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Jetzt ist bereits der dritte Wurf des Munsteraner Wolfsrudels in die Fotofalle getappt. Foto: Bundesanstalt für Immobilienaufgaben/nh
Jetzt ist bereits der dritte Wurf des Munsteraner Wolfsrudels in die Fotofalle getappt. Foto: Bundesanstalt für Immobilienaufgaben/nh

Erneut Nachwuchs bei den Heide-Wölfen

dth Munster/Lüneburg. Zum dritten Mal infolge wurde nun Wolfsnachwuchs auf dem Truppenübungsplatz Munster nachgewiesen. Das dort seit 2012 ansässige Wolfsrudel hatte zunächst drei und im vergangenen Jahr sieben Welpen aufgezogen. „Für dieses Jahr können, anhand von Fotofallenbildern der Bundesforst, bislang sechs Welpen sicher nachgewiesen werden. Es handelt sich hierbei um eine durchschnittliche Wurfgröße“, sagt Dr. Britta Habbe, die seitens der Landesjägerschaft Niedersachsen das sogenannte Wolfsmonitoring im Auftrag des Landes begleitet.

Die in einem Wolfsrudel geborenen Jungtiere bleiben nur bis zum Erreichen der Geschlechtsreife in einem Zeitraum von elf bis 24 Monaten im elterlichen Streifgebiet und suchen sich dann ein eigenes Territorium. Habbe: „Bei den Jungtieren aus 2012 und 2013 kann davon ausgegangen werden, dass ein Großteil das Streifgebiet der Elterntiere rund um Munster bereits verlassen hat.“ Pro Nacht kann ein Wolf um die 70 Kilometer zurücklegen.

Wo die Jungtiere der Vorjahre allerdings genau abgeblieben sind, ist laut Habbe nur zu vermuten. Zumindest einen Hinweis darauf gab bereits im vergangenen Herbst ebenfalls das Bild aus einer Fotofalle. Habbe: „So konnten wir eine Jährlings-Fähe, die 2012 bei Munster geboren wurde, im Landkreis Osterholz nachweisen.“

Zu dem erneuten Nachwuchs bei Munster sagt Habbe: „Die Welpen sind im Mai, ­April zur Welt gekommen. Damit ist belegt, dass das Territorium weiterhin von dem Elternpaar besetzt ist. Der neue Nachwuchs war zu erwarten.“ Wölfe könnten in der Natur bis zu zehn Jahre alt werden und sich im Idealfall auch noch so lange Fortpflanzen. Im Höchstfall hätte laut Habbe das Munsteraner Wolfspaar noch fünf bis sechs Jahre vor sich, in denen es neue Welpen hervorbringen könne.

In Niedersachsen sind mittlerweile vier Wolfsrudel nachgewiesen. Die Ausbreitung der Wölfe im Land wird wissenschaftlich dokumentiert. Das Umweltministerium hat mit dem Wolfsmonitoring die Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. beauftragt, die diese Aufgabe in enger Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) und den rund 50 Wolfsberatern wahrnimmt.

Wer Spuren, Losungen oder Risse findet, die auf einen Wolf hinweisen, oder einen Wolf sieht, sollte seinen Fund melden bei der Wolfsbeauftragten der Landesjägerschaft Dr. Britta Habbe (Tel.: 0511/5304318) oder dem örtlichen Wolfsberater.
Wolfsberater im Landkreis Lüneburg sind unter anderem: Mathias Holsten (Tel.: 04131/261209), Wolfgang Baumgärtner (Tel.: 04133 8164), Uwe Martens (Tel.: 04134/6501 und Ralf Neumann (Tel.: 04135/808339).