Aktuell
Home | Lokales | Halloween im Pfarrhaus
Mit viel Fantasie testete die evangelische Jugend den Mut der Besucher des In­- und Outdoor-Parcours zum Thema "Fürchte Dich nicht". Foto: cw
Mit viel Fantasie testete die evangelische Jugend den Mut der Besucher des In­- und Outdoor-Parcours zum Thema "Fürchte Dich nicht". Foto: cw

Halloween im Pfarrhaus

cw Reinstorf. Sie waren zum Fürchten: Leichenblass, über und über mit Blut besudelt und ausgestattet mit äußerst beängstigenden Äxten und Messern. Die evangelische Jugend der Kirchengemeinde Reinstorf hatte wirklich alles gegeben: Täuschend echte Schminke verwandelte die harmlosen Jugendlichen von nebenan in gruselige Albtraumgestalten. Der Grund: Eine etwas andere „Challenge“ im Vorfeld von Reformationstag und Halloween am 31. Oktober, der sich das mutige Publikum stellte.

Pfarrhaus und -garten waren in einen In- und Outdoor-Parcours umgestaltet worden. Mit viel Sinn für die tief sitzenden Ängste im Menschen entwarfen die Jugendlichen eine Geschichte und einen Schauplatz, die den Besuchern einiges abverlangte.

Die Geschichte war schlicht, aber effektiv: Vor langer Zeit sei ein Pastor in diesem Gebäude wahnsinnig geworden, hieß es. In verschiedenen Räumen fanden sich Stationen aus dem Leben des erfundenen Pastors: eine Psychiatrie, eine Beerdigung, ein Spiegelkabinett, ein Kirmes-Stand, ein Puppenbaum, eine Schlachterei und vieles mehr. Dazu gab es passende Musik, die die Szenerie untermalte, und sehr begeisterte Gruselgestalten, die quasi aus dem Nichts auftauchten.

Jeweils fünf Besucher wurden als Gruppe eingelassen und mussten sich dem Schrecken stellen. „Dazu gab es dann Einzelchallenges, bei denen sich die Teilnehmer von ihren Gruppen entfernen mussten“, berichtete Pastor Renald Morié. Gleich bei der ersten ging es darum, einen Stein mit der leuchtenden Aufschrift „Fürchte Dich nicht“ zu finden.

Denn das war die Botschaft des Tages: „Dieser Satz wird in der Bibel oft genannt und wir haben uns gefragt, wie es gelingen kann, Angst und Furcht auszuhalten“, erklärte Morié. „Die reformatorische Botschaft von dem rettenden Gott tritt so in die unmittelbare Auseinandersetzung mit einem Geisterglaube – auf dem Kampfplatz Seele.“

Sechs Wochen lang feilten die Jugendlichen an den Details. Allein zwei Tage dauerte der Aufbau, bei dem rund 700 Quadratmeter Silofolie zu Sichtschutzwänden verarbeitet wurden. Doch der Einsatz hatte sich gelohnt: Rund 120 Teilnehmer stellten sich ihren Ängsten und wurden bei der letzten Station von Pastor Morié gesalbt, um sie daran zu erinnern, was Gott dem Menschen versprochen hat. Den Stein durften sie als Erinnerung mitnehmen.

Insgesamt kamen rund 400 Euro Einnahmen durch Eintritt, Tomatensuppe, Hotdogs und Punsch zusammen. Das Geld fließt in das Projekt Action KidZ „Gegen Kinderarbeit in Peru“ der Kindernothilfe.