Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Martin Zießnitz zieht es aus Lüneburg nach Erfurt. Aufgrund der jüngsten Entwicklungen suche er neue Perspektiven. In diesem Jahr hatten schon Geschäftsführer Stefan Pruschwitz und Aufsichtsratschef Dirk Michael Habor (Fotos unten) ihre Ämter beim Marketing aufgegeben. Foto: A/t&w
Martin Zießnitz zieht es aus Lüneburg nach Erfurt. Aufgrund der jüngsten Entwicklungen suche er neue Perspektiven. In diesem Jahr hatten schon Geschäftsführer Stefan Pruschwitz und Aufsichtsratschef Dirk Michael Habor (Fotos unten) ihre Ämter beim Marketing aufgegeben. Foto: A/t&w

Der Nächste geht von Bord

as Lüneburg. Stadtmarketing, Citymanagement, Veranstaltungen organisieren und Tourismus fördern das ist das breite Aufgabengebiet, das die Lüneburg Marketing Gesellschaft zu stemmen hat. Doch in Spitzenpositionen hagelt es Abgänge: Nachdem Geschäftsführer Stefan Pruschwitz im Juli die Brocken hingeworfen hatte, Aufsichtsratschef Dirk Michael Habor im November von seinem Amt zurückgetreten war, verlässt in Kürze nun auch Citymanager Martin Zießnitz die Gesellschaft.

„Es ist eine persönliche Entscheidung von Herrn Zießnitz, die wir respektieren“, sagt Gabriele Lukoschek für die Stadt Lüneburg als Hauptgesellschafter. Es sei nicht ungewöhnlich, wenn ein junger Mann im Alter von Zießnitz nach sieben Jahren an einer Wirkungsstätte sich verändern und den Horizont erweitern wolle. „Wir danken Herrn Zießnitz für die bisherige Zusammenarbeit und wünschen ihm viel Erfolg für die weitere berufliche Zukunft.“ Gleichwohl sei man sich bewusst, dass dieser Schritt sicher eine zusätzliche Belastung für die Mitarbeiter des Marketings sei, „vor allem in der Abarbeitung der anstehenden Arbeiten“.

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Auch Aufsichtsratschef Dirk Michael Habor hat der Lüneburger Marketing Gesellschaft den Rücken gekehrt. Foto: A/t&w
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Im Sommer 2014 hat Stefan Pruschwitz seinen Posten als Geschäftsführer bei der Lüneburger Marketing niedergelegt. Foto: A/t&w

Deshalb sei die Stadt dankbar, dass Gerhard Voigts als Interimsgeschäftsführer noch eine weitere Zeit zur Verfügung stehe, sagt Lukoschek. „Aber natürlich ist allen Beteiligten klar, dass diese neue personelle Veränderung vor allem im ersten Halbjahr 2015 spürbar sein wird. Die Gesellschafter seien sich einig, dass einzelne Veranstaltungen dennoch nicht zur Disposition stehen. Doch wie alles im Einzelnen zu realisieren ist, darüber werden sich die Gesellschafter Anfang des Jahres verständigen ohnehin beraten sie im Januar über den Wirtschaftsplan der Lüneburg Marketing GmbH, sicherlich wird dann auch die Ausschreibung eines neuen Geschäftsführers Thema sein.“

Martin Zießnitz (31) wird noch bis Ende Januar bei der Lüneburg Marketing GmbH arbeiten. „Ich gehe dann nach Erfurt, werde dort im Amt für Stadtentwicklung tätig sein“, erklärte er gegenüber der LZ. Dort gehe es um ein neues Stadtentwicklungskonzept, bei dem Öffentlichkeitsarbeit ein großer Part sei. Das habe ihm schon beim Citymanagement in Lüneburg viel Spaß gemacht. „Die Entscheidung, das Lüneburg Marketing zu verlassen, habe ich schon lange mit mir getragen. Die Entwicklung der Gesellschaft hat mich schließlich dazu bewogen, mir neue Perspektiven zu suchen.“ Zießnitz hatte 2011 die Position des Citymanagers in Lüneburg übernommen quasi als Alleinunterhalter. Er ist zuständig für das Kaufhaus Lüneburg und damit Ansprechpartner für Händler, Gastronomie und Gesellschafter bei Veranstaltungen wie verkaufsoffenen Sonntagen, Weihnachtsmarkt sowie Giebel- und Koggen-Aktionen. Damit war er unter anderem wichtiger Partner des Lüneburger Citymanagements (LCM), zu dessen Mitgliedern Händler, Gastronomen und Dienstleister gehören. LCM-Chef Heiko Meyer ist kurz angebunden: „Ich bin total überrascht von dieser Nachricht, kann deshalb im Moment nichts dazu sagen, muss erst einmal darüber nachdenken.“

Die Fluktuation in den wichtigsten Positionen der Marketing-Gesellschaft ist seit Jahren hoch. Der Abgang von Geschäftsführer Pruschwitz im Juli wurde eingeläutet, nachdem im Frühjahr auf den Tisch kam, dass das Jahr 2013 mit einem Minus von 132000 Euro abschloss. Offiziell hieß es, er sei im Einvernehmen gegangen. Aus der Politik war damals zu hören, dass es sich auch um ein Bauernopfer handeln könnte. Gerhard Voigts, Mitarbeiter der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, wurde wie schon 2011 Interimsgeschäftsführer. Oberbürgermeister Ulrich Mädge hatte Ende Juli noch angekündigt, nach der Sommerpause würden sich alle Gesellschafter mit den notwendigen strukturellen Veränderungen für die Marketing GmbH auseinandersetzen und entsprechende Beschlüsse fassen. Nun wird das erst einmal ins neue Jahr verschoben. Ein neuer Gesellschaftervertrag soll her, der Aufsichtsrat soll von fünf auf sieben Mitglieder wachsen, die konstituierende Sitzung soll im Frühjahr erfolgen. Alles Zukunftsmusik.

Gerhard Voigts bedauert den Weggang von Martin Zießnitz. Mit den Gesellschaftern müssten nun Lösungen gefunden werden, wie der Bereich Citymanagement künftig „gut abgearbeitet“ werden könne. Wie lange er die Position des Interims-Chefs inne haben werde, auch das sei die Sache der Gesellschafter, sagt Voigts. Auf die Frage, wie die aktuelle wirtschaftliche Lage ist, erklärt er knapp: „Das ist Thema des Aufsichtsrates und der Gesellschafter. Der Wirtschaftsplan 2015 wird im Januar vorgestellt, im Frühjahr der Jahresabschluss 2014.“

One comment

  1. “Die Entscheidung, das Lüneburg Marketing zu verlassen, habe ich schon lange mit mir getragen. Die Entwicklung der Gesellschaft hat mich schließlich dazu bewogen, mir neue Perspektiven zu suchen.”

    Das heißt auf Deutsch das die Arbeitsbedingungen/ das Arbeitsklima dort sowas von unter alles Sau ist das man sich selbst über einen längeren Zeitraum nicht amortisieren und weiterhin diesen Job ausüben kann.

    Für Alle die nicht zwischen den Zeilen lesen können 😉