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Diese beiden kleinen Igel hat Daniel Soetbeer schon gerettet. In seinen Kisten und Kästen ist noch Platz für weitere Tiere. Foto: t&w
Diese beiden kleinen Igel hat Daniel Soetbeer schon gerettet. In seinen Kisten und Kästen ist noch Platz für weitere Tiere. Foto: t&w

Ein Herz für Igel

emi Lüdersburg. Ende Oktober las Daniel Soetbeer in der LZ, dass die Notquartiere für unterernährte und kranke Igel im Kreis Lüneburg bereits voll seien. Der 32-jährige Tierfreund fasste sich ein Herz und bot über das Lesertelefon der Landeszeitung spontan seine Hilfe an. Inzwischen schlafen, futtern und krabbeln 20 kleine und größere Stacheltiere unter Stroh und Laub in seinem Garten, in selbst gebauten Kästen im Freien sowie Kisten im Wohnzimmer. Viele Stunden am Tag verbringt Soetbeer damit, die Tiere zu füttern, zu pflegen und zum Tierarzt zu fahren. Eine Herzensangelegenheit, die jedoch ins Geld geht.

Weil sie die finanziellen Mittel allein nicht mehr aufbringen konnte, musste vor drei Jahren schon Veronika Marten ihre Igelnothilfe in Deutsch Evern aufgeben. Danach wussten viele Lüneburger lange Zeit nicht, wohin im Kreis sie schwache und verletzte Tiere bringen sollten. In Ochtmissen bietet Claudia Erdmann den Igeln zwar Unterschlupf auf ihrem Grundstück, doch die Expertin ist bereits völlig ausgelastet. Thomas Mitschke, Vorsitzender der Nabu-Kreisgruppe Lüneburg, ist deshalb froh, dass es mit Daniel Soetbeer wieder jemanden gibt, der „ein Herz für Tiere hat und sich kümmert“.

Daniel Soetbeer würde gern noch weitere Igel aufnehmen. „Für mich ist die Pflege kein Stress, sondern ein Hobby. Ich kann nicht ohne Tiere leben. Außerdem habe ich den Platz.“ Auch wenn der junge Mann allmählich an seine finanziellen Grenzen gerät. Mitschke hat deshalb vor, ein Netzwerk aufzubauen und Spenden zu sammeln, um die Helfer nicht auf den Kosten sitzen zu lassen.

„Wenn jetzt noch Igel gefunden werden, sind sie wirklich in Gefahr“, mahnt Soetbeer. Denn gesunde Igel halten je nach Wetterlage ab Mitte November bis Mitte April Winterschlaf.

Weitere Infos: www.igelkomitee-hamburg.de, Notfallnummer: 040/5404807.