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Fische sind das Hobby von Brigitte und Andreas Kowald, die Handorfer haben fünf Aquarien. Fotos jco
Fische sind das Hobby von Brigitte und Andreas Kowald, die Handorfer haben fünf Aquarien. Fotos jco

Butter bei die Fische

jco Lüneburg/Handorf. Angler machen es sich am Fischteich bequem, spezielle Kochkurse bringen die Fischküche näher und Hobbyzüchter freuen sich über ihre heimischen Aquarien: Der heutige „Tag der Fische“ lässt sich vielseitig begehen. Gleichzeitig dient der Aktionstag dazu, an den Schutz der Wasser- und Meeresbewohner zu erinnern. Thilo Clavin sieht das als unbedingt notwendig an. „Viele Fischbestände sind stark gefährdet“, erklärt der Greenpeace-Aktivist aus Lüneburg.

„Bei der Fischerei sind oft mehr als 80 Prozent des Gesamtfangs nur Beifang“, beklagt der Natur- und Umweltschützer. Beifang, dazu gehören die Tiere, die nicht zum eigentlichen Ziel des Fangs zählen. „Viele kleine Fische und Krebse ersticken in der Masse der Schleppnetze und werden anschließend einfach zurück ins Meer geworfen“, erklärt Clavin. Pro Jahr werden 90 Millionen Tonnen Fischfang vermarktet. Clavin schränkt ein: „Das beinhaltet jedoch nicht die illegale Fischerei oder den Beifang, der mit aus dem Meer gezogen wird.“ Auf Fisch beim Essen zu verzichten, darum gehe es ihm jedoch nicht. Wichtig sei vielmehr, wie und welcher Fisch auf den Teller kommt. Deshalb rät Clavin dazu, bei Verpackungen auf das Siegel „Naturland“ zu achten. „Das ist ein seriöses Zertifikat, welches nachhaltige Fischerei verspricht.“ Zusätzlich hat Greenpeace eine Art Einkaufsratgeber bereitgestellt. „So können Fisch-Liebhaber genau sehen, welcher Bestand nicht gefährdet ist und eingekauft werden kann.“ Gerade beliebte Fischgerichte wie Thunfisch und Seelachs seien mit Vorsicht zu genießen. „Nur sehr wenige Gebiete weltweit sind nicht von der Über­fischung dieser Arten betroffen.“

Thilo Clavin von Greenpeace Lüneburg.
Thilo Clavin von Greenpeace Lüneburg.

Weniger den Fischen in Meeren und Flüssen als vielmehr den Zierfischen gilt das Augenmerk von Andreas und Brigitte Kowald. Fischbestände zu erhalten, das ist aber auch ihnen wichtig. Die beiden Hobbyzüchter meinen dabei den Fischbestand in ihren eigenen Aquarien, fünf sind es bereits. „Das ist wirklich interessant, über zig Generationen hinweg haben wir schon die Anzahl unserer Fische halten können“, erzählt Andreas Kowald. Seit mehr als 30 Jahren sind der 53-Jährige und seine Frau in der Aquaristik aktiv, wie es fachgerecht heißt. „Herangeführt wurden wir damals von meinem Bruder, der sich ein eigenes Aquarium zugelegt hatte“, erzählt Brigitte Kowald. Schnell trat das Ehepaar in den Lüneburger Aquarien- und Terrarienverein ein, die 56-Jährige ist heute Geschäftsführerin der Gemeinschaft. Mittlerweile leben etwa 100 Fische bei den Kowalds, rund 1000 Liter Wasser gilt es, sauber zu halten. „Wenn unsere Bestände zu groß werden, verkaufen wir einige Exemplare auf Fischbörsen“, erklärt die Hobbyzüchterin.

Die nächste Börse findet am Sonntag, 14. September, in der Grundschule Kreideberg statt. Neben den Kowalds und weiteren Vereinsmitgliedern kommen immer wieder auch viele Privatleute zu den Börsen und bieten ihre Fische zum Verkauf oder Tausch an. „Wir beraten die Käufer natürlich vor Ort, würden bei Schwierigkeiten aber auch zu neuen Aquarianern nach Hause kommen. Anfänger bekommen von uns sowieso nur Fische, die nicht viel Pflege benötigen, wie etwa ein Guppy.“

Neben Guppys sind auch Welse, Buntbarsche, Barben und Salmler bei den Kowalds zu Hause. „Meine Lieblingsfische sind jedoch die Haibarben. Wegen ihrer Rückenflosse sehen sie auch wirklich wie Haie aus“, sagt Brigitte Kowald. Warum Fische für sie zum Hobby wurden, kann sie schnell erklären: „Das ist Entspannung pur. Ich sitze jeden Tag vor meinen Aquarien und schaue den Tieren zu.“ Ihr Mann sieht noch einen weiteren Vorteil: „Fische benötigen als Haustier kaum Betreuung. So kann man auch mal problemlos zwei Wochen in den Urlaub fahren.“