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Elbfähre Tanja soll für rund 200¿000 Euro neuen Antrieb erhalten  Betreiber präsentieren Projekt bei Tag der offenen Tür. Foto: t&w
Elbfähre Tanja soll für rund 200¿000 Euro neuen Antrieb erhalten  Betreiber präsentieren Projekt bei Tag der offenen Tür. Foto: t&w

Sparsamer mit Strom über den Strom

ki Neu Darchau/Darchau. Gewöhnlich sind Maschinenraum und Führerstand der Elbfähre ,,Tanja“ für Gäste tabu: Nicht so am Wochenende. Die Gemeinde Neu Darchau, die die Fähre als Eigenbetrieb führt, hatte erstmals zum Tag der offenen Tür auf der „Tanja“ eingeladen. Der technische Betriebsleiter Ernst-Wilhelm Meihöfer informierte über die beiden mehr als 300 PS starken Motoren, wer wollte, konnte Fährmann Marian Klärner beim Manövrieren zuschauen. Schade nur, dass das Interesse gering war. Nur wenige Menschen kamen, um „hinter die Kulissen“ des Fährbetriebes zu schauen.

Seit 1993 verkehrt die „Tanja“ zwischen Neu Darchau und Darchau, von montags bis sonnabends von 5 Uhr bis 21 Uhr und sonntags ab 9 Uhr. „Wir bringen es auf 60000 Querungen im Jahr und transportieren rund 500 Fahrzeuge und ebenso viele Personen am Tag“, informiert der Betriebsleiter des Fährbetriebs, Erwin Kruse. Der Verbrauch für die Kurzstrecken liegt bei 2000 bis 2500 Liter Diesel pro Woche bei Niedrigwasser. Bei Hochwasser steigt der wöchentliche Verbrauch auf bis zu 3500 Liter.

Um die Probleme der Rückfahrt von Abendveranstaltungen abzufedern, wird der Fährbetrieb länger aufrechterhalten, wenn dies mit der Betriebsleitung abgesprochen wird. „Das klappt auch mit Landwirten aus Dahlenburg“, versichert Kruse. „Sie rufen an, dass sie es nicht pünktlich zur letzten Fähre schaffen, dann fahren wir 20 Minuten länger.“

Demnächst soll die Fähre auf einen dieselelektrischen Antrieb umgerüstet werden. Der Grund: Es gibt Probleme mit den drei Getrieben. Die beiden Motoren wirken jeweils auf ein Winkelgetriebe, das wiederum ein Zentralgetriebe antreibt. Von dort werden über Wellen die Voith-Schneider-Propeller angetrieben. Nach der Umrüstung treiben die Motoren je einen Generator an, die die an den Voiths montierten E-Motoren antreiben. Der Vorteil: Die Getriebe werden nicht mehr benötigt, zum Antrieb reicht dann ein Motor aus.

Die 200000 Euro teure Investition soll sich durch Einsparung beim Dieselkraftstoff nach fünf Jahren anfangen zu amortisieren, erklärt Henning Bodendieck, Ratsherr der Gemeinde Neu Darchau. Zehn Tage wird der Werftaufenthalt voraussichtlich dauern.

Auch Lüchow-Dannenbergs Landrat Jürgen Schulz nutzte die Gelegenheit, um sich über die Fähre zu informieren. „Es ist sehr interessant zu sehen, was sich hinter den Zahlen verbirgt.“ Er lobte die Investition für den neuen Antrieb als „sehr mutig“. Fährmann Marian Klärner erklärte seinen Arbeitsplatz, der auch über ein Radar verfügt. Auf der „Tanja“ gibt es kein Steuerrad, die Fähre wird über Hebel manövriert. Allerdings konnte sich Klärner einen Spaß nicht verkneifen, als Bürgermeisterin Grit Richter aus Neuhaus, Landrat Jürgen Schulz und Neu Darchaus Bürgermeister Klaus-Peter Dehde das Panorama von der Brücke aus genossen. Er gab eine kleine Ballett-Vorstellung die Fähre kreiste kurz auf der Elbe.