Mittwoch , 28. September 2016
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Schon seit über einem halben Jahr versucht die Gemeinde Vastorf eine Genehmigung für den Einbau einer Küche im Dorfgemeinschaftshaus zu bekommen. Foto: cw
Schon seit über einem halben Jahr versucht die Gemeinde Vastorf eine Genehmigung für den Einbau einer Küche im Dorfgemeinschaftshaus zu bekommen. Foto: cw

Rat Vastorf verabschiedet erstmals Doppeletat

cw Vastorf. Nach Barendorf hat Vastorf jetzt als zweite Gemeinde in der Ostheide einen Doppelhaushalt verabschiedet. „Ich denke, dass man da einfach langfristig denken muss“, sagte Gemeindedirektor Dennis Neumann, als er den Entwurf bei der Ratssitzung vorstellte. „Das ist einfach zweckmäßiger.“ Doch trotz aller Weitsicht bleibt es dabei: Vastorf schiebt ein Minus im Ergebnishaushalt vor sich her. Allerdings baue sich dies langsam ab, versicherte Neumann. Während das Defizit 2015 noch 63000 Euro beträgt, sieht es 2016 mit einem Minus von 57000 Euro schon ein bisschen besser aus. In beiden Jahren kann der Fehlbedarf aus den Rücklagen gedeckt werden. Grund für das Minus ist wie in vielen anderen Gemeinden auch die Abschreibungen für vorangegangene Investitionen.

Entsprechend vorsichtig ist der Etat geplant. Der größte Batzen sind dabei Vorplanungskosten von rund 35000 Euro für mögliche Straßenausbauten. Schon lange macht sich der Rat Gedanken darüber, wie die Sanierung der maroden Straßen finanzierbar ist. Trotz neuer Straßenausbaubeitragssatzung wollen die Politiker das Ganze so günstig wie möglich gestalten.

„Wir haben eventuell die Möglichkeit an zusätzliche Fördertöpfe heranzukommen“, so Neumann. „Aber dafür müssen spezielle, umfangreiche Voruntersuchungen gemacht werden.“ Das gesamte Straßennetz der Gemeinde wird dabei auf seinen Zustand untersucht. Er betonte: „Weder für 2015 noch für 2016 sind irgendwelche Straßensanierungen vorgesehen.“ Die Voruntersuchungen ermöglichten nicht nur eventuelle weitere Zuschüsse, sondern machten es der Gemeinde später auch einfacher, eine Prioritätenliste zu erstellen.

Der nächste größere Posten im Haushalt ist mit 15000 Euro folgerichtig die Straßenunterhaltung. Ausgegeben wird das Geld jedoch nicht für Sanierungsarbeiten, wie Neumann erneut betonte, sondern, „lediglich für Flickarbeiten oder das Splitten der Straßen“.

Ein anderes Thema im Haushalt ist das Dorfgemeinschaftshaus. Bereits im Sommer hatte der Rat darüber gesprochen, dass die Küche umgebaut werden soll, um einen normalen Gaststättenbetrieb zu gewährleisten. 12000 Euro waren dafür im Haushalt 2014 vorgesehen. „Bislang hat der Landkreis diese Maßnahme leider nicht genehmigt“, bedauerte Neumann. „Deshalb werden wir den Ansatz übertragen und für 2015 erneut 12000 Euro bereitstellen, in der Hoffnung, dass wir dann bauen können.“
Kleinere Ansätze sind etwa 4000 Euro für Spielplätze in 2015 oder 5000 Euro jedes Jahr für die Unterhaltung des Sportplatzes. „Das wird alljährlich überzogen, da müssen wir auch einmal eine andere Lösung finden“, kritisierte Neumann.

Die Politiker hielten sich mit Äußerungen zum Haushalt zurück. „Dazu lässt sich wenig sagen“, bemerkte Bürgermeister Scharnhop. CDU-Fraktionschef Jürgen Stöckmann erklärte: „Uns war es wichtig, dass die Steuern nicht erhöht werden.“ Zwar sei der Haushalt leider nicht ausgeglichen, aber: „Wir verschwenden hier kein Geld.“
Sein Kollege von der SPD, Matthias Sander, lobte die Idee des Doppelhaushaltes: „So können wir einfach besser planen.“