Aktuell
Home | Lokales | Mehr als nur ein Industriejob – Schulprojekt an der BBS III
Die Stunde der Wahrheit:  Die Fachkräfte für Lebensmitteltechnik, Jan (4.vl.), Björn (3.v.r.) und Lena (2.vr.) präsentieren ihre Kreationen, die Hotelfachkräfte Nadine (l.), Corinna (2.v.l.), Bennet (3.vl.)  sowie Jessica (r.) bewerten die Produkte und die Präsentation. Foto: kre
Die Stunde der Wahrheit: Die Fachkräfte für Lebensmitteltechnik, Jan (4.vl.), Björn (3.v.r.) und Lena (2.vr.) präsentieren ihre Kreationen, die Hotelfachkräfte Nadine (l.), Corinna (2.v.l.), Bennet (3.vl.) sowie Jessica (r.) bewerten die Produkte und die Präsentation. Foto: kre

Mehr als nur ein Industriejob – Schulprojekt an der BBS III

kre Lüneburg. An der Uni würde man das wohl interdisziplinäres Arbeiten nennen Jan und seine Klassenkameraden drücken es handfester aus: Hotelfachkräfte treffen Fachkräfte für Lebensmitteltechnik! Ein spannendes Projekt, das jetzt die BBS III auf die Beine gestellt hat. Die angehenden Lebensmitteltechniker Azubis im dritten Lehrjahr mussten als Abschlussprojekt ein neues Produkt entwickeln und den kritischen Hotelfachkräften präsentieren. Das Besondere: Die Fachkräfte für Lebensmitteltechnik stehen kurz vor ihrer Abschlussprüfung, die Hotelfachleute bereits fest im Berufsleben. Sie drücken in Teilzeit die Schulbank, um zusätzlich den Betriebswirt zu machen.

Dass Menschen beider Arbeitsfelder aufeinandertreffen, kommt im Berufsleben eher selten vor entsprechend groß war die Neugier: an der Arbeit des Anderen, an Einstiegsvoraussetzungen, Jobaussichten, Aufstiegsmöglichkeiten und Verdienst. Und da staunten die Männer und Frauen aus der Gastronomie nicht schlecht, denn sowohl in der Ausbildung, als auch den ersten Berufsjahren verdienen die Lebensmitteltechniker in der Regel deutlich besser.

Neid kommt trotzdem nicht auf: ,,Mir würde der Kundenkontakt, die Arbeit mit den Gästen fehlen“, sagt Hotelfachfrau Jessica. Umgekehrt können sich Jan und seine Kollegen nur schwer vorstellen, statt in der Lebensmittelproduktion in der Gastronomie zu arbeiten. ,,Dauernd mit den Gästen zu reden, auf deren Wünsche einzugehen…Nee, das wäre nichts für mich“, gesteht Björn und seine Kollegen nicken zustimmend. Die jungen Männer und Frauen sind mit ihrer jeweiligen Berufswahl ganz zufrieden.

Stephanie Sommer ist Fachlehrerin an der BBS III, unterrichtet beide Berufsklassen und ist von der Präsentation mehr als angetan. Dass die jungen Männer und Frauen in der Tat etwas von ihrem künftigen Beruf verstehen und dies in der Präsentation gut herüberbringen können, wundert die Päda­gogin und ihre Kollegin Amke Ommen wenig: ,,Die Ausbildung ist anspruchsvoll, aber die Berufsaussichten sind gerade auch in unserer Region gut“, stellt Sommer fest.

Allerdings gibt es im norddeutschen Raum nur wenige Berufsschulen, auf denen sich die Azubis das notwendige Wissen aneignen können. Lüneburg ist eine davon, die nächsten sind in Hamburg und Hannover. Deshalb findet der Unterricht in Lüneburg auch nicht wöchentlich, sondern als Blockunterricht statt. Schließlich kommen die jungen Fachkräfte nicht nur aus dem Raum Lüneburg, sondern auch von Firmen aus Uelzen, Celle, Salzwedel und selbst aus der Bierstadt Kulmbach.

Beim Berufsfindungsmarkt haben die angehenden Lebensmitteltechniker vor wenigen Tagen selbst entwickelte Produkte einem breiten Publikum vorgestellt, etwa ,,Quiche-Cookies“, ,,Flori-Sandwiches“ und ,,Triple-Whip“. Kreationen, die aus den Entwicklungsabteilungen großer Firmen stammen könnten. Von der Produktidee über die Zielgruppe, die Zutatenliste und den Produktionsablauf bis hin zur Kalkulation und Marktanalyse die Berufsschüler haben für ihr Präsentationen ganze Arbeit geleistet. Und am Ende sind nicht nur die Hotelfachkräfte beeindruckt, sondern auch Stephanie Sommer und Amke Ommen: ,,Das haben die wirklich gut gemacht.“