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Goldener Oktober für den Arbeitsmarkt +++ Mit Arbeitsmarktbericht

rast Lüneburg. „Die Situation auf dem Arbeitsmarkt in Hansestadt und Landkreis Lüneburg ist nach wie vor robust, denn trotz der eingetrübten Konjunkturprognosen konnten wir eine durchaus positive Entwicklung verfolgen“, bilanziert Jens Mathias, Geschäftsführer operativ der Agentur für Arbeit Lüneburg-Uelzen. Vom goldenen Herbst profitierten vor allem junge Menschen unter 25 Jahren, die Zahl der Arbeitslosen unter ihnen sank von 584 Ende September auf nun 489. Insgesamt hat sich die Zahl der Betroffenen in dieser Zeitspanne um 235 auf 5506 Frauen und Männer verringert, das waren 266 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Oktober 5,9 Prozent – im September waren es noch 6,2 Prozent und im Oktober vor einem Jahr gar 6,3 Prozent.

Jens Mathias blickt allerdings skeptisch in die Zukunft und malt für die kommenden Monate ein vorsichtigeres Bild: „Die Unternehmen werden auf Sicht fahren und teilweise abwartend agieren, was Einstellungen betrifft.“ Einer der Gründe dafür laut dem Geschäftsführer: „Die Wintermonate, in denen erfahrungsgemäß die Dynamik zurückgeht, stehen bevor.“

In der Lüneburger Agentur für Arbeit meldeten sich im Oktober 1495 Frauen und Männer neu oder erneut arbeitslos, das waren 72 mehr als im September, aber 49 weniger als im Oktober 2013. Gleichzeitig beendeten 1714 Personen ihre Arbeitslosigkeit, 93 mehr als im September und sogar 133 mehr gegenüber Oktober 2013. Seit Jahresbeginn gab es insgesamt 14 239 Arbeitslosmeldungen, das ist ein Minus von 459 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auf der anderen Seite meldeten sich 14 544 Betroffene aus der Arbeitslosigkeit ab, 68 weniger als im vergangenen Jahr.

In der Agentur herrschte ein rege Vermittlungstätigkeit. Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Oktober um 29 auf 1331 Stellen gesunken, im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 139 freie Stellen weniger. Auch meldeten Arbeitgeber mit 420 Stellen fünf weniger vor einem Jahr. Allerdings gingen seit Januar insgesamt 4055 Stellenangebote ein, gegenüber dem Vorjahr ist das ein Zuwachs von 174 Jobs.

Ergänzend zu gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Lüneburger Agentur auch Angaben.

Den vollständigen Arbeitsmarktbericht lesen Sie hier:  Arbeitsmarktbericht Oktober 2014

 

Schlechtwettergeld

Für Unternehmen in den witterungsabhängigen Branchen verweist Jens Mathias auf das sogenannte Saison-Kurzarbeitergeld (Saison-KuG). Die Schlechtwetterzeit, die für das Saison-KuG ausschlaggebend ist, beginnt für Unternehmen im Gerüstbau bereits am 1. November (Bau-, Dachdeckerhandwerk und im Garten- und Landschaftsbau: 1. Dezember). „Die Unternehmen können mit Unterstützung des Saison-KuG ihr eingearbeitetes Personal und ihre Fachkräfte über die Wintermonate halten und mit den ersten Frühlingsboten die Arbeit wieder aufnehmen“, verdeutlicht Mathias.

One comment

  1. Hunderttausende finden selbst dann keinen Job, wenn es massenhaft offene Stellen gibt. Die Zahl der Kurzzeitarbeitslosen ist in den vergangenen zwölf Monaten um 62.000 gefallen, die der Langzeitarbeitslosen dagegen nur um mickrige 6000, auf 1,054 Millionen.

    Und so wächst der Anteil der Langzeitarbeitslosen wieder, bald dürften vier von zehn registrierten Jobsuchern bereits mehr als ein Jahr lang ohne Arbeit sein. Das Sammelsurium von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen schafft Arbeit offenbar vor allem bei denen, die es verwalten und betreiben – und nicht bei jenen, denen geholfen werden soll.

    Wenn die Bundesagentur für Arbeit dennoch eine „stabile Entwicklung“ bejubelt, dann ist das vor allem eines: zynisch.