Dienstag , 27. September 2016
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Ansturm gestern Nachmittag aufs Knusperhäuschen: Die Schausteller haben die 130 Kilo schwere Süßigkeit aus Lebkuchen und Zuckerguss spendiert. Foto: t&w
Ansturm gestern Nachmittag aufs Knusperhäuschen: Die Schausteller haben die 130 Kilo schwere Süßigkeit aus Lebkuchen und Zuckerguss spendiert. Foto: t&w

Verhageltes Finale im Advent – Unwetter am Sonnabend trifft den Handel

ca Lüneburg. Die Hoffnungen für diesen traditionell umsatzstarken Tag waren groß, doch Wolkenbrüche und Hagel machten den letzten Sonnabend vor Weihnachten für den Handel eher zu einem Schlag ins Wasser: Viele dürften erst gar nicht aufgebrochen sein, um nach Geschenken zu stöbern. Die Fußgängerzonen waren jedenfalls relativ leer. Trotzdem ist der Handel mit dem Vorweihnachtsgeschäft zufrieden.

„Wir haben das Vorjahresniveau erreicht“, sagt Heiko Meyer. Für den Vorsitzenden der Handelsvereinigung LCM ist das ein Erfolg, denn bundesweit habe der Einzelhandel ein Umsatzminus von vier Prozent hinnehmen müssen. Das Internet mache Geschäften große Konkurrenz. Die ARD-Dauerwerbesendung für Lüneburg, Rote Rosen, und die historische Kulisse seien Magneten für „die Weihnachtsstadt“, die Kunden aus dem Umland und aus Hamburg an die Ilmenau anziehen: „So etwas haben die Outlet-Zentren nicht zu bieten.“

Wegen des eher milden Wetters hätten Kunden zu Beginn eher selten nach Winterkleidung gefragt, doch das habe sich geändert, weiß Meyer. Besonders gefragt waren neben Klassikern wie Düften, CDs, Spielen und Büchern in diesem Jahr viele Artikel rund ums Zuhause wie Bettwäsche und Accessoires.

Auch die Gastronomie in der Innenstadt habe gut zu tun, sagt Meyer. In den Lokalen hätten viele Platz genommen, um zu essen und zu trinken: „Nicht nur das Tages-, auch das Abendgeschäft läuft.“

Im größten Bekleidungshaus der Stadt, bei Peek&Cloppenburg, blickt Filialleiter Frank-Peter Jahns mit einem Lächeln auf die Zahlen: „Wir hatten angesichts des Wetters nicht gedacht, dass wir das Vorjahresniveau erreichen. Doch das haben wir geschafft.“ Inzwischen sei auch Winterkleidung gefragt, also Pullover und Jacken. „Dauerbrenner“ wie Hemden und Hosen nehmen Kunden ebenfalls gerne mit. Das Personal ist jetzt stark gefordert: „Gerade an Sonnabenden arbeiten wir mit voller Besetzung.“

Aus Sicht der Marketing Gesellschaft hat sich das Vorweihnachtsgeschäft für Lüneburg gelohnt. Interims-Geschäftsführer Gerhard Voigts sagt: „Im Bereich Touristik ist es gut gelaufen.“ Bei den Übernachtungszahlen habe es „keine Einbrüche gegeben“, sondern wahrscheinlich eher ein Plus. Genau zu ermitteln sei das erst im Frühjahr, dann liefere das Statistische Landesamt Zahlen.

Schausteller-Chef Benno Fabricius zieht für den Weihnachtsmarkt eine durchwachsene Bilanz: „Wir hatten einen sehr guten Start, doch der Regen der vergangenen Tage hat uns einen gewaltigen Umsatzrückgang beschert.“ Das gelte für die Stände mit Glühwein und Schmalzgebäck ebenso wie für die Lädchen der Kunsthandwerker. „Wir haben fast frühlingshafte Temperaturen, da kommen die Leute nicht so“, sagt Fabricius. Das sei bedauerlich, denn gerade die letzte Woche sei für die Marktleute eine starke Einnahmequelle. Doch insgesamt sei man zufrieden.

Wind peitscht Regen unter die Stände, doch die Marktbeschicker Petra und Cord Wöhnecke sowie Heinrich Steinhauer schenken trotzdem heißen Punsch aus Apfel-, Kirsch- und Orangensaft aus. Alle drei sind Sülfmeister, PetraI. amtiert aktuell. Sie sagt: „Wir wollen den Kunden Danke sagen.“