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Noch brauchen die Jungstörche in Horburg etwas Zeit, um flügge zu werden. Der Großteil ihrer Artgenossen hat sich schon auf den Weg in Richtung Süden gemacht. Foto: be
Noch brauchen die Jungstörche in Horburg etwas Zeit, um flügge zu werden. Der Großteil ihrer Artgenossen hat sich schon auf den Weg in Richtung Süden gemacht. Foto: be

Ab in den Süden, der Sonne hinterher

dth Lüneburg/Amt Neuhaus. Und tschüss! Die Störche kehren der Region für dieses Jahr den Rücken und fliegen der Sommersonne hinterher. Immer wieder sind dieser Tage etwa auf abgemähten Getreidefeldern Scharen von Weißstörchen zu beobachten. „Vor allem die Nichtbrüter bilden gerade große Trupps und bereiten sich auf den Abflug in die Winterquartiere vor. Dazu gesellen sich viele eher später geschlüpfte Jungvögel, die für den Weg länger brauchen und deshalb früher aufbrechen müssen“, sagt Hubert Horn, ehrenamtlicher Storchenbetreuer vom Nabu (Naturschutzbund Deutschland e.V.) für den linkselbischen Bereich im Landkreis Lüneburg.

Zwar sind noch nicht alle Jungvögel flügge, doch Horn geht davon aus, dass sich die meisten bis Ende August auf den Weg in den Süden gemacht haben. Insgesamt war es laut Horn in der Elbmarsch-Region ein erfreuliches Storchenjahr. Im linkselbischen Bereich Lüneburgs zählten die Storchenbetreuer die meisten Brutpaare seit dem Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1970.

37 Brutpaare zählte Horn in diesem Jahr, 2013 waren es noch 33, im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre sind es 29 gewesen. Doch die aktuelle Rekordzahl der Brutpaare im linkselbischen Bereich hat nicht gleichzeitig für Rekordzahlen beim Nachwuchs gesorgt, aber immerhin für ein „sehr gutes Ergebnis“, sagt Horn. Denn neue Brutpaare mit weniger Jungtieren hätten den Durchschnitt etwas nach unten gezogen.

Insgesamt 69 Jungstörche haben in dieser Saison im linkselbischen Bereich das Licht der Welt erblickt und bis heute überlebt. Im vergangenen Jahr waren es schließlich 63. Nur 2004 lag der Wert mit 77 Jungstörchen höher. Einen noch größeren Bruterfolg hatten in diesem Jahr die Storchenpaare im rechtselbischen Bereich des Landkreises Lüneburg, in Amt Neuhaus, wo die Tiere bessere Nahrungsbedingungen vorgefunden haben. Der dort zuständige Storchenbetreuer Helmut Eggers sagt: „Wir hatten hier in der Elbtalaue 46 Brutpaare mit 100 Jungvögeln. Die meisten sind aber schon weg.“ Auch sie sammeln sich auf Feldern und Wiesen zu Reisegruppen. Eggers: „Erst vor wenigen Tagen haben wir sogar eine Gruppe mit rund 80 Tieren aus Schweden beobachtet, die auf der Durchreise waren.“ Sollte jemand eine Storchengruppe von mehr als 15 Tieren beobachten, bittet Eggers zu Forschungszwecken um eine Rückmeldung unter Tel.: 038855/51009.

Bereits seit Anfang August machen sich die Störche auf den Weg in den Süden nach Afrika, entweder als Westzieher über Spanien oder als Ostzieher über den Bosporus. Für den linkselbischen Bereich sagt Horn, dass die Storchenpopulation seit 2008 stetig steige, vor allem der Anteil der Westzieher habe deutlich zugenommen.

Der größte Teil mache sich ab Mitte August auf die Reise. Horn: „In unserem Bereich sind nur noch bei drei Nestern die Jungvögel noch nicht flügge.“ Ebenfalls später in Richtung Winterquartier brechen die Altvögel auf, die gebrütet haben, sagt Horn. Sie würden aber auf ihrer Reise die bereits gestarteten Jungvögel noch einholen auf dem Weg in den Süden, der Sonne hinterher …