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Giftköder gegen Wühlmäuse bringen Mitarbeiter des Artlenburger Deichverbands in Mäuselöcher ein, Hundehalter werden besonders darauf hingewiesen, ihre Hunde an der Leine zu führen. Foto: be
Giftköder gegen Wühlmäuse bringen Mitarbeiter des Artlenburger Deichverbands in Mäuselöcher ein, Hundehalter werden besonders darauf hingewiesen, ihre Hunde an der Leine zu führen. Foto: be

Artlenburg: Mäuse durchlöchern die Deiche

pet Hohnstorf/Elbe. Im Zuge der Herbstschauen, die der Artlenburger Deichverband im Oktober entlang seinen Deichen zwischen Hoopte und Walmsburg durchführte, wurde es offensichtlich: Wühlmäuse haben den Deichen in den letzten Monaten mächtig zugesetzt. „Teilweise sieht das aus wie ein Schweizer Käse“, berichtet Norbert Thiemann, Geschäftsführer des Deichverbands. Seit einigen Tagen gehen seine Mitarbeiter nun dagegen vor: Sie bringen Giftköder aus, um der Plage Herr zu werden.

Gartenbesitzer und Landwirte kennen das Problem mit den Wühlmäusen. „Bei unseren Deichen geht es um Hochwasserschutzanlagen“, weist Thiemann auf die Bedeutung der Deichsicherheit hin. „Der Befall von Wühlmäusen ist in diesem Jahr so extrem wie seit zehn Jahren nicht mehr. Eine Erklärung dafür, warum das in diesem Jahr so ist, haben wir nicht“, so Thiemann.

Die Mitarbeiter des Deichverbands bringen nun Giftweizen an den Deichen aus. „Mit Hilfe einer Legeflinte wird der Giftweizen, jeweils zwei bis drei Körner, in die Mäuselöcher eingebracht, die erkennbar bewohnt sind“, erklärt Norbert Thiemann. Das entspricht der „Ratron“-Produktinformation, wonach das Ausbringen des Giftweizens „nur verdeckt (unterirdisch)“ erlaubt ist.

Zwischen Elbe-Seitenkanal und Hohnstorf haben Deichverbandsmitarbeiter, die dafür speziell ausgebildet wurden, bereits Giftweizen ausgebracht. Als nächstes ist der Bereich um Radegast an der Reihe. „Solange das Wetter offen ist, arbeiten unsere Mitarbeiter weiter. Zusätzlich bringen wir auch noch Aufsitzstangen für Greifvögel an, die sich dann Mäuse greifen können“, sagt Norbert Thiemann.

Sorgen um Hunde und Katzen, die am Deich unterwegs sind, macht sich die Lüneburgerin Manuela Hennecke. Sie hatte über eine Hundeschule, die die Aktion in einem sozialen Netzwerk veröffentlicht hatte, von der Aktion des Deichverbands erfahren. Vorher hatte der Artlenburger Deichverband in Form einer Amtlichen Bekanntmachung über sein Vorhaben informiert und das Ausbringen von Giftweizen im Bereich zwischen Walmsburg und Avendorf sowie am Ilme­naukanal-Deich von Laßrönne (Kreis Harburg) bis nach St. Dionys angekündigt.

Hennecke appelliert an „alle Tierbesitzer, Hund- und Katzenhalter, Eltern und andere Spaziergänger …, die Deichabschnitte mit Vorsicht zu besuchen“. In ihrem Wohnort Laßrönne habe sie jeden, „von dem ich wusste, dass er Hund, Katze, Kinder hat, Bescheid gegeben“. Sie sei schockiert gewesen, „dass nur ein Bruchteil der Bürger von der Aktion“ gewusst habe.

Norbert Thiemann geht im Interesse der Deichsicherheit ohnehin davon aus, „dass alle Hunde angeleint sind“. Darauf hatte der Deichverband auch schon in der Amtlichen Bekanntmachung hingewiesen. Zur Sicherheit werde auch noch, so Thiemann, mit speziellen Hinweisschildern auf den Deichkronen auf das eingebrachte Gift hingewiesen.

2 Kommentare

  1. Jede Wühlmaus hat natürliche Feinde: Wiesel, Fuchs, Iltis, Marder und die Katze. Wenn man die aber heftig jagt, wen wundert dann, dass Mäuse sich stark vermehren? Und wie erkennt der Mäusebussard, dass die Maus auf dem Deich lecker oder vergiftet ist? Wohl gar nicht, denn das Gift tötet ja erst nach Stunden… die Maus und den Greifvogel.

  2. Herr Thiemann geht davon aus, dass jeder Hund angeleint ist auf dem Deich? In einer Traumwelt vielleicht.
    Wir trauen uns mit unserem Hund schon gar nicht mehr auf den Deich, weil dort grundsätzlich *kein* Hund, ob harmlos oder agressiv, angeleint ist und unser angeleinter junger Rüde dann allzu oft das Nachsehen hat (angeleint ist er immer der Unterlegene). Da sollte der Herr Thiemann vielleicht einmal offenen Auges nachsehen gehen, ob mit dieser Aktion nicht doch Hunde, Katzen und andere Räuber gefährdet werden.