das Gespann in Rennen 2 das Rennen gewonnen. Foto: t&w
In rasanter Fahrt geht es für Jockey Mario Krismann mit ,,Helios um das Oval von Stove  am Ende hat das Gespann in Rennen 2 das Rennen gewonnen. Foto: t&w

Wetter und Wetten spannend +++ Mit Fotogalerie

pet Stove. Rassige Pferde, packende Rennen und spannende Wetten, das waren auch gestern, 13. Juli, die beherrschenden Themen beim Stover Rennen. Aber auch das Wetter sorgte für Spannung: Regen am Vormittag, da sind Regenschirme und Capes angesagt. Dann behält Kassiererin Anette Kloodt Recht, die orakelt: ,,Nach Mittag kommt die Sonne raus.“ Am Nachmittag regnet es dann eine Viertelstunde lang heftig, da zieht es so manchen Besucher dann doch nach Hause. Die letzten Rennen finden dann wieder im Trockenen statt. Nach insgesamt 17 Rennen konnten die Veranstalter eine positive Bilanz ziehen.

Der Bahn konnte der Regen vor dem Rennen und während der Veranstaltung nichts anhaben. Wochen vor dem Renntag war die mit einem neuen Verfahren präpariert worden: In dichten Abständen waren 30 Zentimeter tiefe Löcher in den Grund gebohrt worden, die Löcher wurden mit Sand gefüllt. ,,Ein riesiger Aufwand, aber gut für die Wasserführung“, erklärt Günther Porth, Vorsitzender des Stover Rennvereins.

Es war der erste Renntag nach dem Tode von Jörn Reimers, der am Neujahrstag 2014 gestorben war jahrzehntelang war er als Geschäftsführer des Stover Rennvereins der Motor der Mammutveranstaltung gewesen. Vor dem sportlichen Höhepunkt des Renntags, dem ,,Großen Preis von Stove in Gedenken an Jörn Reimers“, würdigte ihn Hans Ludolf Matthiessen, Moderator in Stove und einer der ganz großen Kenner des deutschen Trabrennsports, für seine Verdienste. Das Rennen, dotiert mit der Tageshöchstsumme von 4500 Euro, gewann dann der Niederländer Eddy van der Galien mit ,,Automatic Frisia“.

Zum ersten Mal in Stove waren Marie Hüske und Patrik Hilmer (beide 23) aus Hamburg. Auf Pferde hatten beide noch nie gewettet, aber: Patrick hat schon Fußballwetten abgeschlossen, Marie ist Reiterin offenbar eine günstige Kombination: Im zweiten Rennen wetteten sie fünf Euro darauf, dass Helios mit Mario Krismann unter die ersten Drei kommt (,,Platzwette“) Helios gewann. ,,Dafür gab es 8,50 Euro zurück“, erzählt Patrik Hilmer. Die ,,Steckbriefe“ der Pferde im Programmheft hatten sich die beiden genau durchgelesen, ,,dann haben wir aus dem Bauch heraus getippt“. Im nächsten Rennen wagten sie wieder eine Platzwette, diesmal auf ,,Jette Joo“ mit Ralf Künzel und wieder ging die Wette auf. „Jette Joo“ kämpfte sich auf den letzten Metern auf Rang drei, für Marie und Patrik gab es wieder 8,50 Euro zurück. ,,Immerhin schon sieben Euro Gewinn, mal sehen, wie es weitergeht…“

Aus dem norddeutschen Raum kamen viele der Könner im Trabrenn-Sulky an den Stover Elbstrand, dazu zahlreiche aus den Traber-Hochburgen in Westdeutschland. Die weiteste Anreise hatte aber wohl Marion Dinzinger aus Straubing in Bayern, die meist auf bayerischen und österreichischen Bahnen unterwegs ist und die weite Fahrt lohnte sich für sie: Schon im ersten Rennen wurde sie mit ,,Ambro Way“ Dritte, gleich im nächsten Rennen trat sie wieder an und feierte mit ,,Another Wish“ einen Sieg, der mit einem Preisgeld von 1100 Euro belohnt wurde. ,,Ich wollte immer schon mal nach Stove“, erzählte die erfolgreiche Amateurfahrerin, die beruflich Verkäuferin in einer Metzgerei ist und auch Pferdeschlittenrennen bestreitet.

Wie in jedem Jahr waren neben den Amateuren auch die ganz Großen des Trabrennsports nach Stove gekommen. Etwa der Hamburger Manfred Walter, ,,Der erfolgreichste deutsche Grasbahnfahrer“, wie Moderator Matthiessen erzählte. In zehn Rennen war Walter gleich achtmal am Start seine Bilanz: zwei zweite und drei dritte Plätze. Auch in Stove dabei waren Heiner Christiansen (Husum), fünfmaliger norddeutscher Champion, und Edelbert Ohmer aus Heidenau, der in seiner Karriere als Amateur- und Berufsfahrer mehr als 22000-mal im Sulky saß, dabei rund 3900-mal als Erster über die Ziellinie fuhr und fast sieben Millionen Euro gewann. In Stove blieben die beiden ohne Sieg. Der ganz große Gewinner war am Ende der Mönchengladbacher Jochen Holzschuh, der gleich fünf Siege verbuchen konnte.

Zufriedene Gesichter gab es am Ende der Veranstaltung bei den Verantwortlichen, die trotz des unbeständigen Wetters gut über die Runden kamen. Mehr als 6000 Zuschauer hatten bis zum Nachmittag die Kassen passiert. ,,Knapp 8000 Besucher brauchen wir, um nicht ins Minus zu kommen“, hatte Vereinsvorsitzender Porth gesagt. Ob es reicht, um die Kosten zu decken, wird sich in den nächsten Tagen zeigen.

 

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