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Aktuell präsentiert sich der Wasserturm wieder weihnachtlich. Doch das Lüneburger Wahrzeichen ist das ganze Jahr hindurch ein Besuchermagnet. Foto: A/t&w
Aktuell präsentiert sich der Wasserturm wieder weihnachtlich. Doch das Lüneburger Wahrzeichen ist das ganze Jahr hindurch ein Besuchermagnet. Foto: A/t&w

Turmhohe Besucherzahlen im Wasserturm

ca Lüneburg. Die Kurve zeigt nach oben: Rund 90000 Besucher werden bis Ende des Jahres den Wasserturm erkundet haben. Im Vorjahr waren es knapp 84000, im Jahr 2007 zirka 45000. Damit zählt das Wahrzeichen der Stadt zu den Besuchermagneten, zieht mehr Gäste an als die Museen oder das Rathaus. „Es läuft sehr gut“, freut sich Geschäftsführerin Sabine Wohlers, seit zwei Jahren für den Betrieb des 1907 von Franz Krüger erbauten Wasserspeichers verantwortlich.

Doch Gäste steigen nicht nur die 298 Stufen empor, um die Aussicht auf das Dächermeer zu genießen. Auch Veranstaltungen haben ein treues Publikum. Ob zum Jazz im Turm, zur Vollmondnacht oder zu Schauen etwa zum Thema Wasser und Nachhaltigkeit es kommen regelmäßig Interessierte. Überdies lockt die ein oder andere Kunstausstellung Zuschauer.

Zum Feiern nutzt mancher das alte Gemäuer ebenfalls gern. „Gerade zu Geburtstagen haben wir viele Anmeldungen“, sagt Geschäftsführerin Sabine Wohlers. Für 40 Feste wurde der Turm zur Bühne, dazu kamen etwa 20 Tagungen.

Ein weiteres Standbein sind längst die Hochzeiten geworden. Im oder vor dem Turm gaben sich in diesem Jahr 179 Paare das Jawort. „Das sind 18,5 Prozent mehr als 2013“, hat Sabine Wohlers errechnet. Und die Hochzeitsgesellschaft muss sich nicht einmal komplett im Turm versammeln: Da sich inzwischen viele Paare trauen, bei denen zumindest ein Partner vom anderen Ende der Welt stammen kann, übertragen Sabine Wohlers und ihre Mitarbeiter die Zeremonie per Webcam „bis nach Australien“. Der Onkel, der es nicht geschafft hat, an die Ilmenau zu reisen, kann die Bilder dann per Passwort freischalten und der Nichte von Sydney aus zuschauen.
Die Geschäftsführerin glaubt, dass die Steigerung auch darin begründet liegt, dass der Turm anders auf sich aufmerksam macht. Mit einem veränderten Werbekonzept spreche man Hochzeiter und andere Interessierte anders an. Die 50-Jährige setzt gemeinsam mit der Marketingfachfrau Beate Schmegel beispielsweise auf neu entworfene Informationsbroschüren, die das vierteljährliche Veranstaltungsangebot bündeln. Der Ansatz: Der Turm ist nicht nur Anziehungspunkt für Touristen, sondern lockt noch stärker Einheimische, die dort Kunst und Kultur genießen.

Ein Trägerverein steht hinter dem Wasserturm und seinem Konzept, regelmäßige Zuschüsse der Stadt gebe es nicht, sagt Sabine Wohlers. Einen Teil ihrer Mitarbeiter finanziert sie über Zuschüsse etwa der Arbeitsverwaltung. Doch üppig ist das Budget nicht, daher muss sie Einnahmen erzielen. Das funktioniert über gute Besucherzahlen. Gleichwohl sagt sie: „Es geht nicht nur um Masse, wir wollen Qualität.“ Denn die ziehe Publikum.

Wenn auch die Kosten für den laufenden Betrieb hereinkommen, so würden größere Reparaturen am Turm den Verein vor große Herausforderungen stellen. So wurde in den vergangenen Jahren zwar rund eine Million Euro in Sanierungsarbeiten gesteckt. Das meiste kam über Fördermittel auch von der Europäischen Union zusammen.

Doch ob das alles war, wissen Sabine Wohlers und der Verein nicht. Aktuell wartet sie auf ein Gutachten, das die bauliche Situation des 56 Meter hohen Ausgucks beleuchtet.