Aktuell
Home | Lokales | Auszug aus Bleckeder Elbhotel
Nicola Van Den Handel vor einem Jahr im Frühstücksraum des Elbhotels. Seit Monaten kämpfte sie damals schon gegen die Folgen der Überflutung. Jetzt hat sie endgültig das Handtuch geschmissen. Foto: t&w
Nicola Van Den Handel vor einem Jahr im Frühstücksraum des Elbhotels. Seit Monaten kämpfte sie damals schon gegen die Folgen der Überflutung. Jetzt hat sie endgültig das Handtuch geschmissen. Foto: t&w

Auszug aus Bleckeder Elbhotel

off Bleckede. Anderthalb Jahre nach dem Hochwasser wirft die Betreiberin des Bleckeder Elbhotels endgültig das Handtuch. „Ich hatte gehofft, dass ich mit den Folgen der Überschwemmung klarkomme“, sagt Nicola Van Den Handel. „Doch am Ende sind mir die Probleme über den Kopf gewachsen.“ Ihr Gewerbe hat sie abgemeldet, eine neue Zukunft im Ausland geplant. Schließen wird sie das Hotel an der Elbstraße allerdings nicht. „Zum 15. Januar wird mein Nachfolger den Betrieb nahtlos übernehmen“, sagt sie. „Hoffentlich hat er hier mehr Glück als ich.“

Im Sommer 2012 hatte Van Den Handel das Haus mit Elbblick übernommen, renoviert und das Hotel nach monatelangem Leerstand wieder eröffnet. Nur ein Jahr später dann die Katastrophe: Das Wasser der Elbe überschwemmte das gesamte Hotel. Mitten in der Hauptsaison. Als das Wasser weg war, versuchte Nicola Van Den Handel weiterzumachen. Die Schäden zu beseitigen, das Hotel ein weiteres Mal zu renovieren. Doch die Arbeit nahm kein Ende, war eine Baustelle fertig, eröffnete sich die nächste. „Das Ergebnis ist, dass heute immer noch nicht alle Schäden beseitigt sind“, sagt sie.

Anfang Juni 2013 bereitet sich Nicola Van Den Handel (r.) mit ihrem Team auf das heranrollende Hochwasser vor. Das Hotel lief trotzdem voller Wasser, die Schäden sind bis heute zu sehen. Foto: t&w
Anfang Juni 2013 bereitet sich Nicola Van Den Handel (r.) mit ihrem Team auf das heranrollende Hochwasser vor. Das Hotel lief trotzdem voller Wasser, die Schäden sind bis heute zu sehen. Foto: t&w

Zu dem Ärger im Hotel kamen persönliche Umstände, die Entscheidung aufzuhören, war gefallen. Doch Nicola Van Den Handel wollte das Hotel nicht seinem Schicksal überlassen und suchte nach einem Nachfolger. „Ein Freund aus Holland, mit dem ich zusammen in den USA studiert habe, wird das Hotel übernehmen“, sagt sie. Für Bleckede ein Glück. Denn nachdem auch das „Plan 1“ in Alt Garge geschlossen hat und die Besitzer bisher vergeblich nach einem Nachfolger suchen, „ist das Haus an der Elbstraße das letzte Hotel im Stadtgebiet“, sagt die Geschäftsführerin der Bleckeder Touristinformation, Andrea Schmidt.

Gerade die Zimmervermittlung für größere Gruppen, fällt Andrea Schmidt und ihrem Team wegen der begrenzten Möglichkeiten oft schwer. „Wenn dann auch noch ein Haus wie das Elbhotel in einer 1-a-Lage an der Elbe schließen würde, wäre das für Bleckede ein riesen Verlust.“ In der Stadt selbst ist das Haus das letzte geöffnete Hotel, das „Hotel Zum Löwen“ am Rand der Innenstadt hat vor einigen Jahren endgültig geschlossen. „Und der alte Bahnhof, der mal zum Backpacker-Hotel umgebaut wurde, hat leider nie eröffnet“, sagt Andrea Schmidt.

2004 war der Umbau des alten Bahnhofsgebäudes zu Westen-Saloon und Hotel nahezu abgeschlossen, doch übernachtet hat dort nie ein Gast. Noch im Januar 2010 erklärte der Vorstandsvorsitzende der Grundbesitz-Beteiligungs-AG Elbtalaue, Richard Wagner, er habe das Gebäude nun zu einem Drei-Sterne- und einem Backpacker-Hotel umgebaut, im Sommer sollte Eröffnung sein. Doch vermitteln kann Andrea Schmidt dorthin bis heute keine Gäste. Umstände, die auch Van Den Handel kennt. „Ich weiß, wie wichtig es für Bleckede ist, dass das Elbhotel weiter geöffnet hat. Deswegen war es mir auch wichtig, nicht zu gehen, ohne einen Nachfolger gefunden zu haben.“

Wer der neue Chef im Elbhotel genau ist, was er sich von Bleckede erwartet, dazu schweigt Van Den Handel. Sie verspricht nur: „Der Betrieb geht reibungslos weiter, für alle Gäste, die gebucht haben, bleibt alles wie gehabt.“