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Geht es nach dem Willen des Vorstandes und des Aufsichtsrates soll die Beteiligungsgesellschaft CMP als neuer Hauptaktionär bei der Molda einsteigen. Die Gesellschaft war schon einmal in der Region aktiv: beim Lüneburger Strickwarenhersteller Lucia. Foto: nh
Geht es nach dem Willen des Vorstandes und des Aufsichtsrates soll die Beteiligungsgesellschaft CMP als neuer Hauptaktionär bei der Molda einsteigen. Die Gesellschaft war schon einmal in der Region aktiv: beim Lüneburger Strickwarenhersteller Lucia. Foto: nh

Molda-Spitze hofft auf neuen Investor

kre Dahlenburg. Es geht um nichts Geringeres, als um die Zukunft der Molda AG: Vorstandsvorsitzender Martin Schmidt-Unverfehrt jedenfalls sieht das so. Er spricht „von der größten Veränderung der Molda seit der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft“. Am kommenden Mittwoch, 15. Oktober, nämlich werden die Aktionäre in ihrer Hauptversammlung darüber entscheiden, ob bei dem Dahlenburger Traditionsunternehmen ein neuer Hauptaktionär mit frischem Geld einsteigen wird: Die CMP ist eine deutsche Beteiligungsgesellschaft so steht es auf deren Homepage ,,die seit ihrer Gründung im Jahr 2000 auf die Übernahme von Unternehmen … in Umbruchsituationen spezialisiert ist.“ Die CMP, sagt ein Insider gegenüber der LZ, ,,will nicht nur mit neuem Kapital, sondern auch mit eigenem Management einsteigen“.

Seit knapp drei Jahren ist Martin Schmidt-Unverfehrt in der Verantwortung beim größten Arbeitgeber im Ostteil des Landkreises. Seitdem dringen nur noch wenige Nachrichten aus dem Unternehmen an die Öffentlichkeit. Auch die Mitarbeiter werden zur Verschwiegenheit ermuntert. ,,Kein Kommentar“ so die Devise, ist immer besser, als zu viel zu sagen.

Schmidt-Unverfehrt hält sich selbst zugute, der ,,ehemals verstaubten Molda“ wieder ein neues, ,,innovatives Image“ verpasst zu haben. Das jedenfalls betont er in einem Interview, das er der unternehmenseigenen Mitarbeiterzeitung gegeben hat. Doch ein neues Image alleine reicht wohl nicht, um das Traditionsunternehmen, das 2012 einen Jahresumsatz von 69 Millionen Euro erzielte, dauerhaft für die Zukunft auszurichten. Rückschläge während des Sanierungs- und Umstrukturierungsprozesses taten ihr Übriges angefangen vom Kraftwerksbrand über einen Turbinenschaden und der Stilllegung des Turms I bis hin zur Entwicklung des Dollarkurses, der sich für die Dahlenburger alles andere als günstig erwies.

Nun also ruhen die Hoffnungen auf der CMP-Beteiligungsgesellschaft, oder wie es Martin Schmidt-Unverfehrt in der Mitarbeiterzeitung sagt: ,,Die CMP ist heute die einzige Chance, aber auch die erste Wahl der Molda.“

Die CMP investiert nach eigenen Angaben in Unternehmen, die ,,operative Probleme, Bilanzprobleme und/oder Liquiditätsengpässe haben“. Sorgen, „dass die CMP-Manager als ,Heuschrecken daherkommen, die nur das Ziel verfolgen, das Unternehmen auszuschlachten, muss niemand haben“, sagt ein Molda-Funktionär, der namentlich aber nicht genannt werden möchte. Zum aktuellen Portfolio der Beteiligungsgesellschaft gehören Autozulieferer ebenso wie ein Unternehmen, das Schleifmittel produziert oder ein Betrieb, der Spezialfahrzeuge baut. Auch für ein ehemaliges Lüneburger Unternehmen war die CMP bereits tätig den Strickwarenhersteller Lucia.

Auf ihrer Internetseite beschreibt sich die CMP als ,,ein Partner auf Zeit, der dem Unternehmen hilft, aus der Krise herauszukommen, um nach einer Phase der Stabilisierung wieder wachsen zu können“. Und weiter heißt es: ,,CMP strebt eine Haltedauer von 3 bis 7 Jahren an und wird zu gegebener Zeit den Verkaufsprozess einleiten, um für das Unternehmen einen verantwortungsvollen und langfristig orientierten Eigentümer zu finden.“

Der Eintritt der Beteiligungsgesellschaft werde nicht bewirken, dass es nun keine Probleme mehr bei der Molda geben werde, dämpft Schmidt-Unverfehrt allzu hohe Erwartungen an den möglichen neuen Investor. ,,Es wird nicht heißen, dass wieder alles gut ist. Es wird viel Arbeit, Initiative und Herzblut dazu gehören, diese neue Chance für die Molda zu einem Erfolg zu machen“, mahnt der Vorstandsvorsitzende und appelliert an seine Mitarbeiter: ,,Die Zukunft ist kein Schicksal, die Zukunft wird gemacht!“ Mit dem Engagement der Beteiligungsgesellschaft werde nun die Basis für diese Zukunft gelegt.