Mittwoch , 28. September 2016
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Drastisch gestiegen ist die Zahl der Rettungseinsätze in Stadt und Landkreis Lüneburg. Deshalb muss der Kreis jetzt den Rettungsdienstbedarfsplan nachbessern, unter anderem weitere Notarztwagen einsetzen. Foto: t&w
Drastisch gestiegen ist die Zahl der Rettungseinsätze in Stadt und Landkreis Lüneburg. Deshalb muss der Kreis jetzt den Rettungsdienstbedarfsplan nachbessern, unter anderem weitere Notarztwagen einsetzen. Foto: t&w

Mehr Helfer für Verletzte

pet Lüneburg. Der Landkreis Lüneburg muss mehr tun, um die Notfallversorgung bei Unfällen und akuten Krankheiten in der Region sicherzustellen. Mehr Rettungswagen und die Ausweitung der Einsatzzeiten vorhandener Rettungswagen sind nötig. Darüber wird heute, Montag, 29. September, ab 15 Uhr in der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) der Kreistags-Ausschuss für Feuer-, Katastrophenschutz und Ordnungsangelegenheiten beraten.

Die „95“ muss stehen. Im ,,BedarfVO-RettD“, ausgeschrieben „Verordnung über die Bemessung des Bedarfs an Einrichtungen des Rettungsdienstes“, ist vorgeschrieben ist, dass „der Zeitraum zwischen dem Beginn der Einsatzentscheidung durch die zuständige Rettungsleitstelle bis zum Eintreffen des ersten Rettungsmittels am Einsatzort (Eintreffzeit)“ in 95 Prozent der Fälle 15 Minuten nicht überschreiten darf. Das war in Stadt und Landkreis Lüneburg zuletzt nicht mehr gewährleistet. Nur noch in 91,7 Prozent der Notfälle wurde die Vorgabe erreicht.

Zuletzt hatte der Landkreis Lüneburg im Jahr 2008 seinen ,,Rettungsdienstbedarfsplan“ fortgeschrieben, den Rettungsdienst umorganisiert und verbessert. Auf Grund der gestiegenen Einsatzzahlen beauftragte der Kreisausschuss die Verwaltung Ende 2013, die Notfallversorgung im Landkreis Lüneburg durch externe Experten erneut untersuchen zu lassen. Das Ergebnis liegt vor, daraus resultiert die ,,3. Fortschreibung des Bedarfsplans für den Rettungsdienst im Landkreis Lüneburg“.

Grund für die nicht mehr erreichte Quote der vorgeschriebenen 95 Prozent war die stark gestiegene Zahl der Rettungseinsätze: Zwischen 2007 und 2012 hatte die Gesamtzahl der Rettungsdiensteinsätze von 25660 auf 29190 zugenommen (+13,8 Prozent). Im gleichen Zeitraum stieg die Zahl der darin enthaltenen Notfalleinsätze von 13115 auf 15394 (+17,4 Prozent). Bei den Notarzteinsätzen gab es sogar eine Steigerung um 19,2 Prozent von 4132 auf 4927.

Über die Ursachen der bundesweit zu beobachtenden Steigerung der Notfalleinsätze wird spekuliert. Den wachsenden Anteil älterer Menschen an der Bevölkerung sehen die einen als Grund, die geringer werdende Hemmschwelle, die ,,112″ zu wählen, vermuten andere. Bundesweit liegen die Steigerungsraten in der Region jedenfalls im Rahmen, erklärt Landkreis-Pressesprecherin Elena Bartels. ,,Von drei bis fünf Prozent Steigerung im Jahr geht man aus.“

Im Ergebnis sehen die Sachverständigen eine Steigerung der Notfallvorhaltung von 1128 auf 1375 Wochenstunden vor, eine Erhöhung der Krankentransportvorhaltung von 224 auf 285 Wochenstunden. Im einzelnen wird die Vorhaltung eines vierten Rettungswagens in der Hansestadt Lüneburg mit 56 Wochenstunden vorgeschlagen. Weiter ein zweiter Rettungswagen in Bockelkathen (71 Wochenstunden) sowie ein zweiter Rettungswagen in Ellringen (112 Wochenstunden). Schließlich ist die Ausweitung der Vorhaltung des vorhandenen dritten Rettungswagens in Lüneburg von 120 auf 128 Wochenstunden vorgesehen.

Zum öffentlichen Rettungsdienst gehören sowohl die Notfallrettung als auch der qualifizierte Krankentransport, letzterer wird teilweise auch von privaten Krankentransportunternehmen bedient. Träger des Rettungsdienstes ist der Landkreis, die Rettungswachen, unterhalten vom Deutschen Roten Kreuz und dem Arbeiter Samariter Bund, befinden sich in Lüneburg, Bockelkathen, Drögennindorf, Ellringen und Zeetze. Kostenträger des Rettungswesens sind die gesetzlichen Kranken- und Unfallkassen.

Die ,,3. Fortschreibung des Bedarfsplans für den Rettungsdienst im Landkreis Lüneburg“ soll am 20. Oktober vom Kreistag beschlossen werden und sofort in Kraft treten.