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Imke Winzer (3.v.l.) hat die Zukunftswerkstatt vorgestellt, Zuhörer waren neben anderen (v.l.) Brigitte Kaminski und Undine Podewils-Holz, Alexander Neubauer, Jana Lippmann und Karen Möller. Foto: nh
Imke Winzer (3.v.l.) hat die Zukunftswerkstatt vorgestellt, Zuhörer waren neben anderen (v.l.) Brigitte Kaminski und Undine Podewils-Holz, Alexander Neubauer, Jana Lippmann und Karen Möller. Foto: nh

Jugendliche nicht nur für Dauerbrenner begeistern

lz Lüneburg. Es gibt 350 verschiedene Ausbildungsberufe die beliebtesten stehen seit Jahren unangefochten an der Spitze: Kaufmann/-frau im Einzelhandel und Kaufmann/ -frau für Bürokommunikation. Damit Jugendliche am Ende ihrer Schullaufbahn von möglichst vielen Ausbildungen wissen, gibt es die Zukunftswerkstatt Buchholz. Um das Projekt genauer kennen zu lernen, hatte der Überbetriebliche Verbund Lüneburg.Uelzen die Geschäftsführerin Imke Winzer nach Lüneburg eingeladen.

Mehr Familienfreundlichkeit in den Betrieben, um mehr weibliche Fachkräfte zu gewinnen und zu binden das ist eins der Hauptthemen des Verbunds. Seit Gründung im Jahr 2003 ist der Zusammenschluss auf mehr als 50 private und öffentliche Arbeitgeber mit rund 7000 Beschäftigten im Raum Lüneburg und Uelzen gewachsen.

Die weiblichen Fachkräfte von morgen sind das Thema der Zukunftswerkstatt. Ihr Ziel: Kinder bereits im Grundschulalter für Themen im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu interessieren, die sogenannten MINT-Fächer. Wie es funktioniert, erklärt Imke Winzer: „Wenn es um Fahrräder geht, blasen wir mit den Kindern Luftballons mit einer Murmel drin auf. Irgendwann liegt die Murmel an der offenen Stelle und schließt den Ballon. Dann wissen die Kinder, wie ein Ventil funktioniert jedenfalls grob.“

Winzer hat sich auch damit beschäftigt, auf welchem Wege sich junge Leute für Ausbildung oder Studium entscheiden: Wichtige Ratgeber sind für sie Eltern, Familienangehörige, Freunde und Bekannte. Unternehmen, die händeringend Nachwuchs besonders in eher unbekannten Sparten suchen, sollten sich daher nicht nur an die Jugendlichen selbst wenden, sondern auch an ihre Bezugspersonen.

Bei den Projekten der Zukunftswerkstatt können die Mädchen und Jungen ausprobieren, was woanders nicht geht. Sie bekommen eine Ahnung davon, wie unterschiedlich Jobs sein können. Imke Winzer weiß: „Bestimmte Berufe kennen alle, der Rest fällt hinten herunter.“ Ihre Tipps für Unternehmer: Sie sollten nicht auf Mitarbeiter warten, die alles können. Denn die gibt es nicht. „Jeder hat Schwächen. Die Frage ist, wie sie behoben werden können. Wichtig ist, jungen Leuten ein Ziel zu geben, Vorbilder und Anreize. Dann arbeiten sie eher an sich selbst.“

Im September wird die Zukunftswerkstatt ihr eigenes Gebäude eröffnen, neben einigen hauptamtlichen Kräften arbeiten dort viele Ehrenamtliche bei den Projekten für Kinder und Jugendliche mit. Finanziert wird die Einrichtung über Spenden von Unternehmen und den Beiträgen der Mitglieder. Träger ist ein Verein, eine Stiftung sorgt für den Betrieb.