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Der Industriekaufmann und Leuphana-Student Steffen Gärtner bewirbt sich um die Ämter des Bürgermeisters und des Gemeindedirektors in Südergellersen. Zudem ist der 24-Jährige Vorsitzender der Jungen Union im Kreis. Foto: t&w
Der Industriekaufmann und Leuphana-Student Steffen Gärtner bewirbt sich um die Ämter des Bürgermeisters und des Gemeindedirektors in Südergellersen. Zudem ist der 24-Jährige Vorsitzender der Jungen Union im Kreis. Foto: t&w

Student will Bürgermeister werden

dth Südergellersen. Er wäre der jüngste ehrenamtliche Bürgermeister und Gemeindedirektor im Landkreis Lüneburg und einer der jüngsten in Niedersachsen: Der 24-jährige Steffen Gärtner (CDU) rückt als Mitglied in den Gemeinderat Südergellersen nach für den kürzlich zurückgetretenen Andreas Bahlburg (CDU). Gleichzeitig bewirbt Gärtner sich nicht nur um das Ehrenamt des Gemeindebürgermeisters, sondern er möchte auch das Amt des Gemeindedirektors ausfüllen, um die Verwaltungsgeschäfte im Dorf zu halten. Damit könnte die Kommune bares Geld sparen und ihre Handlungsfähigkeit sichern. Bei seinem Vorhaben könne Gärtner auf die Unterstützung der CDU-Fraktion bauen, die im Gemeinderat sieben von elf Sitzen innehat, sagt Lutz Tetau, stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Südergellersen: „Er hat unser Vertrauen.“

Kommunalpolitisch ist Steffen Gärtner, derzeit Student der Ingenieurwissenschaften an der Uni Lüneburg, kein unbeschriebenes Blatt: Der gelernte Industriekaufmann ist seit zweieinhalb Jahren Kreis-Vorsitzender der Jungen Union, der Jugendorganisation der CDU. Gleichwohl betont Gärtner im LZ-Gespräch: „Es kommt nicht darauf, was für ein Parteibuch man hat, sondern was für Ideen.“ Sollte er vom Rat für den Rest der laufenden Wahlperiode bis Ende 2016 zum Bürgermeister „der schönsten Gemeinde in Gellersen“ gewählt werden, sähe er einen Schwerpunkt der künftigen Gemeindepolitik bei der Umsetzung des Dorferneuerungskonzeptes Heiligenthal. Zudem wolle er sich dafür einsetzen, „dass wir keine 200 Meter hohen Windräder vors Dorf gesetzt bekommen, Windkraft ja, aber mit Maß“. Zudem strebt er an, dass die Gemeinde Südergellersen „als am stärksten betroffene Gemeinde im Kreis“ eine Rolle spielt beim „Dialogforum Schiene Nord“, das über die Y-Trassen-Alternativen befinden soll.

Im Ort müsse der Fokus neben dem Breitbandausbau auf der Stärkung der Vereine und Verbände sowie der Feuerwehr liegen. „Und die Straßen- und Gehwegsanierung muss vorangetrieben werden“, so Gärtner.

Angesichts der vielen Herausforderungen sei es umso wichtiger, dass auch das Amt des Gemeindedirektors in Südergellersen bleibe. Sonst würde der Posten von der Gellerser Hauptverwaltung übernommen und von Südergellersen mit schätzungsweise 45000 Euro bezahlt werden müssen. Geld, das vor Ort sinnvoller eingesetzt werden kann, meint auch Lutz Tetau, der weiterhin stellvertretender Bürgermeister bleiben will.

Gärtner geht selbstbewusst an die Sache heran: „Ich habe die nötige Motivation, um die fehlende Erfahrung wettzumachen.“ Zudem setze er auf die Unterstützung erfahrener Ratsmitglieder und plane den Besuch von Fortbildungen bei der Konrad-Adenauer-Stiftung und beim Niedersächsischen Städte- und Gemeindebund unter anderem für die Themen Bauleitplanung und kommunales Finanzmanagement.

Der bisherige Bürgermeister Andreas Bahlburg war nach 13 Jahren im Amt kürzlich zurückgetreten, nachdem der Rat die von Bahlburg mit vorbereitete Kommunalreform zur Bildung einer Einheitsgemeinde abgelehnt hatte. Zuvor hatten sich bei der Bürgerbefragung 81,6 Prozent der Südergellerser gegen die Reform ausgesprochen. Auch Gärtner hat nach eigenen Angaben gegen die Reform gestimmt.

Anders als etwa die hauptamtlichen Samtgemeindebürgermeister werden die Gemeindebürgermeister nicht direkt von der Bevölkerung gewählt, sondern vom Gemeinderat aus den eigenen Reihen. Die öffentliche Sitzung des Gemeinderates Südergellersen mit der Wahl des Bürgermeisters findet statt am Dienstag, 16. Dezember, um 20 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus.