Aktuell
Home | Lokales | Neuer Klinikretter in Sicht
Das Krankenhaus Salzhausen könnte schon bald von einem neuen Investor übernommen werden. Laut Insolvenzverwalter Jan Ockelmann sind die Verhandlungen weit vorangeschritten. Foto: pet
Das Krankenhaus Salzhausen könnte schon bald von einem neuen Investor übernommen werden. Laut Insolvenzverwalter Jan Ockelmann sind die Verhandlungen weit vorangeschritten. Foto: pet

Neuer Klinikretter in Sicht

emi Salzhausen. Im Hin und Her um das finanziell angeschlagene Krankenhaus Salzhausen gibt es offenbar neue Hoffnung: Jan Ockelmann verhandelt derzeit mit einem neuen privaten Investor, der die Klinik als Genossenschaft weiterführen will. Der Insolvenzverwalter ist zuversichtlich, den Vertrag nächste Woche unter Dach und Fach zu bringen.

Der neue Kooperationspartner soll „die Wirtschaftlichkeit des Krankenhauses durch verbesserte Einkaufskonditionen, günstigere Laborleistungen und einen großen Verbund von Ärzten, Medizinischen Versorgungszentren und Krankenhäusern deutlich verbessern“. Seit Februar hatte das Heidelberger Radiologie-Management-Unternehmen „Curagita“ die Geschäftsbesorgung für die Salzhäuser Klinik übernommen, war im Juli aber abgesprungen (LZ berichtete).

Ausschlaggebend für den Rückzieher war die unklare Haltung des Krankenhausplanungsausschusses des Landes Niedersachsen zu den Folgen der von der „Curagita AG“ geplanten Umwandlung der Genossenschaft in eine GmbH. Der Ausschuss des niedersächsischen Sozialministeriums hatte erklärt, dass das Krankenhaus mit seinen 47 Betten im Falle dieser als Trägerwechsel eingestuften Veränderung nicht mehr in den Krankenhausplan des Landes aufgenommen werden könne. Ockelmann will die Klinik nun als Genossenschaft erhalten. Das Krankenhaus wird als einziges in Deutschland seit 1898 von einem genossenschaftlichen Krankenpflegeverein getragen.

„Der Erhalt der Genossenschaft ist nach dem aktuellen Verhandlungsstand mit dem Sozialministerium in Hannover der sicherste Weg, die Rückforderung von Fördermitteln in Höhe von rund 3,2 Millionen Euro zu vermeiden“, sagt der Insolvenzverwalter. Gleichzeitig könne so der Verbleib des Krankenhauses im Krankenhausbedarfsplan des Landes Niedersachsen gesichert werden. „Ich sehe deshalb in dem Erhalt der Genossenschaft das beste und sicherste Konzept, den Mitarbeitern langfristige Zukunftsaussichten und den Gläubigern die im Insolvenzplan vereinbarten Quotenzahlungen zu bieten.“

Parallel zu den Verhandlungen mit privaten Investoren, hat der Insolvenzverwalter auch das Gespräch mit dem Landkreis Harburg gesucht. Bevor die „Curagita“ nach dem Willen des Gläubigerausschusses im Februar zum Zuge kam, hatte noch ein Rettungskonzept auf dem Tisch gelegen, das der Kreis Harburg mit seinen Krankenhäusern Winsen/Luhe und Buchholz in der Nordheide ausgearbeitet hatte. Demnach sollten Teilbereiche aus Salzhausen an die anderen Standorte verlagert werden, andere wiederum nach Salzhausen gehen.

„Auch der Landkreis sollte prüfen, ob sein bisheriges Konzept, welches die Zerschlagung der Genossenschaft, die Schließung des Krankenhauses sowie den Aufbau eines ambulanten Gesundheitszentrums am Standort Salzhausen be-inhaltet, überdacht wird“, hatte Ockelmann zuletzt gefordert. Die Fortführung des Genossenschaftsmodells könne auch dort ein „denkbares Modell für die Erhaltung des Gesundheitsstandortes in Salzhausen“ sein.

Ockelmann sei bereits mit der Bitte um eine Wiederaufnahme der Gespräche an den Kreis herangetreten, bestätigt Harburgs Kreissprecher Bernhard Frosdorfer. „Wir nehmen das Angebot gerne an.“ Gestern Abend war die Angelegenheit Thema einer Sitzung von Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung der kreiseigenen Krankenhausgesellschaft Winsen und Buchholz gGmbH.

Der Geschäftsbetrieb der Klinik werde derzeit laut Ockelmann „uneingeschränkt fortgeführt“, für „eine medizinische Versorgung auf höchstem Niveau“ sei gesorgt.