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Seit zehn Jahren gehört der Landkreis Lüneburg dem Hamburger Verkehrsverbund an  für Berufspendler aber auch die anderen Nutzer macht das vieles einfacher. Foto: t&w
Seit zehn Jahren gehört der Landkreis Lüneburg dem Hamburger Verkehrsverbund an für Berufspendler aber auch die anderen Nutzer macht das vieles einfacher. Foto: t&w

Hamburg fest im Blick – Kreis Lüneburg zählt seit zehn Jahren zum HVV

Im Jahr 1965 wurde der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) gegründet. Es war der erste derartige Verbund der Welt, vier Verkehrsunternehmen waren zum Start dabei. 2002 schlossen sich die nördlich gelegenen Landkreise in Schleswig-Holstein dem HVV an, Ende 2004 kamen in Niedersachsen die Kreise Lüneburg, Harburg und Stade dazu. Am 12. Dezember 2004 trat der Fahrplan in Kraft, der vieles einfacher machte.

pet Lüneburg. Mit Blasmusik, Shanties und der feierlichen Enthüllung des ersten Haltestellenschildes auf dem Marktplatz wurde Ende 2004 der Eintritt der Region Lüneburg in ein neues Zeitalter des Öffentlichen Personennahverkehrs gefeiert es war der Tag des Beitritts zum Hamburger Verkehrsverbund (HVV). Genau zehn Jahre später gilt das Konzept „Eine Fahrkarte, ein Tarifsystem, ein Fahrplan“ als Erfolgsgeschichte.

Das Einzugsgebiet des Hamburger Verkehrsverbunds wurde mit dem Beitritt von Lüneburg, Harburg und Stade von 5100 auf 8700 Quadratkilometer vergrößert, 530000 Einwohner kamen neu dazu. ,,Wir sind seitdem näher dran an Hamburg. Und die Menschen haben sich daran gewöhnt“, erklärte gestern Lüneburgs Landrat Manfred Nahrstedt.

,,Wir reden oft über die Metropolregion Hamburg. Für viele Menschen ist das abstrakt und wenig greifbar. Die Zugehörigkeit zum HVV ist Metropolregion zum Anfassen, die die Bürger direkt spüren“, betonte Harburgs Landrat Rainer Rempe. Wie Manfred Nahrstedt, HVV-Geschäftsführer Lutz Aigner und Dietmar Opalka, Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Nord-Ost-Niedersachsen (VNO), hob er die Vorteile des HVV für die Hamburg benachbarten Regionen hervor. Um 70 Prozent ist die Zahl der HVV-Nutzer aus den Kreisen Lüneburg, Harburg und Stade seit 2004 gestiegen.

Nahrstedt verwies auf knapp 10000 Berufspendler, die täglich aus dem Kreis Lüneburg in Richtung Hamburg fahren, viele mit der Bahn. Beachtlich sei auch die Zahl von fast 1500 Pendlern in der Gegenrichtung. Ohne den HVV und auch die Vorzüge der fast zeitgleich eingeführten Metronom-Züge sei diese Entwicklung und damit verbunden die Attraktivität der Region für zuziehende Hamburger nicht denkbar.

Dabei waren die Verhandlungen zwischen HVV, Landkreis und Stadt Lüneburg über den Beitritt zum Verkehrsverbund vor mehr als zehn Jahren durchaus nicht ohne Probleme verlaufen. Es gab durchaus kritische Stimmen, die darauf hinwiesen, dass der HVV-Beitritt für manche Nutzer auch bedeute, dass sie tiefer in die Tasche greifen müssen. Noch einen Monat vor Inkrafttreten des HVV-Vertrags forderte Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge Nachverhandlungen über bestimmte Tarife, er kritisierte etwa den Wegfall der Sechserkarte und der Familienkarte in ihrer bisherigen Form.

Manfred Nahrstedt ist zwar zufrieden mit der Bilanz des HVV aber noch lange nicht wunschlos glücklich. ,,Es wäre schön, wenn man auch das Amt Neuhaus mit dem Bahnhof Brahlstorf an den HVV anschließen könnte“, sagte er mit Blick zu HVV-Geschäftsführer Lutz Aigner. Derzeit endet das Einzugsgebiet des HVV in Büchen. Schwanheide, Boizenburg und dann eben Brahlstorf liegen außen vor. Aigner signalisierte Gesprächsbereitschaft: ,,Das sollte doch zu lösen sein.“

Noch einen Schritt weiter ging Dietmar Opalka, Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Nord-Ost-Niedersachsen. Auch an die Landkreise Lüneburg, Harburg und Stade angrenzende seien an einem HVV-Beitritt interessiert. In einem Gutachten solle nun geklärt werden, was es kosten würden, wenn auch diese Regionen, etwa Uelzen und Soltau, die keinem anderen Verbund angehören, HVV-Mitglieder würden.

Gern erinnert sich Dr. Stefan Porwol, vor zehn Jahren als 1. Kreisrat in Lüneburg maßgeblich an den Verhandlungen über den Beitritt zum Hamburger Verkehrsverbund beteiligt, zurück. Eine ,,Aufbruchstimmung“ ähnlich wie einige Jahre zuvor im Zuge der Wiedervereinigung habe er damals wahrgenommen.

Dannenberg kommt dazu
Buchstäblich mit einem „großen Bahnhof“ feiert die Stadt Dannenberg/Elbe den kommenden Sonntag: Mit Inkrafttreten des Winterfahrplans übernimmt das Bahnunternehmen ,,Erixx“, Tochter der Osthannoverschen Eisenbahnen AG, von der DB Regio den Betrieb auf der Strecke zwischen Lüneburg und Dannenberg. Statt der ehrwürdigen Triebwagen, die mehrere Jahrzehnte auf dem Buckel haben, fahren künftig hochmoderne Züge des Modells „Curadia Lint 54“ auf der Strecke. Die neuen Dieseltriebwagen sind unter anderem mit Panoramafenstern und barrierefreiem Zugang ausgestattet. Gleichzeitig wird das Tarifgebiet des Hamburger Verkehrsverbunds bis Dannenberg ausgedehnt. Wer von Dannenberg in Richtung Hamburg fährt, kann das künftig mit einem durchgehenden HVV-Ticket tun. Freuen können sich Nutzer der Strecke über teilweise drastische Senkungen der Fahrpreise, so kostet die Fahrkarte von Lüneburg nach Dannenberg (Niedersachsentarif) bisher 11,40 Euro, künftig drei Euro. Kaum verändert hat sich gegenüber dem bisherigen Stand der Fahrplan. Die Fahrtzeit zwischen Lüneburg und Dannenberg beträgt eine Stunde und sieben Minuten mehr geben die Gleise auf der Strecke nicht her. Zwischen vier und fünf Fahrten in beiden Richtungen an allen sieben Wochentagen verbinden auch künftig die Städte Lüneburg und Dannenberg. Die Stadt Dannenberg lädt für Sonntag zugleich zur Einweihung des völlig neu gestalteten Bahnhofsvorplatzes ein, der für fast 850000 Euro umgestaltet wurde. pet