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Etwa an dieser Stelle, in Höhe Waldwinkel, könnte ein neuer Adendorfer Bahnhaltepunkt entstehen – wenn das Wirtschafts- und Verkehrsministerium dem zustimmt. Foto: be
Etwa an dieser Stelle, in Höhe Waldwinkel, könnte ein neuer Adendorfer Bahnhaltepunkt entstehen – wenn das Wirtschafts- und Verkehrsministerium dem zustimmt. Foto: be

Adendorfer geben Hoffnung nicht auf – Einrichtung eines Bahnhaltepunktes bleibt weiter Thema

pet Adendorf. Der niedersächsische Wirtschafts- und Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) als verspäteter Weihnachtsmann, der der Gemeinde Adendorf den lange ersehnten Bahnhaltepunkt nachträglich auf den Gabentisch legt? Das würde den Verantwortlichen und auch vielen Bürgern in Adendorf richtig gut gefallen.

Schon lange wartet die Gemeinde darauf, dass der Zug zwischen Lüneburg und Lübeck wieder bei ihnen Halt macht. ,,Bis Ende des Jahres“, so heißt es jetzt von der zuständigen Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG), soll im Ministerium für Wirtschaft und Verkehr entschieden sein, welche stillgelegten Bahnhöfe und Bahnhaltepunkte, die sich darum beworben hatten, wieder aktiviert werden.

Erst in der jüngsten Ratssitzung hatte Ratsherr Jörg Schmelter (CDU/Jacobi) nach dem neuesten Stand in der Angelegenheit gefragt. „Nichts Neues“, berichtete da Bürgermeister Thomas Maack (SPD). Aber auch jetzt sagt er: „Dass eine Entscheidung über die Wiederbelebung der Bahnhaltepunkte noch bis Ende dieses Jahres fällt, kann ich mir nicht vorstellen.“

Mehr als 35 Jahre liegt es zurück, dass letztmals ein Personenzug zwischen Lüneburg, Lauenburg und Lübeck in Adendorf gehalten und Fahrgäste aufgenommen hat. Als Niedersachsens Minister Lies im Sommer 2013 eine Initiative startete, ausgewählte stillgelegte Bahnstrecken, Bahnhöfe und Bahnhaltepunkte wieder für den Personenverkehr zu reaktivieren, witterten die Adendorfer Morgenluft. Schon vorher hatte Bürgermeister Maack, ein ehemaliger Bahner, dem Ministerium ein „Konzeptpapier zur Realisierung eines Haltepunktes“ zukommen lassen.

Rund 80 stillgelegte Bahnstrecken wurden damals dem Ministerium gemeldet, acht davon sind nach einem umfangreichen Prüfverfahren noch im Rennen, darunter die zwischen Lüneburg und Soltau auch hier ist noch keine Entscheidung gefallen.

Insgesamt 40 Städte und Gemeinden meldeten dem Ministerium Bahnhöfe und Bahnhaltepunkte, die sie gern wieder in Betrieb sähen. „Die Bewerbungen wurden von uns sorgfältig geprüft und dem Ministerium vorgelegt, wo dann die Entscheidung fällt“, sagte LNVG-Sprecher Rainer Peters jetzt auf LZ-Anfrage. In einem Schreiben vom 18. März hatte das Wirtschafts- und Verkehrsministerium die Gemeinde Adendorf von der Prüfung der Unterlagen durch die LNVG informiert. „Bis Ende Juli“ soll die abgeschlossen sein. Weiter heißt es: „Über das Ergebnis dieser Prüfung werden Sie dann von der LNVG unmittelbar unterrichtet.“ Maack: „Gehört haben wir seitdem nichts.“

Maack ist weiterhin überzeugt, dass Adendorf gute Chancen hat, wieder an das Bahnnetz angeschlossen zu werden. Die vom Ministerium gestellten Voraussetzungen erfülle man leicht: Eine ist, dass die sich um einen Haltepunkt bewerbende Kommune „direkt an der Schienenstrecke“ liegt. Weiter muss in einem 1,5-Kilometer-Radius ein Einwohnerpotenzial von mehr als 2000 vorhanden sein und der nächste Haltepunkt oder Bahnhof muss in mindestens drei Kilometern Entfernung liegen.

Einer von mehreren möglichen Standorten eines Bahnhaltepunktes Adendorf wäre eine Fläche südwestlich des vor 1979 als Bahnhof genutzten Gebäudes, wo unter anderem auch Abstellmöglichkeiten für Pkw geschaffen werden könnten. Von den Kosten für die Einrichtung eines Bahnhaltepunkts würde das Land 75 Prozent übernehmen, Adendorf hätte 25 Prozent zu tragen.