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Oberbürgermeister Ulrich Mädge und Marketing-Chef Stefan Pruschwitz an der Tür zum neuen Eingang L. Foto: t&w
Oberbürgermeister Ulrich Mädge und Marketing-Chef Stefan Pruschwitz an der Tür zum neuen Eingang L. Foto: t&w

Neuer Weg ins Alte Rathaus

as Lüneburg. Ein neuer Weg führt künftig ins Alte Rathaus, das jährlich rund 20000 Besucher anzieht. Direkt neben der großen grünen Tür Am Ochsenmarkt geht es jetzt durch eine kleinere Tür (Eingang L) in den Eingangsbereich mit Kasse, Garderobe inklusive Schließfächern und Sanitärbereich. Hier können sich Lüneburger und Touristen in Ruhe zu einer Rathausführung einfinden, die dann im Innenhof startet, der nun mit einem Glasdach geschützt ist. „Eine kleine, aber wesentliche Veränderung für die Besucher und das Raumklima in den historischen Räumen des Alten Rathauses“, sagt Oberbürgermeister Ulrich Mädge bei der offiziellen Einweihung.

Zur Verlegung des Eingangs hatte sich die Stadt entschlossen, weil durch den bisherigen Zugang durch den sogenannten Eingang K, eben jene große grüne Tür, besonders im Herbst und Winter Kälte und Feuchtigkeit ins Gebäude gedrungen waren mit negativen Auswirkungen auf die Malereifassungen der Ratsdiele und der angrenzenden Räume wie Huldigungssaal, Oberes Gewandhaus, Gerichtslaube, Alte Kanzlei, Fürstensaal sowie für die bedeutende hölzerne Ausstattung in der Großen Ratsstube aus dem 16. Jahrhundert.

Gleichzeitig habe man den Eingangsbereich besucherfreundlicher gestaltet und damit auch den Auftritt der Marketing GmbH verbessert, erklärt Mädge. Dort sitzen an der Kasse die Mitarbeiter der Marketinggesellschaft sowie Stadtführer, die mit Touristen auf Rundgang gehen. Der Innenhof, nun mit einem Glasdach ausgestattet, bietet den Besuchern geschützten Zugang zu den mittelalterlichen Gebäudeteilen. Er schützt den Innenhof aber auch vor den unliebsamen Hinterlassenschaften der vielen Tauben, die schlecht sind für die Gebäudesubstanz. Der einstige Taubenhof trägt nun den Namen Kleiner Ratshof und nimmt die zentrale Funktion als Verbindungselement zwischen unterschiedlichen mittelalterlichen Gebäudeteilen wieder auf.

Neben der Montage des Glasdaches wurden alle umliegenden Fassaden sowie die angrenzenden Traufbereiche der Dächer instand gesetzt. Beschädigte Backsteine wurden ausgetauscht, Fugen erneuert und Fensterelemente aufgrund restauratorischer Befunduntersuchungen überarbeitet. Das Hamburger Architekturbüro PMP zeichnete für die Betreuung des Projektes verantwortlich. Für alle Arbeiten inklusive der neuen Glasüberdachung wurden rund 320000 Euro investiert. Sie sind Teil des zweiten Bauabschnitts der Rathaussanierung, zu dem auch die Instandsetzung des Ambrosiuskellers, des ehemaligen Stadtarchivs, des Alten Archivs und der Bürgermeisterkörkammer gehören.

Laut Oberbürgermeister Mädge belaufen sich die Kosten insgesamt auf rund 1,4 Millionen Euro. Dafür konnten Fördermittel vom Land und vom Bundesverwaltungsamt in Höhe von jeweils 430000 Euro eingeworben werden, den Rest trägt die Stadt. Für weitere Sanierungsabschnitte, die im Rahmen eines Masterplans erfolgen sollen (LZ berichtete), ist laut Mädge ein Investitionsbedarf in Höhe von zehn Millionen Euro notwendig. Gut angelegtes Geld, denn es handle sich um ein Baudenkmal von nationaler Bedeutung, sagt Mädge.

Und im Tourismus spielt das Alte Rathaus eine wesentliche Rolle, verdeutlicht Marketing-Chef Stefan Pruschwitz. Nicht nur aus ganz Deutschland, sondern auch aus vielen europäischen Ländern steuern Besucher die „Sehenswürdigkeit Nr. 1 in Lüneburg“ an. Und sie seien begeistert, hier „Geschichte atmen“ zu können, sagt Pruschwitz. Das Rathaus sei aber auch deshalb wichtig, „weil es den Kunden in den schwächeren Touristenzeiten eine Attraktion bietet“. Er dankte der Stadt dafür, dass der Eingangsbereich neu gestaltet wurde, mit mehr Service für die Kunden.