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Weg zur Tagesmutter wird teurer

us Lüneburg. 250 Tagesmütter und -väter gibt es aktuell in Stadt und Landkreis Lüneburg, 80 davon allein in der Hansestadt. In der Regel betreuen sie Kinder berufstätiger Eltern, zumeist in Kleingruppen mit bis zu fünf Kindern. Der Bedarf an qualifizierten Betreuern ist groß, die Tagespflegepersonen vor allem in der Hansestadt sind gut ausgelastet, Eltern müssen Wartezeiten in Kauf nehmen, wie Dagmar Oertzen vom Evengelisch-lutherischen Kindertagesstättenverband Lüneburg weiß. Seit 2012 ist der Verband unter anderem für die Qualifikation der Kindertagespflegepersonen zuständig. Aktuell gibt es 35 neue Interessenten für den Job als Kindertagespflegemutter oder -vater, noch in diesem Monat soll ein neuer Kursus starten. Doch auf sie wartet unter Umständen eine unliebsame Überraschung: Die Stadt will die Teilnehmergebühr erhöhen, und zwar um mehr als das Doppelte.

Von 223 Euro auf 480 Euro soll die Gebühr steigen, so sieht es eine Vorlage der Stadt vor, die im Jugendhilfeausschuss am 11. November behandelt werden soll. Hintergrund für die deutliche Anhebung des Teilnehmerbeitrags sind Veränderungen in der Finanzierungsplanung zwischen dem Kindertagesstättenverband einerseits und der Stadt und dem Landkreis als Jugendhilfeträger andererseits. Diese zahlen an den Verband einen jährlichen Zuschuss von je 40000 Euro, er selbst trägt 15000 Euro bei. Weitere 28000 Euro kommen aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF). Doch sowohl der Eigenanteil des Verbands als auch die ESF-Mittel stehen ab Ende dieses Jahres nicht mehr zur Verfügung.

Um den entstehenden Fehlbetrag von 43000 Euro abfedern zu können, müssten Stadt und Landkreis je 21500 Euro mehr zahlen, auf jeden Träger kämen damit künftig 61500 Euro pro Jahr zu. Das ist der Stadt offenbar zu viel, sie will deshalb nicht nur die Teilnehmergebühr erhöhen, auch die Öffnungs- und Beratungszeiten sollen um acht Stunden pro Woche reduziert werden. Dadurch sollen Einsparungen in Höhe von 25000 Euro erzielt werden. Die verbleibenden 18000 Euro sollen dann von beiden Kommunen zu gleichen Teilen übernommen werden.

Ob der Jugendhilfeausschuss dem Beschlussvorschlag der Stadt folgen wird, bleibt abzuwarten. Die Stadt weist in ihrer Vorlage aber schon mal vorsorglich darauf hin, dass auch die dann erhöhten Kursgebühren mit 3 Euro pro Kursstunde noch deutlich unter vergleichbaren Kursgebühren der Volkshochschule liegen, die von der Stadt mit 8,50 bis 10 Euro beziffert werden.