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Foto. A./t&w
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„Gut, dass sich die Bahn endlich bewegt“

lz Lüneburg. Am Dienstag, 29. Juli, werden Niedersachsens Wirtschafts- und Verkehrsminister Olaf Lies sowie Michael Körber von der Deutschen Bahn in Soltau eine Vereinbarung zum Dialogprozess über die Variantenuntersuchung der Y-Alternativen unterzeichnen. Trotz teils heftiger Kritik aus dem politischen Raum an den Alternativplanungen der Bahn begrüßt der Lüneburger Kreisverband der Grünen, „dass sich die Bahn nach mehr als 20 Jahren endlich bewegt und überhaupt Alternativen zur umstrittenen Y-Trasse untersucht werden“, erklärt Kreisvorstandssprecher Oliver Kraemer in einer Pressemitteilung. Sprecherkollegin Claudia Schmidt ergänzt: „Wir müssen endlich umweltfreundliche Verkehrsträger wie die Schiene für den Güterverkehr nutzen.“

Der vorbehaltlose Bürgerdialog sei wichtig, so die Grünen. Doch der könne nur gelingen, wenn im Vorfeld eine Resolution nach der anderen verabschiedet werde, so Schmidt. Kritisch äußert sich Kraemer dazu, dass Kommunalpolitiker Bahnlinien in anderen Regionen akzeptieren, sie vor der eigenen Tür aber noch vor dem Bürgerdialog ablehnen. „Das Projekt betrifft viele Menschen und muss nicht nur nach ökologischen, sondern auch nach den Belangen aller Betroffenen betrachtet werden.“

„Erheblichen“ Klärungsbedarf vor einer Festlegung einzelner Trassenvarianten sieht der Amelinghausener Grüne Detlev Schulz-Hendel. Als Mit-organisator des grünen Regionaltreffens Lüneburger Heide freut er sich, dass die grünen Kreisverbände Celle, Gifhorn, Harburg Land, Heidekreis, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg, Rotenburg und Uelzen zu diesem Thema einen gemeinsamen Beschluss auf den Weg gebracht und auf Landesebene um die Einführung eines Gremiums gebeten haben.

Der Zusammenschluss soll zunächst Parameter zur Ausgestaltung des Bürgerdialoges festlegen, denn für den Bürgerdialog sei das Land zuständig. Außerdem sollen ökologische Anforderungen und Qualitätsstandards für einzelne Varianten erarbeitet werden.

„Gerade bei den zu prüfenden Neubaustrecken Ashausen-Unterlüß oder Ashausen-Suderburg mit mehr als 80 Kilometer Schutzgebieten ist die grundsätzliche Vereinbarkeit fraglich“, sagt die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kreistag, Petra Kruse-Runge. Es sei zu prüfen, ob der Ausbau bestehender Strecken nicht auch künftig Vorrang vor Neubaustrecken haben sollte. Als Beispiel führt Schulz-Hendel an: „So ist ein Ausbau der Amerikalinie von Langwedel nach Uelzen und weiter in Richtung Salzwedel, erst dann effektiv, wenn ein Lückenschluss mit einem 3. Gleis von Lüneburg nach Uelzen und weiter in Richtung Celle erfolgt.“ Bestehende OHE-Strecken sollten mit betrachtet werden. Die Pläne der Bahn seien nochmals vor dem Hintergrund der gesamtverkehrlichen Planung der Hafenhinterlandanbindung durch den Schienengüterverkehr zu prüfen.

Umweltschützer fordern Aus- statt Neubau

Der Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen e.V. (LBU) lehnt die von der Deutsche Bahn AG vorgeschlagenen Y-Neubau-Trassen zwischen Hamburg/Bremen und Hannover ab und fordert stattdessen den Ausbau vorhandener Bahnstrecken für die Hinterland-Anbindung der Seehäfen. Die Sorgen wegen der Beeinträchtigung weiterer Räume durch neue Trassen seien ebenso begründet wie die Sorgen von Uelzen und Lüneburg, durch die neuen Hochgeschwindigkeitsstrecken von den ICE- und IC-Verbindungen abgehängt zu werden, heißt es in einer Pressemitteilung. Der Lärmschutz von Anwohnern an bisherigen Trassen könne und müsse ohnehin und deshalb auch bei einem Ausbau gesichert und verbessert werden. Zudem sei auch beim Bau der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecken zu befürchten, dass auf diesen der überregionale Personenverkehr stattfinden werde und dass der dort hemmende Güterverkehr vollständig auf die bestehende Strecke Winsen-Lüneburg-Uelzen-Celle verlagert werde.