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Foto: A.
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Autofahrer schlägt Radler krankenhausreif

Lüneburg. Wegen Körperverletzung ermittelt die Polizei gegen einen 27-Jährigen. Der Mann hatte gestern Nachmittag gegen 15:30 Uhr die Einfahrt der Straße „Spitzer Ort“ mit seinem Toyota blockiert, als ein 71-jähriger Radfahrer einbiegen wollte. Der Senior versuchte, an dem Wagen vorbei zu kommen, musste sich dabei aber kurz auf dem Dach abstützen. Dies reichte dem jungen Toyota-Fahrer offenbar schon, um aus der Haut zu fahren: Nach einem kurzen Wortwechsel sprang er aus seinem Auto heraus, riss den älteren Herrn vom Fahrrad zu Boden und verletzte ihn mit mehreren Schlägen und Tritten schwer.

Der Täter ließ sein Opfer an Ort und Stelle zurück und fuhr davon. Mehrere Zeugen beobachteten den Vorfall und alarmierten sowohl die Polizei, als auch einen Krankenwagen. Dieser brachte den 71-Jährigen  ins städtische Klinikum – der Mann erlitt vermutlich mehrere Rippenbrüche sowie eine Fraktur des Beckens.

Die Polizei konnte den Täter derweil ermitteln und zu Hause antreffen. Weitere Ermittlungen und strafrechtlichen Maßnahmen dauern an.

 

radunfall

 

 

 

2 Kommentare

  1. In diesem Fall dürfte es zu einem Verfahren mindestens wegen schwerer Körperverletzung kommen. Als juristischer Laie habe ich überlegt wie die „Strafe“ wohl aussehen könnte. Mit etwas (oder viel) Glück kommt der junge Mann eventuell mit einer Bewährungsstrafe und/oder Geldstrafe davon. In einem vielleicht weiteren Zivilrechtlichen Prozess sind wohl noch Schmerzensgeldforderungen zu erwarten. Nun gut. Geldzahlungen können schmerzlich sein. Über eine vielleicht Strafrechtliche „nur“ Bewährungsstrafe wird er vermutlich schmunzeln. Wären das dann echte „Strafen“, die zu einer Verhaltensveränderung führen könnten?

    Nach meinem Verständnis hat der junge Mann zumindest ein extrem mangelhaftes Sozialverhalten gepaart mit einem hohen Aggressionspotential. Es ist deshalb zu vermuten, dass er sich ähnlich auch mit seinem Fahrzeug im Straßenverkehr verhält. Eine wirkliche Strafe wäre aus meiner Sicht in diesem Fall deshalb ein (nicht nur kurzfristiger) Führerscheinentzug, sowie eine angeordnete therapeutische Behandlung, die er zudem auch noch (zumindest teilweise) selbst bezahlen müsste. Das dürfte der junge Mann so schnell nicht vergessen. Mag hart klingen, aber seine Tat finde ich ausreichend abscheulich, brutal und niederträchtig. Aber leider sieht das Strafgesetzbuch in diesem Fall solche Möglichkeiten wohl nicht vor.

  2. Michael Kohlhaas

    Ein Verfahren wegen schwerer Körperverletzung (§ 226 StGB – http://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__226.html) wird es wohl nicht geben. Möglicherweise aber ein Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung (§ 224 StGB – http://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__224.html), falls die Tritte mit einem mit festem Schuhwerk bekleideten Fuß (der das Merkmal „anderes gefährliches Werkzeug“ erfüllt) ausgeführt wurde. Übrigens hat der Bundesgerichtshof jüngst die Verurteilung eines Mannes wegen versuchten Mordes bestätigt, der einem Polizeibeamten u. a. einen wuchtigen Fußtritt in das Gesicht versetzt hatte (http://www.juris.de/jportal/portal/t/173z/page/homerl.psml?nid=jnachr-JUNA140802176&cmsuri=%2Fjuris%2Fde%2Fnachrichten%2Fzeigenachricht.jsp).

    Jedenfalls droht aber ein Verfahren wegen Körperverletzung (§ 223 StGB – http://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__223.html). Im Falle einer Verurteilung wäre die Entziehung der Fahrerlaubnis (§ 69 StGB – http://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__69.html) naheliegend.