Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Andreas Bahlburg (v.l.) wurde bei der Ratssitzung in Südergellersen für sein Engagement als Bürgermeister gewürdigt. Zum Nachfolger wählte der Rat Steffen Gärtner, Stellvertreter bleibt Lutz Tetau. Foto: dth
Andreas Bahlburg (v.l.) wurde bei der Ratssitzung in Südergellersen für sein Engagement als Bürgermeister gewürdigt. Zum Nachfolger wählte der Rat Steffen Gärtner, Stellvertreter bleibt Lutz Tetau. Foto: dth

Er tritt in große Fußstapfen – Neuer Bürgermeister in Südergellersen

dth Südergellersen. Mit Dank und Anerkennung überhäuften politische Weggefährten, Amtskollegen und Bürger Südergellersens zurückgetretenen Bürgermeister Andreas Bahlburg (CDU) bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderates im Dorfgemeinschaftshaus. Bahlburg hatte sein Mandat sowie die Ämter als Bürgermeister und Gemeindedirektor nach 13 Jahren abgegeben, nachdem die von ihm befürwortete Kommunalreform bei den Südergellerser Bürgern durchgefallen war (LZ berichtete).
Nachfolger wird der 24-jährige Steffen Gärtner (CDU). In geheimer Abstimmung wurde er vom Gemeinderat bis zum Ende der Wahlperiode 2016 gewählt mit sieben Ja-, drei Nein-Stimmen und einer Enthaltung. Sieben Stimmen entspricht der Anzahl der CDU-Fraktion im insgesamt elfköpfigen Gemeinderat. Die Grünen stellen zwei Vertreter, SPD und FDP haben jeweils einen Sitz

Nach Bahlburgs Rücktritt hatte dessen Stellvertreter Lutz Tetau (CDU) 34 Tage lang kommissarisch die Amtsgeschäfte geführt. Er leitete nun auch die Ratssitzung. Als Tetau Vorschläge für einen neuen Bürgermeister aus der Ratsrunde erbat, schlug der Grüne Malte Fuhrhop Tetau selbst vor. Der winkte aber ab: „Ich würde die Wahl nicht annehmen.“ Er bleibt Stellvertreter.

Offiziell schlug Dr. Barbara von Dühring (CDU) den 24-jährigen Steffen Gärtner als Bahlburg-Nachfolger vor. Daniel Weber (FDP) beantragte die geheime Wahl. Das Ergebnis wurde unter Applaus und einzelnen Jubelrufen der rund 50 Zuhörern bekanntgegeben. Gärtner gab sich demütig, angesichts der großen Fußstapfen, die Bahlburg hinterlasse, und sagte: „Mein Anspruch ist, Bürgermeister aller Südergellerser und Heiligenthaler zu sein.“ Priorität habe, neben der kritischen Begleitung von Windkraft- und Bahnplänen, die Dorferneuerung in Heiligenthal. Trotz ehrgeiziger Vorhaben müsse der Haushalt 2015 ausgeglichen bleiben. Große Sprünge erlaube dies nicht, sagte der gelernte Industriekaufmann und Student der Ingenieurwissenschaften an der Uni Lüneburg. Mithin war die Sicherung der Handlungsfähigkeit der Gemeinde eine von Gärtners Triebfedern, auch das Amt des Gemeindedirektors übernehmen zu wollen, es nicht an die Gellerser Hauptverwaltung abzugeben.
Für Alt-Bürgermeister Bahlburg war es noch ungewohnt, einer Ratssitzung in Südergellersen als Zuschauer beizuwohnen, zumal zeitgleich die Volleyballer der SVG Lüneburg, deren Vorsitzender er ist, den Einzug ins Halbfinale des DVV-Pokals perfekt machten.

Bei seiner Verabschiedung im Rat bekannte Bahlburg, der Schritt sei ihm nicht leicht gefallen, vorzeitig zurückzutreten. Politiker seien jedoch auf Zeit gewählt und „was ich persönlich auf der Agenda für die Gemeinde hatte, passte nicht mit dem Willen der Masse der Südergellerser zusammen“. Er dankte Tetau und seiner Fraktion für die gute Zusammenarbeit und den Bürgern, „dass ihr das solange mit mir ausgehalten habt“. Das war offenbar nicht schwer: Bahlburg wurde im Gegenzug mit Lob überschüttet.

Tetau fasste Bahlburgs Tatendrang als Bürgermeister unter dem Motto zusammen „Unmögliches wird sofort erledigt, Wunder dauern etwas länger“, nannte als Beispiele den Treffpunkt Schmiedeberg, die Begegnungsfeste der Dörfer und die Einrichtung des Naherholungsgebietes Hambörn.
Auch die Amtskollegen aus der Samtgemeinde dankten Bahlburg für die „belebende und konstruktive“ Zusammenarbeit. Einen besonderen Dank der Heiligenthaler überreichte Michael Vollbracht-Squillante, der zuvor in den Haushalten für den Bürgermeister gesammelt hatte. Es reichte unter anderem für einen Rundflug und eine Kutschfahrt. Eine Bürgerin brachte es letztlich auf den Punkt: „Du wirst uns fehlen.“