Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Nix ist es mit Badehose: Schwimmmeister Bernd Holler trägt lang. Im Adendorfer Freibad ist er derzeit häufig sehr einsam. Foto: t&w
Nix ist es mit Badehose: Schwimmmeister Bernd Holler trägt lang. Im Adendorfer Freibad ist er derzeit häufig sehr einsam. Foto: t&w

Herbstwetter mitten in den Sommerferien trübt Bilanzen

jco Lüneburg. Statt Sonne satt gibt es aktuell herbstliche Kälte, Wind und häufig auch Regen: Die späten Sommerferien bieten den Schülern und ihren Familien in diesem Jahr alles andere als ideale Bedingungen für sommerlichen Freizeitspaß. Das Wetter macht sich auch in den Lüneburger Freibädern und Biergärten deutlich bemerkbar, von der Hochsaison ist kaum mehr etwas zu spüren.

„Welche Gäste? Badegäste gibt es zurzeit keine“, sagt Bernd Holler über das leere Freibad in Adendorf. Der Betriebsleiter zieht eine ernüchternde Bilanz der kühlen Tage. „Keine Sonne heißt: keine Besucher. Von den Sommerferien merken wir nichts, Kinder bleiben komplett weg.“ Hartnäckig erscheinen noch die Stammgäste zum Früh- oder Spätschwimmen. Regen und gerade mal 17 Grad Celsius locken täglich nur noch etwa 250 Gäste in das Freibad, sonst seien es rund zehnmal so viele. „Im heißen Juli hatten wir an die 3000 Badegäste am Tag. Nun ist es doch recht übersichtlich hier.“

Im Alt Garger Waldbad musste das Kinderfest, das für heute geplant war, auf Anfang September verlegt werden. Die Wassertemperaturen seien aufgrund der kühlen Tage und Nächte zu weit gesunken. Auch die Lüneburger Wasserratten scheinen vom Freibad Hagen auf das SaLü umgestiegen zu sein. Angela Wilhelm von der Gesundheitsholding fasst die Besucherzahlen zusammen. „Mitte vergangenen Monats waren knapp 2000 Besucher im Freibad Hagen, im SaLü dagegen um die 850.“ Genau drei Wochen später wollten nur noch etwa 100 Gäste im Freien schwimmen, dafür konnte sich das SaLü über mehr als 1600 Besucher freuen. „Das SaLü profitiert momentan ganz klar von der Kombination aus Sommerferien und kühler Witterung“, erklärt Wilhelm.

Übersichtlich ist aktuell auch das Besucherinteresse beim Tretbootverleih von „Schröders Garten“, bei Regen und Kälte bleiben die Boote ungenutzt am Steg liegen. „Hier hat es an sonnigen Tagen richtig gebrummt, sodass die Gäste sogar anstehen mussten, um Boot fahren zu können“, erzählt Georg von Hodenberg. Er verleiht die 25 Boote in Schröders Garten und kümmert sich um die Haustechnik. „Aber so etwas ist nun mal wetterabhängig. Am Dienstag waren am ganzen Tag nur drei Boote draußen.“

Die für Sommerferien untypische Witterung sorgt auch im Tourismus für fehlende Laufkundschaft, fällt Heribert Muckenhirn auf. Er ist Betreiber des Campingplatzes Rote Schleuse. „Bei strömendem Regen oder kaltem Wind will natürlich auch niemand draußen sitzen.“ Immerhin: Stornierte Buchungen habe er noch keine. Auch Judith Peters von der Lüneburger Tourist-Information hat noch keine Wetter-Flüchtlinge ausgemacht. „Wir können keinen Rückgang an Buchungen verzeichnen. Städteurlauber sind aber auch wetterunabhängiger als beispielsweise Gäste an den Küsten.“ Dem Wetter trotzen auch Karussell-Liebhaber. Romana Voet vom Heide-Park in Soltau sagt: „Wir sind insgesamt zufrieden. Die Gästezahlen in den Sommerferien sind erwartungsmäßig hoch.“ Denn wer durchnässt aus der Wildwasserbahn steigt, dem mag wohl auch der Regen nichts mehr ausmachen.