Dienstag , 27. September 2016
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Auch aus 3000 Windkraftanlagen wird Strom ins Avacon-Netz eingespeist. Das Unternehmen ist gerade um ein 10 800 Kilometer umfassendes Hochspannungsnetz gewachsen. Foto: t&w
Auch aus 3000 Windkraftanlagen wird Strom ins Avacon-Netz eingespeist. Das Unternehmen ist gerade um ein 10 800 Kilometer umfassendes Hochspannungsnetz gewachsen. Foto: t&w

Wichtiger Schritt hin zur Energiewende

rast Lüneburg. Der Energieversorger Avacon beschreitet neue Wege und hat dabei hin zur Energiewende nun einen wichtigen Schritt getan. Dr. Stephan Tenge, Vorstand Dezentrale Energien und Kommunalmanagement, sagt im LZ-Gespräch: ,,Die Avacon AG hat zum 1. Juli den Teilbereich Mitte der E.ON Netz GmbH integriert. Damit wächst das Unternehmen um ein 10800 Kilometer umfassendes Hochspannungsnetz der 110-kV-Ebene. Die Gesamtlänge unserer Strom- und Gasnetze beträgt damit 88000 Kilometer, unser Netzgebiet reicht jetzt von der Nordseeküste bis Südhessen.“ Doch es gehe vorrangig nicht um die Größe: ,,Durch die Integration des überregionalen 110-kV-Hochspannungsnetzes können wir im Zusammenspiel mit dem Mittelspannungsnetz mit 20 kV und dem Niederspannungsnetz mit 400 Volt noch effizienter gestalten und so die Energiewende noch besser unterstützen.“ Avacon habe auch für den Kreis Lüneburg neue Ideen.

Die Integration des Teilbereichs Mitte hat auch personelle Folgen: Die Mitarbeiterzahl stieg um 300 auf 1800, hinzu kommen 210 Auszubildende. Laut Tenge hat das Unternehmen mit Sitz in Helmstedt vor einem Jahr mit der größten Umstrukturierung in seiner 15-jährigen Geschichte begonnen: „Am 1. Juli 2013 hatten wir nicht nur äußerlich von der Farbe Rot auf Grün umgestellt, wir setzen auf die Erneuerbaren Energien. Im August trennten wir uns von der Vertriebssparte, die kommunalen Anteile an Avacon wurden aufgestockt.“ Den Erfolg dabei formuliert er so: „Im Bundesdurchschnitt liegt der Anteil Erneuerbarer Energien bei knapp 24 Prozent. Ziel der Bundesregierung ist es, bis zum Jahr 2050 eine 80-prozentige Stromerzeugung aus diesen Energiequellen zu erreichen den Wert haben wir schon heute übertroffen, im Avacon-Gebiet beträgt der Grünstrom-Anteil bereits rund 90 Prozent.“

Insgesamt beträgt die Einspeiseleistung Erneuerbarer Energien ins Avacon-Netz etwa 8500 Megawatt eine Leistung vergleichbar mit der von etwa zehn konventionellen Großkraftwerken.

Der Avacon-Vorstand sagt: ,,Rund 38000 Anlagen erzeugten im vergangenen Jahr elf Milliarden Kilowattstunden grünen Strom eine Energiemenge, die rechnerisch für die Versorgung von mehr als drei Millionen Haushalten reicht.“ Der größte Teil der Einspeisemengen komme von rund 32000 Photovoltaikanlagen und 3000 Windkraftanlagen.

In Stadt und Landkreis Lüneburg entspricht die dezentrale Stromerzeugung etwa 320000 MWh Strom, mit dem rund 90000 Haushalte versorgt werden. Mit einem Projektbudget von 7,7 Millionen Euro soll ein neues Umspannwerk in Oldendorf/Luhe entstehen, die Realisierung ist für 2015 geplant. Dr. Stephan Tenge: ,,Und zu den 56 Energieanlagen in Stadt und Landkreis sollen weitere kommen, dafür bauen wir das Netz schon jetzt aus.“ Bereits seit 2012 baut Avacon für die Fernwärmeversorgung im neuen Hanseviertel zwei Bioerdgas-Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, ein Probelauf war bereits erfolgreich: „Mit der Nahwärmeversorgung des geplanten Wohn- und Geschäftsviertels Ilmenaugarten An der Wittenberger Bahn steht das nächste Projekt in Aussicht. Beteiligen wollen wir uns auch an dem im Bereich Häcklingen/Melbeck geplanten Windpark, die Absichtsvereinbarung ist bereits unterschrieben.“

Laut Tenge hat Avacon in den vergangenen 15 Jahren mehr als 1,6 Milliarden Euro in seine Energienetze investiert: „Mit der jetzt erfolgten Integration des Hochspannungsnetzes plant das Unternehmen für Modernisierung und Ausbau seiner Anlagen jährliche Investitionsausgaben von rund 150 Millionen Euro.“