Dienstag , 27. September 2016
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An der Grundschule Häcklingen soll es bald ein Ganztagsangebot geben. Dafür ist das Gebäude zu klein, ein Anbau soll her. Foto: t&w
An der Grundschule Häcklingen soll es bald ein Ganztagsangebot geben. Dafür ist das Gebäude zu klein, ein Anbau soll her. Foto: t&w

Auf dem Weg zur Ganztagsschule

mm Lüneburg. Die Grundschulen Häcklingen und Hasenburger Berg wollen zu offenen Ganztagsschulen werden. Der dafür erforderliche Ausbau war jetzt Thema im Schulausschuss des Rates.

In Häcklingen sollen an drei Wochentagen Angebote bis 15 Uhr geschaffen werden. Danach soll weiterhin das kostenpflichtige Betreuungsangebot des Vereins PädIn bis 16.30 Uhr zur Verfügung stehen. „Wir wollen eine möglichst familiäre Situation während des Ganztagsbetriebes am Nachmittag erreichen“, bekräftigt Rektorin Barbara Hinzmann. Dafür sollten anstelle einer Mensa, die anfangs geplant war, nun drei sogenannte Ganztagsräume eingerichtet werden.

Während der nachmittäglichen Betreuung sollte eine feste Person in den Räumen zugegen sein, die für die Kinder zentrale Anlaufstellen sein sollen, wo sie auch zu Mittag essen. Weiter sollten die Räume Ruhezone und multifunktional nutzbar sein. Das Werben um das veränderte Raumkonzept ohne Mensa stieß bei den Ausschussmitgliedern auf offene Ohren. Sie segneten den Beschlussvorschlag einstimmig ab. Geplant ist nun, den Ganztagsbetrieb zum Schuljahresbeginn 2015/16 in allen vier Jahrgängen aufzunehmen. Dafür muss die Schule wachsen. Platz für einen Erweiterungsbau ist auf einer Fläche zwischen der alten Schule und einem angrenzenden Hausgrundstück, der Ausbau könnte 2017 abgeschlossen sein.

Auch an der gemessen an der Schülerzahl 355 größten Lüneburger Grundschule am Hasenburger Berg muss für zusätzliche Nachmittagsangebote umgebaut werden. „Das Gebäude ist äußerst sanierungsbedürftig, im momentanen Zustand lässt sich ein Ganztagsbetrieb nicht bewerkstelligen“, sagt Schulleiterin Marianne Borowski. Es es notwendig, Fläche für zusätzliche Räume sowie einen Küchen- und Mensabereich zu gewinnen. Mit der Planung werde ein Architektenbüro beauftragt, zum nächsten Schuljahr soll der erste Jahrgang loslegen. Oberbürgermeister Ulrich Mädge stellte in Aussicht, dass mit den Umbaumaßnahmen wohl spätestens zum Sommer begonnen werden könne. Ausschussmitglied Susanne von Stern (CDU) merkte an, dass auch die Turnhalle vergrößert werden müsse. In der Vergangenheit war nicht immer ausreichend Platz für alle Klassen, einige mussten auf andere Sporthallen ausweichen. Mädge kündigte an, dass „eine bedarfsgerechte Sporthalle“ gebaut werde.

Für die Koordination des neuen Konzepts an der Grundschule Hasenburger Berg sollten nach Wunsch von Schulleitung und Vorstand auch drei Koordinatoren aus dem schulischen Bereich eingestellt werden. Dem Beschlussvorschlag folgten die Ausschussmitglieder ebenfalls einstimmig.

Anders als in Häcklingen und Hasenburger Berg liegen derzeit die Dinge an der IGS Lüneburg. Die offene Form des Ganzschultages soll zu einem teilgebundenen Angebot werden. Die Konsequenz: Die Schüler müssten an drei Nachmittagen an Angeboten teilnehmen. Mit der Umstellung soll ab dem Schuljahr 2015/16 aufsteigend von Jahrgang 5 begonnen werden. Durch das teilgebundene Angebot sollen die Schüler mehr Zeit in der Schule verbringen und unter professioneller Anleitung Hilfe bei individuellen Aufgaben erhalten. Denkbar sei, dass Hausaufgaben dafür wegfallen, sagt Schulleiter Klaus-Peter Hummes. Auch dieses Ansinnen fand die einstimmige Zustimmung des Ausschusses.

Empfehlung für Schullaufbahn entfällt

Über Neuerungen des Niedersächsischen Schulgesetzes informierte der Erste Stadtrat Peter Koch im Schulausschuss. Anfang November hat die Landesregierung das Gesetz öffentlich vorgestellt. Die wesentlichen Änderungen sind: – Empfehlung für eine Schullaufbahn der Grundschule entfällt: Schüler, die an einer weiterführenden Schule in der sechsten Klasse nicht den erhofften Bildungserfolg haben, können deshalb nicht mehr automatisch runtergestuft werden – Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren – Kosten der Inklusion sollen künftig durch eine Pauschale des Landes an die Schulträger abgewickelt werden, pro Jahr werden dafür in Niedersachsen 30 Millionen Euro aufgewendet.