Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Klinik-Übernahme rückt näher

emi Salzhausen. Spätestens am Freitag könnte die Entscheidung über die Zukunft des finanziell angeschlagenen Krankenhauses Salzhausen fallen. „Die Verhandlungen mit dem privaten Investor sind jetzt praktisch abgeschlossen“, teilt Insolvenzverwalter Jan Ockelmann auf LZ-Nachfrage mit. Doch auch die Übernahme des Betriebs durch den Kreis Harburg ist offenbar noch nicht vom Tisch.

„Der Landkreis prüft, ob das Modell der Fortführung der Genossenschaft auch dort ein gangbarer Weg ist“, sagt Ockelmann. „Sollte dies der Fall sein und damit vergleichbare Konditionen für die Fortführung/Übernahme vorliegen, werde ich am Freitag den Gläubiger-ausschuss darüber abstimmen lassen, welcher Interessent zum Zuge kommen wird.“ Das Gespräch mit dem Kreis Harburg ist für heute Vormittag angesetzt.

Der Harburger Kreissprecher kündigt an: „Wir gehen konstruktiv und ergebnisorientiert ins Gespräch.“ Der Kreis habe dabei „den Gesundheitsstandort Salzhausen, die Gesundheitsversorgung im Landkreis und das Anliegen der Krankenhaus-Mitarbeiter im Blick“, so Bernhard Frosdorfer.

Im Februar hatte das Heidelberger Radiologie-Management-Unternehmen „Curagita“ die Geschäftsbesorgung für die Salzhäuser Klinik übernommen, war im Juli aber abgesprungen. Zuvor hatte noch ein Rettungskonzept des Landkreises Harburg mit seinen Krankenhäusern in Winsen und Buchholz auf dem Tisch gelegen, war aber überraschend am Gläubigerausschuss der Klinik gescheitert (LZ berichtete). Nach dem „Curagita“-Rückzug liegt das Schicksal des Krankenhauses mit seinen mehr als 100 Beschäftigten aktuell wieder in den Händen des Insolvenzverwalters Jan Ockelmann von der Hamburger Kanzlei „Johlke, Niethammer & Partner“.

Zuletzt hatte der Rechtsanwalt erklärt, das Krankenhaus als Genossenschaft weiterführen zu wollen. Die Anwerbung von neuen, investierenden Genossen gehe voran. Der Erhalt der Genossenschaft sei der „sicherste Weg, die Rückforderung von Fördermitteln in Höhe von rund 3,2 Millionen Euro zu vermeiden“, so Ockelmann.