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Ein Umspannwerk ähnlich dem im Lüneburger Industriegebiet Hafen soll demnächst zwischen Wetzen und Marxen am Berge entstehen. Foto: A./dth
Ein Umspannwerk ähnlich dem im Lüneburger Industriegebiet Hafen soll demnächst zwischen Wetzen und Marxen am Berge entstehen. Foto: A./dth

Mehr Spannung für Wetzen

dth Wetzen. Der Stromnetzbetreiber Avacon erarbeitet derzeit den Bauantrag für das geplante neue „Umspannwerk Amelinghausen“. Die ersten Sondierungsgespräche hatten bereits im November 2012 stattgefunden (LZ berichtete), jetzt sind die technischen Planungen abgeschlossen und das Projekt geht auf die Zielgerade. Als Standort hat sich die Avacon den Bolzplatz bei Wetzen in der Gemeinde Oldendorf/Luhe ausgeguckt. „Mit der Gemeinde besteht Einigkeit, die Vertragsunterzeichnung findet demnächst statt“, sagt Avacon-Sprecherin Corinna Hinkel. „Wir wollen zeitnah mit dem Bau beginnen.“ Der Startschuss dafür hängt aber noch von der Baugenehmigung und der Witterung ab. Die Inbetriebnahme ist für das dritte Quartal 2015 geplant.

Laut Avacon werde durch den Ausbau des Stromnetzes die Grundvoraussetzung zum Ausbau der Erneuerbaren Energien in der Region geschaffen. So würde durch das neue Umspannwerk nicht nur „ein entscheidender Beitrag zur Stabilisierung der Spannungsverhältnisse im Großraum Amelinghausen/Oldendorf geleistet“, sondern auch gleichzeitig die „Netzanschlussmöglichkeit für weitere dezentrale Erzeugungsanlagen geschaffen“, heißt es in einer Projektbeschreibung der Avacon. Insofern reagiert der Netzbetreiber auch auf den geplanten Ausbau der Windenergie in dem Bereich.

Ende September hatte die Avacon die Wetzener bei einem Info-Abend über die Pläne in Kenntnis gesetzt. Direkt im Anschluss beriet der Gemeinderat Oldendorf/Luhe in einer nichtöffentlichen Sitzung über den Verkauf des gemeindeeigenen Bolzplatzes an der Kreisstraße 23, Am Altenberg, zwischen den Orten Wetzen und Marxen am Berge. Nach LZ-Informationen erwartet die Gemeinde für die rund 10000 Quadratmeter einen Erlös von zirka 115000 Euro. Besiegelt werden soll der Grundstücksverkauf beim Notartermin Ende Oktober.

Aus Sicht der Avacon eignet sich der Standort des Bolzplatzes für das Umspannwerk deshalb besonders, da die Einrichtung direkt an die dort vorhandene 110-Kilovolt-Freileitung angeschlossen werden könne, die unter anderem über Soderstorf, Wohlenbüttel und Oldendorf/Luhe und schließlich bis zum Hauptspannwerk Rettmer verläuft. Damit wäre ein zusätzlicher Hochspannungsleitungsbau nicht erforderlich. Allerdings werden für die Einbindung des Mittelspannungsnetzes „umfangreiche Kabelneuverlegungen“ notwendig, so sollen unter anderem vorhandene Mittelspannungs-freileitungen durch leistungsstärkere Kabel ersetzt werden, heißt es. Ein weiterer Vorteil des Bolzplatz-Standortes: Der vorhandene Baumbestand biete einen guten Sichtschutz.

Derzeit betreibt die Avacon im Landkreis Lüneburg Umspannwerke an vier Standorten: Lüneburg-Rettmer, Lüneburg-Hafen, Lüneburg-Nord sowie bei Brietlingen. Die Leitungsstränge für das Lüneburger Stromnetz werden dabei über das Umspannwerk Lübberstedt in der Samtgemeinde Salzhausen zugeführt, das von EWE betrieben wird.
Den Verlust des Bolzplatzes für den Ort Wetzen sieht Oldendorfs Bürgermeister Jürgen Rund derweil gelassen. „Der Platz wurde zuletzt wenig genutzt.“ Auf der anderen Seite solle nun mit Hilfe des Verkaufserlöses ein anderes Areal hergerichtet werden. Rund: „Wir haben ein Gelände in der Ortsmitte gefunden, wo wir Spielgeräte und Sitzgelegenheiten aufstellen wollen, um ein neues Angebot für Jung und Alt zu schaffen.“ Zudem eigne sich das Gelände an der Straße Im Krüß für Wettkampfübungen der Jugendfeuerwehr.