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Die Zauneidechse hat ihr Revier An der Wittenberger Bahn verloren. Doch in der Nähe gebe es drei Ersatzflächen, die sich als Heimat für die Tiere eignen, argumentiert die Stadt. Foto: nh
Die Zauneidechse hat ihr Revier An der Wittenberger Bahn verloren. Doch in der Nähe gebe es drei Ersatzflächen, die sich als Heimat für die Tiere eignen, argumentiert die Stadt. Foto: nh

Ausgleichsmaßnahmen für Baugebiet Wittenberger Bahn eschaffen – Neue Heimat für Zauneidechse

us Lüneburg. Großes und Neues soll auf dem früheren Gelände An der Wittenberger Bahn entstehen, dort, wo die Stadt ihr Neubaugebiet Ilmenaugarten ausgewiesen hat. Rund 100000 Quadratmeter umfasst das Gelände, lange Zeit bevor die ersten Bagger anrollten, dämmerte es unbeachtet als Bahn- und Gewerbebrache vor sich hin und bot damit idealen Lebensraum für die heimische Tierwelt. Da mit der neuen Nutzung schützenswerte Flächen für Flora und Fauna darunter auch Zauneidechse — verloren gingen, mussten geeignete Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen geschaffen werden. Im Grünflächen- und Forstausschuss des Rates baten die Grünen nun um Informationen zum aktuellen Sachstand, auch im Bauausschuss ging es um Lacerta agilis, die geschützte Zauneidechse.

Drei Ausgleichsflächen sieht die Stadt vor, eine davon am südlichen Ende des Plangebietes. „Die Fläche befindet sich südlich der ­Friedrich-Ebert-Brücke“, erklärte Peter Zurheide, Bereichsleiter Grünplanung. Sie erstreckt sich bis zur Höhe des OHE-Lokschuppens und wird von der Bahnlinie Lüneburg-Soltau gequert. „Da dort erhebliche Altlasten gefunden wurden, die noch entfernt werden, ergibt es noch keinen Sinn, schon mit den Maßnahmen zu beginnen“, sagte Zurheide in der Ausschusssitzung. Diese würden in Angriff genommen, sobald die Flächen frei seien.

Die zweite Fläche erstreckt sich nördlich der Ostumgehung zwischen der Abfahrt Deutsch Evern und der Bahnstrecke Hamburg-Hannover. Das 7000 Quadratmeter große Gelände eigne sich aufgrund seiner geringen Beschattung, wie Zurheide ausführte, „Zauneidechsen mögen Flächen, die sich aufheizen“. Hierfür soll das Gelände weiter optimiert werden, auch soll ein Streifen bis an die Bahnstrecke geschaffen werden, da diese Tiere sich gern auf den Schottersteinen aufhielten.

Eine dritte, etwa zwei Hektar große Fläche hat die Stadt östlich des Elbe-Seitenkanals auf Höhe Ebensberg ausgemacht. Sie ist der Stadt von den Niedersächsischen Landesforsten zur Verfügung gestellt worden.

„Wo sind die Eidechsen, die umgesiedelt werden sollen, geblieben?“, wollte Ernst Bögershausen (Grüne) wissen, ebenso, wie die Tiere die weit entfernt liegenden Flächen finden sollen. „Eidechsen ziehen sich zurück, sobald sie eine Störung verspüren. Doch sie sind noch da“, sagte Zurheide. Beim Monitoring werde der Verbleib der Tiere beobachtet. Die Kosten für die Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen trage der Investor des Ilmenaugartens.

Im Bauausschuss hielt Dr. Gerhard Scharf (CDU) fest: „Gut, dass es Ausgleichsflächen gibt. Aber gehen die Eidechsen dort auch hin?“ Landschaftsplaner Peter Mix meinte, es gebe einen Weg dorthin und ideale Strukturen, so dass die Tiere „dorthin abbiegen“ würden. Das werde nicht von heute auf morgen passieren, aber auch die Untere Naturschutzbehörde fände die Planung gut.

One comment

  1. Ja, das Gelände an der Wittenburger Bahn war ein Naturparadies! Man konnte mitten in der Stadt Zauneidechsen beobachten, ebenso gab es dort auch andere Reptilien und verschiedene, rare Insekten. Ich persönlich bin sehr traurig, dass dort ein Baugebiet entstanden ist. Ob es so lebenswert dort sein wird, wird sich auch noch zeigen. So nahe an der Bahn. Sie wird immer Geräusche machen. Dass die Eidechsen von alleine umsiedeln mag ich zu bezweifeln. Immer mehr Naturoasen verschwinden leider um bebaut zu werden.