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Hohnstorfs Bürgermeister André Feit, Bremens Eiswetten-Präsident Dr. Patrick Wendisch und Landrat Manfred Nahrstedt (vorn, v. l.) auf dem Weg zur Elbe. Foto: t&w
Hohnstorfs Bürgermeister André Feit, Bremens Eiswetten-Präsident Dr. Patrick Wendisch und Landrat Manfred Nahrstedt (vorn, v. l.) auf dem Weg zur Elbe. Foto: t&w

Weit und breit kein Eis zu sehen – Bremer Eiswetten-Präsident ist mit Hohnstorf zufrieden + + + Mit LZplay-Video

pet Hohnstorf. Es ging ein frischer, ein eisiger Wind am Hohnstorfer Elbufer. Die Temperatur lag gefühlt unter dem Gefrierpunkt. Dazu schien die Sonne. Aber es reichte wieder nicht: Eis auf der Elbe war weit und breit nicht zu sehen. „De Elv geiht“, verkündeten die Wettpaten Thomas Lohmann und Eckhard Panz gestern Vormittag und entschieden damit die 22. Hohnstorfer Eiswette.

In jedem Jahr, so ist die Tradition, kommen Lohmann und Panz mit einem anderen Gefährt am Fährhaus angeschippert. In diesem Jahr war es ein abenteuerliches Floß, das den Querschnitt der Elbe darstellte mit den Deichen, Flussbett, Büschen, reichlich Sand, Treibgut und vielem mehr, „was da alles nicht hingehört“, so Lohmann. Die Gefahr von Hochwasser gebe es immer, so der Wettpate, der gemeinsam mit Kollege Panz immerhin feststellen konnte: „Das Beste am Norden sind unsere Eiswetten“.

Hohnstorfs Bürgermeister im Rededuell gegen einen Überraschungsgast das ist neben der Eiswette und leckerem Matjes für 200 Gäste das andere Kernstück des „Neujahrsempfangs der etwas anderen Art“ (Bürgermeister André Feit). 1948 „im schönen Ochtmersleben geboren“ sei der diesjährige Gast, er habe gleich vier Ausbildungen, sei im Kampf um das Landtagsdirektmandat bei der Wahl 2003 allerdings an einem Hohnstorfer gescheitert, dem heutigen Ehrenbürgermeister Jens Kaidas (CDU). Für einen Platz im Landtag über die Landesliste habe es aber gereicht.

Drei Jahre später wurde der Gast, es war Manfred Nahrstedt (SPD), Lüneburgs Landrat. Seine Kritiker, so wusste André Feit (CDU) zu berichten, warfen ihm da vor, „nur das zu tun, was der Lüneburger Oberbürgermeister ihm einflüstert“. Nahrstedts Konter mit Blick auf Altbürgermeister Jens Kaidas, „den in Rente gegangenen Ortspolitiker“, der nach seinem Rückzug aber doch wieder aktiv geworden ist: „Lieber André Feit, so ist das Leben. Der eine hat als Einflüsterer seinen Lüneburger Oberbürgermeister und der andere seinen Hohns­torfer Altbürgermeister. Da ist es doch gut zu wissen, dass man im Alter etwas schwerhöriger wird.“

Immerhin könne Überraschungsgast Manfred Nahrstedt (66 Jahre) für sich in Anspruch nehmen, so Feit (38), mit der „Lex Nahrstedt“, die diesem überhaupt erst eine zweite Amtszeit als Landrat ermöglicht habe, einem Gesetz seinen Namen gegeben zu haben. Was der Angesprochene so natürlich nicht stehenlassen wollte: „Dass extra für mich ein Landesgesetz geändert wurde, damit ich noch einmal kandidieren könnte, ja das ist so ein Märchen, das meine schwarzen Brüder und Schwestern von der CDU gern erzählen.“

Landrat Manfred Nahrstedt war der Überraschungsgast der 22. Hohnstorfer Eiswette die hatte aber auch noch einen anderen ganz besonderen Gast: Dr. Patrick Wendisch, Präsident der ,,Bremer Eiswette von 1829″. Mit der hatten die Hohnstorfer im vergangenen Frühjahr „Ärger“, als die Bremer verlangten, die Eiswetten-Macher von der Elbe müssten mit ihnen einen „Lizenzvertrag“ unterzeichnen, weil sie sich den Begriff „Eiswette“ patentrechtlich hatten schützen lassen.

Mittlerweile haben sich die Beziehungen zwischen Bremen und Hohnstorf aber wieder normalisiert. „Wir haben ein gutes Verhältnis. Ich bin sogar zur Bremer Eiswette in zwei Wochen an die Weser eingeladen worden“, berichtete Hohnstorfs Bürgermeister André Feit. Dort erwartet ihn beim Stiftungsfest der Bremer Eiswette von 1829 eine Veranstaltung der ganz edlen Art: 800 Herren im Frack und Smoking treffen sich zum schmackhaften Kohl- und Pinkel-Essen und zu launigen Reden. Die Damen dürfen erst am späten Abend dazukommen, wenn zum Ball ins noble Park Hotel gebeten wird.

Patrick Wendisch, der Eiswetten-Präsident aus der Großstadt, war zufrieden mit dem, was er in der Provinz gesehen hatte: „So muss eine Eiswette sein. Launige Reden, gewürzt mit politischen Spitzen.“ Aber weil die Bremer zu Beginn des verbalen Scharmützels mit Hohnstorf im vergangenen Frühling einen Patentanwalt mit der Wahrung ihrer Interessen beauftragt hatten, gingen auch die Hohnstorfer auf Nummer sicher: Ein weiterer unter den Hohnstorfer Ehrengästen war Dr. Norbert Lösing, Patentanwalt aus Lüneburg.