Aktuell
Home | Lokales | Nikolausaktion in Artlenburg: Chapeau für Riesen-Mütze + + + Mit LZplay-Video
Rund 1,7 Meter im Durchmesser misst die XXL-Nikolausmütze, die Artlenburgs Bürgermeister Rolf Twesten jetzt auf die Litfaßsäule aus Beton am linken Elbeufer hat hieven lassen. Foto: t&w
Rund 1,7 Meter im Durchmesser misst die XXL-Nikolausmütze, die Artlenburgs Bürgermeister Rolf Twesten jetzt auf die Litfaßsäule aus Beton am linken Elbeufer hat hieven lassen. Foto: t&w

Nikolausaktion in Artlenburg: Chapeau für Riesen-Mütze + + + Mit LZplay-Video

dth Artlenburg. Unter dem Beifall von rund 100 Zuschauern betrachteten die Initiatoren stolz ihr Werk: Die Litfaßsäule am Artlenburger Pegelhaus trägt nun seit Sonnabendnachmittag Mütze: Umgerechnet rund 3,8 Kilometer Häkelgarn haben dafür die Artlenburgerinnen Renate Engelhardt und Gudrun Theil verarbeitet, um die überdimensionale Nikolausmütze passend auf die 1,7 Meter breite Unterkon­struktion zu bringen. Die hatte der Artlenburger Bürger- und Dachdeckermeister Rolf Twesten mit einem Kollegen zusammengebaut. Sein Cousin Robert Twesten balancierte mit einem Frontlader die Mütze durch die Luft und setzte sie schließlich sanft auf die Spitze der Säule aus Beton oben am Elb-Deich. Rolf Twesten: „Wenn die Schiffer jetzt hier vorbeikommen und gucken, dann haben die auch ein bisschen Weihnachten.“

Die Idee zu der Aktion lieferte die Artlenburger Künstlerin Maren Löwe: „Ich stand mal vor dieser fantastischen Litfaßsäule und dachte, da muss eine Mütze rauf.“ Für die Idee gewann sie Engelhardt und Theil. Engelhardt sagt: „Mein Hobby ist Stricken und Häkeln in allen Variationen. Da habe ich mich gleich mit eingeklinkt, um das ehrenamtlich für den Flecken Artlenburg zu machen.“ Theil sagt: „Wir haben ungefähr 30 Stunden daran gearbeitet und es hat viel Spaß gemacht.“ Dafür haben sie rund 1600 Gramm Garn zunächst für acht gehäkelte Teilflächen verbraucht und anschließend zusammengenäht. Dabei habe sie etwas dickeres Garn verwandt. Egelhardt: „Es soll ja auch wirken und wind- und wetterfest sein.“

Dass der hölzerne Unterbau auf die Säule wie angegossen passt, freute vor allem Kon­strukteur Rolf Twesten. Für die Aussteifung des Kegels wurden im Inneren vier Böden eingebaut, allein dafür gingen rund 7,5 Quadratmeter Sperrholzplatten mit einer Dicke von 27 Millimetern drauf. Insgesamt belaufe sich der Materialwert auf 300 bis 400 Euro, die aus der Fleckenkasse gezahlt werden. Twesten: „Nicht berechnet sind die vielen ehrenamtlichen Stunden Arbeit, die wir da reingesteckt haben.“
Als die Artlenburger die Mütze mit dem Frontlader drapierten, drehte in Sichtweite auf der Elbe das Fahrgastschiff „Lüneburger Heide“ eine Ehrenrunde, um das kleine Spektakel zu verfolgen. „Wer hat das schon?“ sagte bewundernd Besucherin Christin Gaschler beim Anblick der XXL-Nikolausmütze. Gemeinsam mit ihrem vierjährigen Sohn genoss sie die Veranstaltung „Nikolaus am Pegelhaus“. Mit Glühwein und heißer Suppe sowie beim Grillen an Feuerkörben konnten sich die Besucher aufwärmten. Später erfreute zudem der Nikolaus selbst mit einem Besuch am Elbdeich die Kinder.

Am Anblick der Nikolausmütze sollen sich Anwohner und Besucher noch bis Februar erfreuen können. Und danach? Künstlerin Löwe: „Vielleicht machen wir noch ein großes Sommer-Käppi für die Säule …“ Twesten: „Oder zwei große Hasenohren.“ Auf jeden Fall gibt es für die nächste Weihnachtssaison schon konkrete Pläne. Löwe: „Nächstes Jahr müssen wir noch eine Nikolausmütze machen: Am Ortseingang steht eine weitere Säule.“ Dafür werden noch Sponsoren gesucht.