Aktuell
Home | Lokales | Verhindert er den nächsten Windpark?
Vier Vorrangflächen für Windkraft im Kreis Lüneburg hat der Rotmilan zuletzt bereits verhindert, nun könnte auch die Elbmarsch-Fläche im Kreis Harbug dazukommen. Foto: Angela Kraft
Vier Vorrangflächen für Windkraft im Kreis Lüneburg hat der Rotmilan zuletzt bereits verhindert, nun könnte auch die Elbmarsch-Fläche im Kreis Harbug dazukommen. Foto: Angela Kraft

Verhindert er den nächsten Windpark?

off Artlenburg. Der Protest hat in Artlenburg noch nicht einmal richtig begonnen, da könnte der geplante Bürgerwindpark in der Elbmarsch schon wieder vom Tisch sein. „Nach unseren Erkenntnissen lebt in dem Gebiet der Rotmilan“, sagt Lüneburgs Kreissprecherin Katrin Holzmann. Ein Kriterium, das im Landkreis Lüneburg schon für mehrere geplante Windvorrangflächen das Aus bedeutet hat. Zuständig ist dieses Mal allerdings nicht die Lüneburger, sondern die Harburger Kreisverwaltung. Und dort ist über die Zukunft der geplanten Vorrangfläche zwischen Avendorf und Bütlingen endgültig noch nicht entschieden worden.

Wie berichtet, plant der Landkreis Harburg die Ausweisung von zwei Teilarealen für Windenergie an der Kreisgrenze zu Lüneburg rund 1000 Meter westlich von Artlenburg. Realisieren will das Vorhaben die „Bürgerwind Samtgemeinde Elbmarsch GmbH & Co. KG“, auf den Flächen zwischen fünf und sechs Anlagen mit einer Gesamthöhe von 180 bis 200 Meter errichten. Nun könnte der Rotmilan das Vorhaben kippen, denn grundsätzlich hat der Artenschutz Vorrang vor Windkraftanlagen.

Im Kreis Lüneburg sind wegen nachgewiesener Nist- und Brutplätze des Greifvogels bereits Flächen bei Raven, Vögelsen, Kirch- und Westergellersen aus der weiteren Windkraftplanung gestrichen worden. Auch der Landkreis Harburg hat ein Vogelschutzgutachten erstellen lassen, „doch noch liegen die ausgewerteten Ergebnisse nicht vor“, sagt Kreissprecher Bernhard Frosdorfer.

Neu ist das Vorkommen des Rotmilans den Harburgern allerdings auch nicht. „Wir wissen, dass es an der Kreisgrenze zu Lüneburg einen Horst des Rotmilans gibt“, sagt Frosdorfer, „doch wenn der nicht direkt auf der geplanten Windkraftfläche liegt, muss das nicht unbedingt das Aus für das Areal bedeuten.“ Das wäre nur dann der Fall, wenn der Brutplatz der Vögel im Umkreis von ein bis anderthalb Kilometer um die geplante Windkraftfläche liegen würde. „Liegt der Horst dort, wo wir ihn bisher vermuten“, so Frosdorfer, „würde das allenfalls eine Verkleinerung der Vorrangfläche bedeuten.“ Klarheit werden in Kürze die Prüfungsergebnisse bringen.

Weiter skeptisch steht den Plänen indes der Landkreis Lüneburg gegenüber. „Wir haben dem Kreis Harburg eine kritische Stellungnahme zu der geplanten Fläche geschickt“, sagt Sprecherin Katrin Holzmann. Bei seiner Planung von Windvorrangflächen hat der Landkreis Lüneburg die Elbmarsch und das Biosphärenreservat grundsätzlich frei gehalten von Windkraftanlagen eben weil die Regionen besonders wertvoll für Vogelwelt und Artenschutz sind.

2 Kommentare

  1. Sei es nun der Bau von Windkraftanlagen oder der Bau von Stromtrassen, um den Ökostrom von Nord nach Süd zu transportieren. Der Widerstand von Naturschützern und anderen Bürger ist allerorts nicht unerheblich. Ich kann mir gut vorstellen, dass nicht wenige darunter sind, die zuvor gegen Atomkraftwerke demonstriert haben. So sind die Menschen nun mal. Sie wollen haben, aber nichts dafür geben, sie wollen vieles verbessern, jedoch nicht von Nebeneffekten betroffen sein. Und wenn die Änderungen dann wegen des Widerstandes nicht umgesetzt werden können, wird dagegen wahrscheinlich auch demonstriert. Das ist unsere Gesellschaft. Oder zumindest ein Teil davon.

    Das hat sich Frau Merkel als sie quasi über Nacht die Energiewende verkündet hat und dafür bejubelt wurde auch anders vorgestellt. Jetzt muß sie sich ungewollt und wie ich meine auch unberechtigt andere Gedanken dazu machen. Doch egal wie sie es macht. Es wird nie allen gefallen. Das Verhältnis Minderheiten versus Mehrheiten passt irgendwie nicht. Das kann nicht sein und schadet unserer Gesellschaft.

  2. Hallo Oscar und hallo liebe Mitbürger, als erstes darf man nicht vergessen, dass wir noch mindestens 20 bis 30 Jahre das Restrisiko „Krümel“geerbt haben! Schauen wir nach Lubmin oder in die USA. Lubmin ist seit der Wende im Rueckbau befindlich….Wie wird gesagt : Wer gegen Atomkraft ist darf sich gegen Alternativen nicht verschließen.
    Stimmt. Jedoch eine Doppelbelastung durch Krümel und eine solche, offensichtliche abgekartete Sache uns einen „Buergerwindpark“ mit einer Hoehe von 200!!!! Metern vor die Tuer zu stellen treibt einem die Zornesroete ins Gesicht. Lieber Oscar, lieber Mitbuerger, stelle Dir einmal vor, in wenigen hundert Metern hast Du solche Dinger vor dem Haus oder der Wohnung…… Und wenn Dir noch jemand aus einer der Großen Parteien erzaehlt wie es sich verhaelt mit dem „Amigo-Filz“ = Rendite für den Einen oder Anderen, dann nicht nur Zornesroete…jetzt bekommt man auch noch einen dicken Hals. Und was fuer ein Zufall, dass an der Harburger Grenze, wo mit der geringsten Gegenwehr zu rechnen ist, ist die Entscheidung für die Bauflaeche getroffen worden. Buergerwindpark. ?.was bedeutet das eigentlich?, dass die Buerger oder gar Anwohner eine Art der Entschaedigung erhalten…NICHTS, NADA! So geht es uns nicht nur in Avendorf, Buetlingen, Tespe und im Nachbarkreis Lüneburger Land. So geht es vielen Gemeinden und warum? Demnaechst werden die Subventionen für die Windkraft gekürzt. Jetzt rate mal warum im ganzen Land diese Dinger unueberlegt hingeklatscht werden wollen!!! Warum kein Solarpark??? Zu wenig Subventionen und Rendite?! Wir haben genug Zeit, um erst einmal GESUND zu analysieren, wo und wie wir unsere neue Energieerzeugung planen. Ach ja…der Windpark wuerde direkt in der Fluglinie der Gänse liegen, die hier in 10 Metern über unsere Köpfe fliegen und die umliegenden Felder als Rastplatz nutzen. Recht herzlichen Dank.