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Zu erhöhter Wachsamkeit rät die Jägerschaft den Autofahrern in diesen Tagen. Der Grund: Die Rehe sind in der Brunft und dann buchstäblich ,,blind vor Liebe. Jeder vierte Verkehrsunfall im Landkreis ist ein Wildunfall. Foto: A./dth
Zu erhöhter Wachsamkeit rät die Jägerschaft den Autofahrern in diesen Tagen. Der Grund: Die Rehe sind in der Brunft und dann buchstäblich ,,blind vor Liebe. Jeder vierte Verkehrsunfall im Landkreis ist ein Wildunfall. Foto: A./dth

Friedhof der Wildtiere

ol Lüneburg Polizei und Jäger schlagen Alarm: Jeder vierte Verkehrsunfall im Landkreis Lüneburg ist ein Wildunfall im vergangenen Jahr war es noch jeder fünfte. Die häufigste Ursache laut Polizei: Nicht angepasste Geschwindigkeit. 349 Wildunfälle registrierten die Beamten im ersten Halbjahr dieses Jahres, ,,zwei Personen wurden leicht verletzt“, erklärt der Pressesprecher der Lüneburger Polizei, Kai Richter.

,,In diesen Wochen müssen Autofahrer ganz besonders auf Rehe achten“, warnt Kreisjägermeister Hans-Christoph Cohrs: Bis Mitte August dauert die Brunftzeit noch an: Die Rehböcke verfolgen ihre auserwählten Ricken teilweise kilometerweit und queren dabei ,,blind vor Liebe“ im Hormonrausch auch die Straßen. „In ihrem Liebesrausch bemerken die Rehe oft das herannahende Fahrzeug viel später als zu anderen Jahreszeiten, wenn sie ganz vertraut über die Fahrbahn ziehen und vielleicht sogar am Straßenrand warten“, weiß Cohrs.

Bei Zusammenstößen kommt es dann zu erheblichem Sachschaden am Fahrzeug für das Reh endet die Karambolage meist sogar tödlich. ,,Wenn das verunglückte Reh auch noch eine führende Ricke ist, sehen die Überlebenschancen des dazugehörenden Kitzes nicht gut aus“, mahnt der Kreisjägermeister zu erhöhter Aufmerksamkeit.

Wildunfälle sind aber nicht nur ein Problem im Landkreis Lüneburg. Seit 1975 ist die Verkehrsdichte um das Vierfache gestiegen. Gleichzeitig hat sich die Anzahl der Wildunfälle verfünffacht. Autobahnen und Bundesstraßen mit einer Verkehrsdichte von bis zu 48000 Fahrzeugen in 24 Stunden wirken wie eine Barriere für die Wildtiere.

Das Bundesprogramm „Wiedervernetzung“, mit dem Lebensräume durch Querungshilfen, zum Beispiel durch Wildbrücken, wieder verbunden werden sollen, ,,ist nicht ansatzweise umgesetzt worden“, kritisiert die Lüneburger Jägerschaft. Bundesweit kamen im vergangenen Jahr 198355 Rehe, 25161 Wildschweine, 4379 Stück Damwild und 2869 Stück Rotwild unter die Räder. Die Dunkelziffer liegt laut Experten noch um einiges höher.

One comment

  1. freie fahrt für den freien bürger. wie wäre es, wenn man bullenfänger für autos zwingen vorschreibt? die jäger können dann zu hause bleiben, die autos bleiben heile und die paar toten menschen mehr, interessieren eh keinen. man könnte natürlich auch während der brunftzeit überall tempo dreißig einführen. mehr menschen und mehr tiere würden dann am leben bleiben. aber dieses interessiert wohl auch nicht, oder? wer würde sich dann noch ein auto kaufen, um damit zum klo zu fahren? ohne tempo macht ja nicht mal das radfahren spaß.