Dienstag , 27. September 2016
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Die Brücke über den Elbe-Lübeck-Kanal in Lauenburg wird wohl 20 Monate früher fertig als ursprünglich geplant. Foto: tja
Die Brücke über den Elbe-Lübeck-Kanal in Lauenburg wird wohl 20 Monate früher fertig als ursprünglich geplant. Foto: tja

Kanalbrücke schneller fertig

tja Lauenburg. Die Elbphilharmonie in Hamburg und der neue Flughafen BER in Berlin sind nur zwei Beispiele, wie es laufen kann, wenn eine Bauplanung und ein Bauvertrag nicht vernünftig gestaltet werden. Es gibt Streitereien, die Bauzeit verzögert sich, die Kosten steigen. Dass es auch anders nämlich deutlich besser und effektiver gehen kann zeigen das Bauleiterteam des Lauenburger Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) und das Spezialbau-Unternehmen Wayss & Freytag aus Hamburg. Wohl spätestens ab November kann die neue Straßenbrücke im Zuge der B5 über den Elbe-Lübeck-Kanal befahren werden. 20 Monate früher als ursprünglich geplant.#

„Überraschungen dürfte es eigentlich in den kommenden Wochen nicht mehr geben, dafür war die Überwachung während der Bauausführung zu eng“, sagt Stefan Lühr. Der Bauingenieur des WSA und seine Kollegen haben das Bauwerk geplant und die Baudurchführung begleitet.

Spannend wird es jedenfalls am 3. und 4. September, wenn die Brückenhauptprüfung ansteht. Bis dahin ist das Bauwerk komplett fertiggestellt. Ab dem 18. August soll die Tragschicht aus Stahlbeton mit zwei insgesamt 7,5 Zentimeter dicken Schichten aus Gussasphalt aufgestockt werden. Lühr: „Der Gussasphalt bildet dann die eigentliche Fahrbahn.“

Am 1. und 2. September werden noch die Geländer montiert und parallel die Anschlüsse an den Ufern hergerichtet. „Während dieser Asphaltierungsarbeiten wird es dann sicher auch zu Einschränkungen für den Verkehr kommen, aber die lassen sich leider nicht ganz verhindern“, so Lühr. Das Bauwerk bringt insgesamt rund 1000 Tonnen auf die Waage.

Sobald die Anschlüsse realisiert sind, können die Autos und Laster über die neue Brücke rollen. Zeitnah danach wird auch die Behelfsbrücke demontiert. „Die kostet den Auftragnehmer ja Geld. Wenn er sie früher an seinen Vermieter zurück gibt, spart er etwas, denn er bekommt von uns für die Bauleistung eine Pauschalsumme“, erklärt Lühr. Wayss & Freytag hatte im Rahmen der Ausschreibung Sonderlösungen vorgeschlagen, die den Bauablauf effizienter machten.

Der Rückbau der Behelfsbrücke soll wie ihr Aufbau mit Hilfe von riesigen Telekränen erfolgen.

10000 Fahrzeuge pro Tag, darunter ein hoher Schwerlastanteil, nutzen die 75 Meter lange Brücke. Die Baumaßnahme kostete insgesamt rund 17 Millionen Euro. Dafür wurden 34000 Kubikmeter Boden bewegt, 2000 Meter Betonbohrpfähle in den Boden gebracht, 6700 Quadratmeter Straßenbau getätigt und 1600 Kubikmeter Stahlbeton verarbeitet.