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Seit vielen Jahren fährt die Bahn zwischen Lüneburg und Lübeck durch Adendorf, ohne anzuhalten. Das soll sich ändern. Foto: be
Seit vielen Jahren fährt die Bahn zwischen Lüneburg und Lübeck durch Adendorf, ohne anzuhalten. Das soll sich ändern. Foto: be

Bahnstrecke Lüneburg-Soltau und Haltepunkt Adendorf: Verkehrsclub fordert mehr Engagement und Tempo

pet Adendorf. Mehr als die Reaktivierung von nur „einer oder vielleicht zwei Strecken“ in Niedersachsen für den Personenbahnverkehr fordert der ökologische Verkehrsclub VCD von Wirtschafts- und Verkehrsminister Olaf Lies (SPD). Und auch bei der möglichen Reaktivierung von stillgelegten Bahnhöfen und Bahnhaltepunkten fordert der VCD mehr Tempo.

Lies hatte im Sommer 2013 angekündigt, die Reaktivierung von Bahnstrecken sowie Bahnhöfen und Haltepunkten zu prüfen. Mit der Strecke Lüneburg Soltau und dem Haltepunkt Adendorf sind zwei Projekte aus dem Landkreis noch im Rennen. Lies erklärte jetzt, dass die „externe Begutachtung“ von acht Bahnstrecken Anfang dieses Jahres abgeschlossen werden soll.

Zunächst 58 stillgelegte Strecken waren in das Rennen um die Reaktivierung gegangen, acht wurden dann von externen Experten untersucht, darunter die Strecke Lüneburg Soltau. Über deren Zukunft gibt es allerdings durchaus unterschiedliche Auffassungen. Lüneburgs Landrat Manfred Nahrstedt (SPD) etwa erklärte: „Wir haben kein Interesse daran, unsere Kommunen auch nicht.“ Der Grund sind die finanziellen Lasten, die zu 25 Prozent von den Kommunen zu tragen sind.

Ganz anders sieht das der VCD. Die ablehnende Haltung des Kreises Lüneburg hält der Verkehrsclub für nicht nachvollziehbar. „Hier wird schon lange vor Bekanntgabe der möglichen anteiligen Kosten für den Landkreis ein Projekt boykottiert. Der Landkreis verbaut sich so die Zukunftschancen für eine attraktive Entwicklungsachse entlang der Bahnstrecke Lüneburg Soltau“, sagt Hans-Christian Friedrichs, Vorsitzender des VCD-Landesverbandes Niedersachsen.

Allerdings hat der VCD auch Verständnis für die Zurückhaltung einiger Kommunen und Landkreise. „Manche Kommunen stehen finanziell mit dem Rücken zur Wand und haben zum Beispiel dank abgeschlossener Zukunftsverträge keine Möglichkeiten, sich für die Reaktivierung von Bahnstrecken zu engagieren. Das Modell bevorzugt daher Regionen mit gut gefüllten Kassen. Landkreise, die eine Strukturförderung dringend bräuchten, werden benachteiligt. Hier sollte das Finanzierungsmodell überdacht werden“, erklärt Friedrichs.

Der VCD-Vorsitzende: „Wir erwarten, dass von den acht ausführlich untersuchten Strecken auch sechs wie geplant reaktiviert werden. Nur höchstens zwei Nebenstrecken für den Personenverkehr wiedereröffnen zu wollen, gleichzeitig aber noch immer mit Nachdruck mehrere hundert Kilometer neue Autobahnen zu planen, wäre ein verkehrspolitisches Armutszeugnis.“

Der Vorstoß des Verkehrs-clubs stößt auf großes Interesse in Adendorf. Schon lange wartet man dort darauf, dass der Zug zwischen Lüneburg und Lübeck wieder in der 10600-Einwohner-Gemeinde Halt macht. Schon „bis Ende des Jahres 2014“ sollte im Wirtschafts- und Verkehrsministerium entschieden sein, welche stillgelegten Bahnhöfe und Bahnhaltepunkte, die sich darum beworben hatten, wieder aktiviert werden, hatte eine LZ-Anfrage bei der zuständigen Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) ergeben. Die Frist verstrich ohne Ergebnis.

Der VCD dringt nun auch darauf, die Ergebnisse für die Untersuchung von wieder zu eröffnenden Haltepunkten und Bahnhöfen zu veröffentlichen. „Gerade bei der Anbindung von Haltepunkten und Bahnhöfen brauchen Gemeinden wie Adendorf endlich Planungssicherheit. Die Ergebnisse der parallel laufenden Untersuchung sollten längst auf dem Tisch liegen“, sagt Friedrichs.