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Etwa 20 Grad warm ist die Elbe zurzeit. Die angenehmen Temperaturen lockten einige Freiwillige ins Wasser. Foto: jk
Etwa 20 Grad warm ist die Elbe zurzeit. Die angenehmen Temperaturen lockten einige Freiwillige ins Wasser. Foto: jk

Badespaß in der Elbe

jk Hohnstorf. Schon einige Male hatte das Sommerhochwasser der Elbe den Hohnstorfern in der Vergangenheit ihren traditionsreichen Badetag verhagelt, so erst 2013, als an der Straße „Am Fischerzug“ in Hohnstorf Land unter war. Nicht so in diesem Jahr: Punkt 14 Uhr konnte Bürgermeister André Feit den Startschuss für die Badelustigen geben, um gemessenen Schritts in die etwa 20 Grad warmen Fluten zu steigen. Vom Hineinrennen oder gar Springen riet Feit dringend ab, da das Sommerhochwasser 2013 den Uferbereich „etwas umgestaltet“ habe und mit größeren Steinen oder Bauschutt im Flussbett zu rechnen sei, wenngleich er, einige Freiwillige des Gemeinderates sowie die DLRG und die Feuerwehr zuvor die Badestelle weitestgehend geräumt hatten. Während sich rund um die eigens mit Sand aufgefüllte Traditionsbadestelle einige hundert Schaulustige versammelt hatten, folgten Bürgermeister Feit und seinem Sohn nur etwa zwanzig Badefreunde jeden Alters.

Der Badetag wird in Hohnstorf (mit Unterbrechungen durch Hochwasser) seit 2002 veranstaltet. Diese Tradition gehe zurück auf die 1950-er Jahre, so André Feit. In dieser Zeit sei die Elbe in Hohnstorf eine weithin bekannte und beliebte Badestelle gewesen, zu der sogar eigens Sonderzüge aus Lüneburg eingesetzt worden waren. Damals sei alles noch Sandstrand gewesen. „Viele Ältere erinnern sich noch daran und kommen schon deshalb immer wieder“, so der Bürgermeister. Mit dem Bau des Staustufe Geesthacht sei das dann vorbei gewesen und heute habe der Badetag gewissermaßen eine symbolische Bedeutung, „als Zeichen der Verbundenheit des Ortes mit der Elbe“ und gehe zurück auf die in den vergangenen Jahrzehnten bundesweit gestarteten Aktionen, wie „Big Jump“, die bekannt machen sollten, dass Deutschlands Flüsse wieder sauber sind. Wirtschaftliche Bedeutung habe die Elbe für Hohnstorf heute vor allem als touristischer Anziehungspunkt, aber es gebe durchaus auch noch hauptberufliche Elbschiffer und sogar einen der wenigen professionellen Elbfischer im Ort, sagte Feit.

Ausfallen musste an diesem Badetag allerdings der „zollfreie Einkauf“ von bunten Tüten im Wert von zwölf Euro von einem Elbkahn aus: Der Leiter des örtlichen Supermarktes, Egbert Lange, war tags zuvor Vater geworden und hatte am Badetag andere Verpflichtungen. Desgleichen der Hauptorganisator der Veranstaltung, Ratsherr Michael Drägestein. Auch er war, wie Lange, Vater eines Töchterchens geworden und anderweitig beschäftigt. Die Badegäste, die aus dem gesamten Landkreis Lüneburg, aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg, aus Ludwigslust, Magdeburg und sogar aus dem fernen Tübingen nach Hohnstorf gekommen waren, wurden erstklassig betreut durch die DLRG, die die Schwimmer mit zwei Booten begleitete, die Feuerwehr, die an Land bereitstand, sowie die Basketballer von Hohnstorf, die mit der Feuerwehr für Essen und Trinken sorgten.