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Pia Brüggmann (Mitte) ist angehende zahnmedizinische Fachangestellte und erklärt gemeinsam mit Kollegin Damona Främke (r.) die Besonderheiten des Berufs. Foto: t&w
Pia Brüggmann (Mitte) ist angehende zahnmedizinische Fachangestellte und erklärt gemeinsam mit Kollegin Damona Främke (r.) die Besonderheiten des Berufs. Foto: t&w

Berufsfindungsmarkt in der BBS – Blick in die bunte Arbeitswelt

kre Lüneburg. Wer nicht spurt, muss pumpen: Lehrer, die auf diese Art ihre Schüler zu mehr Disziplin erziehen wollen, würden wohl ein ernsthaftes Problem mit der Schulleitung bekommen. Liegestütze vor der Klasse ist eben keine probate Erziehungsmethode mehr. Trotzdem standen in der BBS I Schülerinnen und Schüler am Dienstag, 10. Dezember, an, um freiwillig Liegestütze und Kniebeugen zu machen. Denn es war der Tag des Ausprobierens und des Mitmachens an allen drei Berufsbildenden Schulen (BBS) in Lüneburg. Der Grund: Die BBS hatten zu ihrem traditionellen Berufsfindungsmarkt eingeladen. Zahlreiche Berufs- und Ausbildungsmöglichkeiten wurden praxisnah präsentiert und so eben auch der Beruf des Sport- und Fitnesskaufmanns.

Wobei Theis Appelbaum gleich mit einem Vorurteil aufräumte. Nämlich dem, dass Sport- und Fitnesskaufleute ihre Arbeitszeit vorwiegend im Sportstudio an den Geräten zubringen: ,,Der Sport- und Fitnesskaufmann ist in erster Linie eine kaufmännische Ausbildung“, klärt der 19-Jährige auf. „Die Arbeit findet größtenteils im Büro statt!“ Trotzdem hatte der Hamburger sichtlich Spaß daran, die Schüler zum Fitnesstest auf die Matte zu bitten: ,,Ein bisschen Fitness kann schließlich nie schaden“, findet Theis Appelbaum.

Die mussten die Jugendlichen aber ohnehin an den Tag legen, um alle drei Schulen abzulaufen, das Informationsangebot war riesig: Das spricht sich augenscheinlich herum. Denn zum Berufsfindungsmarkt an den Lüneburger Berufsbildenden Schulen haben sich nicht nur viele 9. und 10. Klassen aus dem Landkreis Lüneburg angemeldet, ,,sondern auch zusehends aus den Nachbarlandkreisen Uelzen und Harburg“, beobachtete eine Lehrerin der Georg-Sonnin-Schule (BBS II), die zu denen gehörte, die die Schülerströme lenkten. Über die Gründe für dieses gestiegene Interesse kann Matthias Koch, Abteilungsleiter Elektrotechnik an der Georg-Sonnin-Schule nur mutmaßen: ,,Vielleicht liegt es an dem geballten Angebot, das die drei Schulen an nur einem Tag bieten.“

In der BBS II steht die Metall- und Elektrotechnik ganz oben auf der Hitliste der meisten Besucher. Wer will, kann sich aber auch über Berufe wie Betonbauer, Tischler, Kfz-Mechatroniker oder Friseur informieren. ,,Schade, dass die Firmen nicht noch mehr die Gelegenheit nutzen, um hier und heute ihre Berufe vorzustellen“, bedauert Koch.

Dichtes Gedränge auch an der BBS III. Mehr als 30 Ausbildungsberufe werden präsentiert von der Hauswirtschaft über die Pflege- und die Agrarberufe bis hin zur Sozialpädagogik. Mit der Resonanz bei den jugendlichen Besuchern sind die beiden Pädagogen Ann Lüllau und Roland Schmidtlein zufrieden. Vor allem hoffen sie, dass auch die Pflegeberufe ein wenig Werbung für sich machen konnten. ,,Berufe, die in der Zukunft noch an Bedeutung gewinnen werden“, ist Ann Lüllau überzeugt. Zufrieden ist auch BBS-I-Schulleiter Christoph Wendeburg. Ob Sport- und Fitnesskaufmann oder Steuerfachangestellter die Info-Stände sind auch in seiner Schule dicht umlagert. Und noch etwas hatten die drei Lüneburger Berufsschulen gemeinsam: Selten waren an einem Tag so viele Schüler unterwegs.