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Sebastian Heilmann (Grüne), SPD-Chef Heiko Dörbaum, Klaus-Dieter Salewski (SPD) und Grünenchef Andreas Meihsies (v.l.) machen sich für den Grüngürtel stark. Foto: be
Sebastian Heilmann (Grüne), SPD-Chef Heiko Dörbaum, Klaus-Dieter Salewski (SPD) und Grünenchef Andreas Meihsies (v.l.) machen sich für den Grüngürtel stark. Foto: be

Im Westen solls grün bleiben + + + Mit Karte

as Lüneburg. Die Hansestadt steht als Wohnort hoch im Kurs und wächst. Doch zur Lebensqualität gehören nicht nur das historische Stadtbild und die vielfältigen Angebote auf dem Bildungs-, Kultur- und Gesundheitssektor, sondern auch wohnortnahe Naherholungsgebiete. Dafür macht sich nun die rot-grüne Mehrheitsgruppe im Rat stark. Sie plädiert dafür, dass im Westen der Stadt keine neuen Baugebiete mehr erschlossen werden, anstelle dessen soll dort ein sogenannter Grüngürtel Lüneburg-West den Landschaftsschutz und die Naherholung langfristig sichern. Einen entsprechenden Antrag bringt Rot-Grün zur Ratssitzung am Mittwoch, 1. Oktober, ein.

Die Idee für einen solchen Grüngürtel hätten die Grünen bereits im Jahr 1992 in einer Broschüre „Ökologisch wachsen, statt grenzenlos wuchern“ beschrieben, in der es um eine zukunftsorientierte Landschaftsplanung und Stadtentwicklung ging, erinnert Andreas Meihsies. Viele Jahre sei der Vorstoß durch Überlegungen wie Westumfahrung oder den Ausbau der Schnellenberger Allee zu einer Straße konterkariert worden. Nun endlich solle das Projekt mit dem Gruppenpartner SPD realisiert werden. Heiko Dörbaum, Fraktionschef der Sozialdemokraten, verweist darauf, dass sich Rot-Grün bereits in der Wahlperiode von 1991 bis 1996 auf ein Konzept verständigt hätten, wonach eine Baulandentwicklung nur auf Flächen möglich sein sollte, die aus ökologischer Sicht vertretbar sind. Grundlage sei ein ökologisches Landschaftsgutachten gewesen, das die Stadt 1993 hatte erstellen lassen. Im Landschaftsplan sei dann festgeschrieben worden, welche Flächen für den Landschaftsschutz und die Naherholung erhalten bleiben sollen. Dazu gehörten unter anderem die Fläche zwischen Nordwest-Friedhof und Sportzentrum an der Straße nach Vögelsen, das als sogenanntes Frischluftentstehungsgebiet gilt.

Inzwischen steht fest, dass Lüneburg im Hanseviertel Ost sowie in Hagen und am Ebensberg künftig weiter wachsen soll. „In diesem Zusammenhang ist es wichtig, dass auch Flächen für den Natur- und Landschaftsschutz sowie zur Naherholung gesichert werden“, sagen Dörbaum und Meihsies. Der Grüngürtel Lüneburg-West soll vom Nordwest-Friedhof entlang Wienebüttel und Volgershall in Richtung Schnellenberger Allee gehen, von da aus weiter in Richtung Oedeme Süd und kurz hinter der Heiligenthaler Straße/Lüneburger Straße bei der Ziegelei in Rettmer enden.

Sebastian Heilmann (Grüne) verweist darauf, dass im bestehenden Landschaftsplan nur die Alte Ziegelei als Landschaftsschutzgebiet vermerkt sei. „Wir möchten prüfen lassen, ob es sich lohnen würde, dort mehr Landschaft unter Schutz zu stellen.“ Heilmann sieht in dem Grüngürtel West einen Beitrag Lüneburgs „zur Erfüllung des 30-Hektar-Ziels“ der Bundesregierung, die den bundesweiten Flächenverbrauch von derzeit 74 Hektar pro Tag bis zum Jahr 2020 auf 30 Hektar verringern will.

Rot-Grün spricht sich dafür aus, dass im Rahmen der Aktualisierung des Landschaftsplanes und des Flächennutzungsplanes sowie der Überarbeitung des Landschaftsrahmenplanes des Landkreises die Flächen des Grüngürtels West von Bebauung und Verkehrswegen freigehalten werden. Da es den Politikern wichtig ist, die angrenzenden Gemeinden Reppenstedt, Vögelsen und Heiligenthal bei den Planungen mit ins Boot zu holen, „bitten wir die Verwaltung, diese und den Landkreis Lüneburg in vorbereitende Gespräche über ein Entwicklungskonzept Naturschutz und Naherholung für diesen Landschaftraum einzubeziehen“, machen Dörbaum und Meih­sies deutlich. Im Bauschuss der Stadt soll regelmäßig über die Planungsarbeit berichtet werden.

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2 Kommentare

  1. Grüngürtel West und Lärmterror Ost. Danke Rot-Grün!

  2. Heiko Dörbaum, Fraktionschef der Sozialdemokraten, verweist darauf, dass sich Rot-Grün bereits in der Wahlperiode von 1991 bis 1996 auf ein Konzept verständigt hätten, wonach eine Baulandentwicklung nur auf Flächen möglich sein sollte, die aus ökologischer Sicht vertretbar sind.

    aus ökologischer Sicht vertretbar?????
    Es wird doch so oder so alles ökologisch vertretbar gemacht, wenn man es will ( LSK Platz Wilschenbruch ).

    Die Idee für einen solchen Grüngürtel hätten die Grünen bereits im Jahr 1992 in einer Broschüre “Ökologisch wachsen, statt grenzenlos wuchern” beschrieben, in der es um eine zukunftsorientierte Landschaftsplanung und Stadtentwicklung ging, erinnert Andreas Meihsies.

    Super, das man sich nach 22 Jahren wieder daran erinnert. Warum wurde in den letzten 22 Jahren nicht daran gearbeitet?