Mittwoch , 28. September 2016
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Nach 50 Jahren entspricht das Waldbad technisch in mancher Hinsicht nicht mehr den gesetzlichen Vorgaben. Derzeit genießt es noch Bestandsschutz, doch die Filteranlage muss jetzt für rund 300 000 Euro ausgetauscht werden. Foto: cw
Nach 50 Jahren entspricht das Waldbad technisch in mancher Hinsicht nicht mehr den gesetzlichen Vorgaben. Derzeit genießt es noch Bestandsschutz, doch die Filteranlage muss jetzt für rund 300 000 Euro ausgetauscht werden. Foto: cw

Neue Filter für das Waldbad

cw Alt Garge. 2003 wäre es beinahe geschlossen worden, doch das Waldbad Alt Garge hat dank des Fördervereins überlebt und feierte im Juli seinen 50. Geburtstag mit einem großen Fest. Doch auch die Technik und die Bauten haben inzwischen ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel. Vor allem die Filteranlage ist marode.

Davon überzeugten sich die Mitglieder des Bauausschusses bei einer Begehung mit Projekt-ingenieur Thomas Hesse. Der stellte der Anlage ein schlechtes Expertenzeugnis aus. „Wir haben starke Korrosionsschäden an den Filtern, Undichtigkeiten und auch die Absperr-Armaturen sind nicht mehr sicher“, sagte er. Dazu kommt: Die ganze Technik passt auch nicht mehr zu den aktuellen gesetzlichen Vorschriften. Ein Eins-zu-eins-Austausch sei schlicht nicht möglich. „Seit 2012 gibt es aber eine Öffnungsklausel für Freibäder, doch dafür muss über fünf Jahre dokumentiert werden, dass mindestens1700 Personen pro Saison das Bad besucht haben“, sagte Hesse. Was in Alt Garge kein Problem sein dürfte.

Auf der Basis dieser Klausel kommen für Hesse drei mögliche Handlungsvarianten in Frage: Die Sanierung und Ertüchtigung der alten Filter, neue Filter aus speziellen, chlorresistenten GFK-Kunststoff oder der Neubau von Saugfiltern. Der Ingenieur empfahl die mittlere Variante. Die Kostenspanne liegt dafür zwischen 266000 bis 312000 Euro.

Das ließ die Politiker erst einmal schlucken. „Ich hätte gerne eine Aufstellung der Kosten, die in nächster Zeit anfallen“, sagte Heiko Borgert (Grüne). „Wenn so viele Dinge im Waldbad marode sind oder nicht mehr dem Gesetz entsprechen, müssen wir doch den Überblick haben, was da auf uns zukommt.“

Das hätte der Moment sein können, in dem das Waldbad erneut auf den Prüfstand gestellt würde. Doch der Förderverein konnte durchatmen. „Die Filteranlage ist das Herzstück des Waldbades, das müssen wir einfach machen, schon um dem Förderverein den Rücken zu stärken“, stellte Axel Kastens (CDU) klar. Bürgermeister Jens Böther (CDU) beruhigte im Hinblick auf mögliche andere Mängel: „Wir haben ja erst einmal Bestandsschutz für das Bad.“ Er arbeitet bereits an Lösungen für eine schrittweise Sanierung: Ihm schweben beispielsweise Finanzierungshilfen über das neue Leaderprogramm vor.

Damit das Waldbad in der kommenden Saison pünktlich öffnen kann, müssen die Filter noch im Winter ausgetauscht werden. Die 278000 Euro dafür sollen als überplanmäßige Ausgabe in den Haushalt eingestellt werden. „Eine Deckung ist vorhanden“, erklärte Böther. Darüber wird der Finanzausschuss bei seiner nächsten Sitzung beraten.