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Showtime: Debbie Shippers, Finalistin bei Voice of Germany, und Peer Frenzke. Foto: t&w
Showtime: Debbie Shippers, Finalistin bei Voice of Germany, und Peer Frenzke. Foto: t&w

Lünale hat ihren eigenen Charme +++ mit LZplay-Video

cst Adendorf. Die Lünale entwickelt ihren eigenen Charme, übt seit ihrer Premiere 2010 große Anziehungskraft aus. Es geht bei der Gala zwar um die Verleihung der vier wichtigsten Wirtschaftspreise der Region, was oberflächlich betrachtet erst einmal wie eine stocksteife Veranstaltung anmutet. Aber diese Sichtweise würde dem Charakter der Lünale, die im jährlichen Wechsel im Lüneburger Seminaris-Hotel und im Adendorfer Castanea Resort Hotel stattfindet, überhaupt nicht gerecht.

Davon konnten sich am Freitag Abend, 14. November, diesmal wieder in Adendorf, die fast 300 Gäste überzeugen. Da kommt eine gut gelaunte Runde zusammen, Existenzgründer wie altgediente Unternehmer, Start-Ups wie Platzhirsche, Verwaltungsgrößen wie Medienleute, Studenten wie Politiker, Preisstifter wie Preisträger. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Lüneburg (WLG) als Veranstalterin muss bereits kräftig auf die Bremse treten, weil die Nachfrage nach Eintrittskarten die Kapazität der verfügbaren Räumlichkeiten bei weitem übersteigt.

Die Idee, die Kräfte der mittelständischen Wirtschaft in der Region zu bündeln und dieser Stärke mit einer Gala Ausdruck zu verleihen, bleibt unverwässert. Aber die Lünale ist mehr geworden. Eine griffige Marke sowieso, eine Kontaktbörse für die Wirtschaft, eine Austauschplattform in entspannter Atmosphäre, ein Forum gespickt mit interessanten Informationen. Umrahmt von kulinarischen Genüssen, nicht zuletzt aber auch so beliebt wegen ihres ungewöhnlichen Musikprogramms, gestaltet von Teilnehmern des Schülermusikwettbewerbs des Landkreises. Im Castanea diesmal professionell angereichert durch Peer Frenzke und Debbie Schippers, nicht nur den Anhängern der 1st Class Session ein Begriff.

Durch das Programm der Lünale, unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) stehend, führt Regine Schramm vom Lüneburger NDR-Studio. Diesmal hieß sie als Vertreter des Schirmherren dessen Finanzminister Peter-Jürgen Schneider willkommen. Der unterstrich in seinem Grußwort das, was Mittelständler besonders gerne hören: ,,Die inhabergeführten mittelständischen Unternehmen sind die Basis für Wohlstand und Beschäftigung. Hier fand in den letzten Jahren das Wachstum statt, das dem regionalen Arbeitsmarkt wichtigste Impulse gab.“

Applaus auch vom Minister gab es für die Preisträger, die ebenfalls typisch Lünale neben einer Kurzlaudatio mittels Videoeinspielungen vorgestellt werden. Diesmal Birgit Schmidt („Von Herzen“), die den Impulspreis für die erfolgreichste Gründung erhielt. Oder Nina Henkel, Daniela Blenke, Lisa Krause, Juliane Rohlfing und Pauline Rönnspieß, Gewinnerinnen des Leuphana Ideenpreises für ihre App-Entwicklung „Craftmatch“. Über den Handwerks-preis durfte sich Dirk Kaiser freuen, dessen in Reppenstedt angesiedelte Haustechnik- und Massivbaufirma die Jury unter dem Themenschwerpunkt „Generationenfreundliche Betriebe“ am meisten überzeugte. Mit dem seit mittlerweile zehn Jahren in Lüneburg verliehenen Mittelstandspreis reihte sich das Soltauer Familienunternehmen Röders GmbH nahtlos in das Who is who der bisherigen Preisträger ein.

Die Ausrichtung der Lünale ist eine aufwendige und kostspielige Angelegenheit. Niemand weiß das besser als Geschäftsführer Jürgen Enkelmann und sein Team von der WLG. Sie sind nicht nur zuständig für die auch gestern wieder perfekte Organisation. Der WLG obliegt es ferner, die Interessen der Beteiligten zu koordinieren und Sponsoren zu aquirieren. Ohne deren Unterstützung und die Öffentlichkeitsarbeit der Medienpartner Landeszeitung und Radio ZuSa wäre eine solche Veranstaltung im fünfstelligen Euro-Bereich gar nicht möglich.

 

Die Preisträger

Impulspreisträgerin Birgit Schmidt mit Karl-Reinhold Mai (l.) von der Sparkasse und Heiko Ernst von der Volksbank. Sie hat „Von Herzen“ in Brietlingen und Lauenburg gegründet.
Impulspreisträgerin Birgit Schmidt mit Karl-Reinhold Mai (l.) von der Sparkasse und Heiko Ernst von der Volksbank. Sie hat „Von Herzen“ in Brietlingen und Lauenburg gegründet.

Den Impulspreis für die erfolgreichste Gründung, gestiftet von Sparkasse und Volksbank, nahm Birgit Schmidt für ihr „Von Herzen Geschenke Frühstück & Café“ entgegen. Mit ihren Geschäften in Brietlingen und seit Mai auch in Lauenburg, hat sie sich einen Lebens­traum erfüllt. Ihr Konzept: Kunden sollten nach Herzenslust stöbern, individuelle Geschenke einkaufen und dabei Kaffee, hausgemachten Kuchen und Snacks genießen. Schrittweise hat „Von Herzen“ sein Angebot mit Events erweitert.

 

 

Klaus Dützmann (r.) von der Adank-Stiftung und Sabine Johannsen (r.) von der N-Bank überreichen Lisa Krause und Pauline Rönnspieß den Leuphana Ideenpreis.
Klaus Dützmann (r.) von der Adank-Stiftung und Sabine Johannsen (r.) von der N-Bank überreichen Lisa Krause und Pauline Rönnspieß den Leuphana Ideenpreis.

Der Leuphana Ideenpreis für die beste Gründungsidee des Jahres wurde der Smartphone-App „Craftmatch“ zuerkannt. Die App soll Handwerksunternehmen und Lehrstellenbewerber zusammenführen. Die Idee wurde von dem Studentinnen-Quintett Nina Henkel, Daniela Blenke, Lisa Krause, Juliane Rohlfing und Pauline Rönnspieß entwickelt. Der Ideenpreis wird von der Rainer Adank Stiftung ausgelobt, die NBank trat dabei erstmals als Unterstützerin des Preises auf.

 

 

Thomas Piehl (Sparkasse, l.) und Fedor Zimmermann (Volksbank) haben Handwerkspreissieger Dirk Kaiser (2. v. l.) , und den Präsidenten der Handwerkskammer, Detlef Bade, in die Mitte genommen.
Thomas Piehl (Sparkasse, l.) und Fedor Zimmermann (Volksbank) haben Handwerkspreissieger Dirk Kaiser (2. v. l.) , und den Präsidenten der Handwerkskammer, Detlef Bade, in die Mitte genommen.

Über den Handwerkspreis, der diesmal den Schwerpunkt auf „Generationenfreundliche Betriebe“ setzte, darf sich die Dirk Kaiser Haustechnik und Massivbau GmbH aus Reppenstedt freuen. Ihre Leistung überzeugte die Jury des ebenfalls von Sparkasse und Volksbank gestifteten Preises. Seit mittlerweile zwölf Jahren haben sich Kaiser und sein Team vor allem der Modernisierung von Bädern verschrieben. Besondere Fähigkeiten entwickelte der Handwerksbetrieb bei altersgerechten Badinstallationen.

 

 

Über den renommierten Mittelstandspreis freut sich der Soltauer  Jürgen Röders (M.), der das Unternehmen Röders GmbH in sechster Generation führt,  mit Laudator Ralph G. Matzen (r.) und Siegfried Ziehe.
Über den renommierten Mittelstandspreis freut sich der Soltauer Jürgen Röders (M.), der das Unternehmen Röders GmbH in sechster Generation führt, mit Laudator Ralph G. Matzen (r.) und Siegfried Ziehe.

Den Mittelstandspreis nimmt die Soltauer Firma Röders GmbH mit nach Hause. Das Familienunternehmen, dessen Ursprung in einer Zinngießerei lag, vereint in seiner 200-jährigen Geschichte Tradition und Innovation. Die Röders GmbH leistet mit ihren Produkten einen Beitrag zur zeitgemäßen Tisch- und Wohnkultur. Der Schwerpunkt der Firma liegt heute allerdings in der Fertigung technischer Teile aus Druck- und Spritzguss, hergestellt auf Hochgeschwindigkeitsfräsmaschinen. Eingesetzt werden sie z.B. in Leuchtdioden, in der Dentaltechnik oder in der Uhrenindustrie. Darüber hinaus werden Blasformen für PET-Flaschen produziert. Inzwischen arbeiten über 450 Mitarbeiter in Deutschland, den USA, China, Frankreich und Vietnam bei Röders. Der Preis wird vom Wirtschaftsforum Lüneburg verliehen.

>>>FOTOGALERIE LÜNALE 2014

Hebrok-Stiftung
Besonderen Raum widmete die Lünale der Arbeit der Hebrok-Stiftung. Die von Unternehmer Karl-Heinz Hebrok („Cartoflex“/“Lünewell“) ins Leben gerufene Stiftung unterstützt seit mehr als einem Jahrzehnt Schüler aus oft schwierigen sozialen Verhältnissen mit Stipendien, finanzierte unter anderem aber auch maßgeblich die „Sommerakademie“, in der gemeinsam mit der Universität Schulabgänger auf ihren Weg ins Berufsleben vorbereitet werden.
Jüngstes und bislang größtes Projekt der Stiftung ist der Umbau und die Renovierung eines Gutshauses in Nachbarschaft zum SOS-Hof Bockum in Rehlingen. Die Stiftung hat das einstige Haus der Familie von Hardenberg im Lopautal vergangenes Jahr erworben. Hier sollen insbesondere Schulklassen künftig die Möglichkeit erhalten, im Rahmen von Projektwochen unterschiedliche Berufsbilder und altes Handwerk kennenzulernen. Dabei ist auch eine enge Zusammenarbeit mit dem Hof Bockum, der sich um Menschen mit Handicap kümmert, ins Auge gefasst. Die Lünale-Gäste bekamen in einem Kurzfilm Einblick in die Stiftungsarbeit und auch in das Familienunternehmen Hebrok, das im Industriegebiet Hafen für 23 Millionen Euro eine weitere Produktionsstätte errichtet hat. Die von Vater Karl-Heinz und Sohn Matthias Hebrok gemeinsam geführte Gruppe beschäftigt insgesamt 200 Menschen.
Für das Stiftungs-Haus in Rehlingen startete die WLG auf der Lünale eine Spendenaktion die bis zum 14. Dezember läuft. Der Ertrag fließt der Hebrok-Stiftung zu. Unter den Spendern wird ein hochwertiges Fahrrad in Lünale-Optik verlost. Das Unikat stammt aus einer Lüneburger Fahrradmanufaktur.
Ein Video von der Lünale 2014 finden Sie ab Montag auf der Seite www.LZPlay.de cst