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Der geplante, rund 3,6 Kilometer lange Radweg von Steddorf über Rieste nach Varendorf bleibt oberste Priorität in Bienenbüttel. Dafür stimmte jetzt auch Bauausschussvorsitzender Christopher Tieding (M.). Die Ortsvorsteher Renate Niemann (Varendorf) und Andreas Meyer (Steddorf) begrüßen das. Foto: Schulze
Der geplante, rund 3,6 Kilometer lange Radweg von Steddorf über Rieste nach Varendorf bleibt oberste Priorität in Bienenbüttel. Dafür stimmte jetzt auch Bauausschussvorsitzender Christopher Tieding (M.). Die Ortsvorsteher Renate Niemann (Varendorf) und Andreas Meyer (Steddorf) begrüßen das. Foto: Schulze

Entscheidung für den Frieden

emi Bienenbüttel. Der Frieden im Ort war letztlich wichtiger als schnelle Fördermittel. So lässt sich die jüngste Bienenbütteler Bauausschusssitzung im Rathaus zusammenfassen. Im Vorfeld der Sitzung hatte der ursprüngliche Beschlussvorschlag der Verwaltung für Zündstoff gesorgt: Demnach sollte der Bau des geplanten Radwegs entlang der Kreisstraße 1 zwischen Edendorf und Hönkenmühle, bisher an Platz 3 der Prioritätenliste, zum 1. Oktober 2014 beim Kreis Uelzen angemeldet und damit möglicherweise als erster realisiert werden  obwohl laut Reihenfolge der Gemeinde der Radweg von Varendorf über Rieste nach Steddorf oberste Priorität besaß. Der Ärger unter den beteiligten Ortsteilen schien vorprogrammiert, nun wurde er gerade noch rechtzeitig abgewendet.

Einstimmig bei einer Enthaltung beschlossen die Bauausschussmitglieder am Montagabend, den Radweg Edendorf-Hönkenmühle nicht anzumelden. Damit sprachen sie sich dafür aus, die Prioritätenliste beizubehalten sowie auf eine 70-Prozent-Förderung zu verzichten.

Diese mögliche Förderung aus einem Sonderprogramm des Landes war der Grund für die umstrittene Prioritäten-Verschiebung zugunsten des Radwegs Edendorf-Hönkenmühle gewesen. Mit dem Landesprogramm, schreibt die Bienenbütteler Verwaltung in der Sitzungsvorlage, würden nämlich nur diejenigen Radwege gefördert, die bis zum 1. Oktober 2014 beim Kreis Uelzen als baureif angemeldet wären. Diese Voraussetzung erfülle aber lediglich der Radweg von Edendorf nach Hönkenmühle, weil dafür bereits ein Entwurf erstellt worden sei. Anders formuliert: Bis zum 1. Oktober könne die Gemeinde keinen anderen Radweg planen.

Das war bei Varendorfs Ortsvorsteherin Renate Niemann auf Unverständnis gestoßen. Bereits im März dieses Jahres hatte sie mit ihren Ortsvorsteher-Kollegen Hans-Hinrich Harms (Rieste) und Heinrich Hellbrügge (Bornsen) in einem Eilantrag gefordert, sofort mit der Planung „ihres“ Radwegs Varendorf-Rieste-Steddorf zu beginnen und die Kosten über einen Nachtrag in den Haushalt 2014 einzustellen. Denn auch sie hatte die hohen Fördersummen des Landes im Blick.

„Hätte man unseren Antrag im März berücksichtigt, hätten wir mit Varendorf schon beginnen können“, sagt Niemann auf LZ-Nachfrage. „Aber er wurde nie behandelt.“ Dabei wären Bürger der Ortsteile sogar bereit gewesen, private Gelder zuzuschießen, um das Projekt zu beschleunigen.

Doch nachkarten will Varendorfs Ortsvorsteherin jetzt nicht mehr. „Wir sind sehr zufrieden damit, dass die 2012 mit Mühe entwickelte Prioritätenliste nicht umgeschubst wird“, kommentiert Niemann die Entscheidung im Bauausschuss. Schon damals war die Liste emotional diskutiert worden. Der jetzige Entschluss sei ein Zeichen für „Transparenz, Glaubwürdigkeit und Demokratie“, so Niemann.

Die Bauausschussmitglieder beschlossen weiterhin, die Planungskosten für den Radweg Varendorf-Rieste-Steddorf im Haushalt 2015 einzustellen, damit die Anmeldung, wie anfänglich geplant, zum 1. Oktober 2015 erfolgen kann. Sie beauftragten die Verwaltung, bis zum 31. März 2015 eine Sachverhaltsdarstellung zum Radweg Wulfstorf-Niendorf (K42) in einer Sitzungsvorlage zu formulieren. Am 9. September befasst sich der Verwaltungsausschuss der Gemeinde mit dem Thema.