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Forschung hautnah erleben

pet Geesthacht. Was ist eigentlich ,,Rührreibschweißen“? Warum ist das Element Magnesium für Flugzeug- und Autoindustrie sowie Medizin gleichermaßen interessant? Welche Aufgaben hat ein Forschungsschiff? Antworten auf diese Fragen und viele mehr und das aus allererster Hand gibt es an diesem Sonnabend, 20. September, 12 bis 18 Uhr, beim Tag der offenen Tür im ,,Helmholtz-Zentrum Zentrum für Material- und Küstenforschung“ in Geesthacht.
Alle drei Jahre gibt es für einen Tag für Besucher die Gelegenheit, sich das weitläufige Gelände mit seinen zahlreichen Instituten und Labors anzuschauen 2011 kamen 5000 Gäste. Für das Helmholtz-Zentrum in Geesthacht, eines von bundesweit 17 Zentren der Helmholtz-Gemeinschaft, arbeiten etwa 950 Wissenschaftler, Ingenieure, Techniker und anderes Personal. Jahresetat: 90 Millionen Euro.

Wie auf der Erde reichhaltig vorkommendes Magnesium künftig stärker genutzt werden kann, ist einer der Schwerpunkte der Arbeit in Geesthacht. Als Material, noch leichter als Aluminium, das gewaltige Einsparpotenziale für Autos und Flugzeuge birgt, auf der einen Seite. Als Material etwa für Knochenschrauben, das sich nach Verheilen eines Knochenbruchs wieder auflöst und damit eine zweite Operation erspart, auf der anderen Seite.

Ebenso spannend ist, was die Forscher in Geesthacht im Bereich des ,,Rührreibschweißens“ erarbeiten ein Verfahren, bei dem ein Schweißkopf die zusammenzufügenden Metallteile unter großem Druck miteinander ,,verrührt“. Das Verfahren könnte vor allem im Flugzeugbau das bisher übliche Vernieten von Bauteilen ablösen. Ein Clou: Sogar Metalle und Kunststoffe können mit diesem Verfahren verbunden werden.

In den Labors und an den teilweise viele Millionen Euro teuren Maschinen lassen sich die Wissenschaftler und Techniker über die Schulter schauen, es gibt Vorführungen, Filme, Vorträge und Experimente, dazu Essen und Trinken, Kaffee und Kuchen.
Für die jungen Besucher haben die Mitarbeiter des Helmholtz-Zentrums eigens eine ,,Erlebnisreise“ ausgearbeitet. Mit Hilfe einer Lagekarte können die Kinder verschiedene Stationen auf dem Gelände erkunden, dort Fragen beantworten am Ende wartet eine kleine Überraschung.

Eigens für den Tag der offenen Tür legt auch die ,,Ludwig Prandtl“, Forschungsschiff des Helmholtz-Zentrums, am Anleger Tesperhuder Strand, nur fünf Minuten vom Gelände entfernt, an. Auch dort geben Wissenschaftler Auskunft über ihre Arbeit, die dazu beitragen soll, die komplizierten Mechanismen des Ökosystems Meer zu verstehen.

,,Für uns ist der Tag der offenen Tür ein Instrument der Nachbarschaftspflege“, erklärt Heidrun Hillen, zuständig für die Pressearbeit. Trotz der internationalen Bedeutung des Zentrums ,,kennen uns und unsere Themen viele noch nicht“. Außerdem werde das Helmholtz-Zentrum noch mit dem 2010 abgeschalteten nuklearen Forschungsreaktor gleichgesetzt.

Das Helmholtz-Zentrum befindet sich in der Max-Planck-Straße 1, Abzweig von der Bundesstraße 5 zwischen Geesthacht und Lauenburg. Vom ZOB Geesthacht gibt es einen kostenlosen Busshuttle.