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Als Vorzugsvarianten für die Verkehrsführung der
geplanten Elbbrücke zwischen Neu Darchau und Darchau gelten die beiden kombinierten Linienverläufe N4/S3 und N4/S2. Auf die Brückenplanung nehmen nun auch die Planungen für den Deichbau Rücksicht. Foto: Grafik: landkreis/meiferts
Als Vorzugsvarianten für die Verkehrsführung der geplanten Elbbrücke zwischen Neu Darchau und Darchau gelten die beiden kombinierten Linienverläufe N4/S3 und N4/S2. Auf die Brückenplanung nehmen nun auch die Planungen für den Deichbau Rücksicht. Foto: Grafik: landkreis/meiferts

Deichverlauf harmoniert mit Brückenplänen

dth Lüneburg/Darchau. Es hätte auch anders kommen können. Doch die jetzt vorgesehene Deichlinie im neuen Hochwasserschutzkonzept für Neu Darchau spielt dem Landkreis Lüneburg bei der Planung der Elbbrücke sogar in die Hände. Der Landkreis Lüneburg hatte zuletzt die Planungen des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) abgewartet. Denn die Deichlinie ist entscheidend, ob die Vorlandbrücke für die Elbe-Querung zwischen Darchau und Neu Darchau länger und damit teurer ausfallen müsste. Zumindest bei dem Punkt atmet nun nicht nur Lüneburgs Erster Kreisrat Jürgen Krumböhmer auf: „Der dargestellte Deichverlauf harmoniert mit unseren Vorzugsvarianten für die Brücke.“ Zumindest für das NLWKN ist das offenbar keine Überraschung.

Im vom Landkreis durchgeführten Raumordnungsverfahren wurden für die Verkehrsführung der Brücke sieben Nordvarianten (N1 bis N7) durchgespielt in Kombination mit drei Südvarianten (S1 bis S3) als Ortsumfahrungen Neu Darchaus. Hinzu kamen in der Betrachtung zwei reine Brückenvarianten (B1 und B2). Wie berichtet, kristallisierten sich als Favoriten die Kombinationen N4/S2 und N4/S3 heraus. Dabei führt die Zufahrtsstraße jeweils um den Hauptort Neu Darchau herum und kommt schließlich im Ortsteil Katemin an. Lediglich bei der Variante S1 würde die Brückenzufahrt auch einen Schlenker um Katemin machen.

Laut Erstem Kreisrat Krumböhmer komme die vorgesehene Deichlinie für Neu Darchau den Ortsumfahrungen der Varianten S2 und S3 entgegen.

Das Rekordhochwasser 2013 hatte den Handlungsbedarf für einen Hochwasserschutz für Neu Darchau offenkundig gemacht. Der Landkreis ging frühzeitig auf den NLWKN zu, um über die Brückenpläne zu informieren. NLWKN-Sprecher Achim Stolz sagt dazu: „Wenn man weiß, dass zwei solche Großprojekte entstehen, ist es sinnvoll, wenn sich die Vorhabenträger abstimmen. Wenn wir bei der Deichplanung so tun würden, als gäbe es die Brückenplanung nicht, wäre das fahrlässig.“

Neben der favorisierten Verkehrsführung der Brücke habe das NLWKN für die Deichplanung auch die Auswirkungen eines Brückenbauwerks auf die Hydraulik berücksichtigt, den Verlust von Überschwemmungsflächen bis hin zu Änderungen im Strömungsverhalten der Elbe.

Die geplante Deichtrasse hat eine Länge von rund drei Kilometern. Die erste grobe Schätzung für den Kostenrahmen für Planung, Grunderwerb bis zum Bau eines Kleinstschöpfwerks für den Kateminer Mühlenbach beläuft sich derzeit auf rund sieben Millionen Euro. Stolz skizziert den Verlauf: „Die geplante Deichtrasse für den Hochwasserschutz in Neu Darchau beginnt am bestehenden Deich in Walmsburg und folgt dem vorhandenen Wirtschaftsweg, um dann in gerader Linie über die landwirtschaftlichen Nutzflächen bis zur Straße Am Werder zu führen. Dort knickt die Trasse ab, quert den Kateminer Mühlenbach und verläuft dann im Bereich des vorhandenen Baugebietes bis zum Göpelhaus.“

Im Bereich der Göpelhauses soll allerdings wegen des Geländes auf Spundwände zum Hochwasserschutz gesetzt werden. Dazu gehörte im Anlegerbereich auch ein sogenannter Deichschart, eine Durchfahrt mit einem hochwassersicheren Tor. Dieser Umstand spricht laut Krumböhmer für die Brückenvorzugsvarianten mit Ortsumfahrung und schwächt die reinen Brückenvarianten. Denn entweder müsste die Brücke dann über die Hochwasserschutzwand hinüberreichen und würde mit der Vorlandbrücke so lang, dass sie in die vorhandene Wohnbebauung im Ort hineinreichen müsste. Oder die Brücke fiele kürzer aus und endete vor dem Hochwasserschutz-Tor und wäre bei Hochwasser nicht mehr erreichbar.

Mit Blick auf die Deichtrasse sagt Achim Stolz: „Für den genauen Verlauf sind noch Detailplanungen erforderlich.“ Planungsmittel hat der NLWKN bereits beantragt, geht aber davon aus, dass das Planfeststellungsverfahren nicht vor Ende 2015 starten wird.

In einer Verwaltungsvereinbarung mit der Samtgemeinde Elbtalaue soll dem Kreis unterdessen erlaubt werden, Baugrunduntersuchungen für die Brücke voranzutreiben. Die Ergebnisse sollen der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr dienen, eine neue Kostenschätzung zur Elbbrücke im Frühjahr 2015 vorzulegen.