Aktuell
Home | Lokales | Eine Perle unter den Einkaufsstädten – Städtereport schreibt Lüneburg ein gutes Zeugnis
Die  1A-Lage Bäckerstraße lockt die Kunden und somit auch Investoren. Die Comfort-Studie sieht in der City einen Einzelhandelsstandort mit sehr stabilem eigenen wie auch touristischen Potenzial. Foto: A/be
Die 1A-Lage Bäckerstraße lockt die Kunden und somit auch Investoren. Die Comfort-Studie sieht in der City einen Einzelhandelsstandort mit sehr stabilem eigenen wie auch touristischen Potenzial. Foto: A/be

Eine Perle unter den Einkaufsstädten – Städtereport schreibt Lüneburg ein gutes Zeugnis

rast Lüneburg. „Selten weist eine Stadt in dieser Größenordnung eine so starke und stabile Einzelhandelskompetenz auf. Das Angebot an namhaften Filia­listen ist überdurchschnittlich für diese Stadtgröße und wird abgerundet durch eine sehr beachtliche Vielfalt an individuellen Konzepten“, sagt Frank Hinz: „Lüneburg ist eine wahre Perle im oftmals vorhandenen Einerlei.“ Hinz ist zuständig für die Unternehmenskommunikation der Comfort-Group mit Sitz in Düsseldorf, die seit 1979 auf die Vermittlung von Geschäftshäusern und Ladenlokalen in den 1A-Lagen von Innenstädten spezialisiert ist und seit 2006 im „Städtereport“ Standorte analysiert. In ihrem City-Ranking vergibt sie als Wertungsmaßstab „Einkaufstüten“ für 2014 erhält Lüneburg fünf von sieben möglichen Tüten.

60 Städte wurden unter die Lupe genommen: „In der Größe unter 100000 Einwohnern ist das damit in Deutschland hinter Konstanz das zweitbeste City-Ranking.“ Es dominieren natürlich Großstädte: Hamburg und München teilen sich den ersten Platz, Frankfurt und Köln folgen gleichauf dahinter, dann kommt Berlin vor Düsseldorf. Wo Lüneburg platziert ist, könne er nicht sagen, das sei im Detail noch nicht ausgewertet: „Man kann allerdings auch nicht Äpfel mit Birnen vergleichen, also Lüneburg nicht mit Metropolen.“

Unter Einzelhandelsaspekten verfügt Lüneburg mit der historischen Altstadt über einen ausstrahlungsstarken, innerstädtischen Haupteinkaufsbereich mit gut 60000 Quadratmetern Verkaufsfläche, der durch sein ansprechendes Ambiente und seine Kompaktheit bestmögliche Rahmenbedingungen für die ansässigen Einzelhandels- und Gastronomiebetriebe bietet. Die Innenstadt stellt sowohl qualitativ wie quantitativ den mit Abstand wichtigsten Standort im Einzelhandelsgefüge dar. Das andere maßgebliche Standbein sind Solitär-, Fachmarkt- und Nahversorgungsstandorte im übrigen Stadtgebiet, die mehr Fläche brauchen Super-, Bau- und Möbelmärkte und in der Summe mit knapp 114000 Quadratmetern Verkaufsfläche entsprechend stark zu Buche schlagen. Den größten Standort stellt in diesem Kontext laut Comfort das Ilmenau-Center dar, das jüngst um einen zweiten Bauabschnitt mit einem Expert- und Möbelmarkt erweitert wurde beziehungsweise wird. Hinz: „Was die Angebotsseite angeht, dürften die Entwicklungsspielräume der Innenstadt längst noch nicht in vollem Umfang ausgeschöpft sein.“

Als 1A-Lage in Lüneburg sieht Comfort lediglich die Bäckerstraße, in der es 2014 nur wenige Mieterwechsel gab. Hier sagt der Comfort-Bericht: „Die Zahl von ortsansässigen Händlern ist nach Schließung der Buchhandlung Perl nochmals gesunken. Dies ist bedauerlich, aber die hohe Flächennachfrage und stetig steigende Mieten fordern ihren Tribut.“ In den Nebenlagen sei derzeit noch genügend Raum für individuelle und lokale Konzepte, etwa in der „abgeschwächten Lage“ Grapengießerstraße. Die habe sich noch immer nicht vollständig von der Schließung des ehemaligen Traditionshauses Hedemann, heute Drogerie Müller, und dem Umzug von Peek & Cloppenburg zum Markt erholt: „Eine baldige Nachvermietung des über 3000 Quadratmeter großen Leerstands der ehemaligen P&C-Fläche würde der Grapengießerstraße guttun.“

„Ein deutliches Indiz für die positive Entwicklung als Einkaufsstadt ist die stetige Steigerung der Ladenmieten, die 2014 Spitzenwerte von 92 Euro pro Quadratmeter bei Ladenflächen zwischen 80 und 120 Quadratmetern sowie 62 Euro bei Flächen zwischen 300 und 500 Quadratmetern erzielten. Diese übertreffen die Vorjahreswerte um 2,2 beziehungsweise 3,3 Prozent“, skizziert Frank Reitzig, der für die Vermietung zuständige Geschäftsführer von Comfort in Hamburg.

Lange Interessentenliste
Die Investment-Situation sieht Comfort so: Die Eigentümerseite ist geprägt von lokalen Privatinvestoren; es gibt einige, die mehrere Immobilien in der Innenstadt über die Jahre hinweg einsammeln konnten. Ebenso haben einige ausländische Privatinvestoren, insbesondere aus den Niederlanden oder Dänemark, in ihrer hochaktiven Phase vor einigen Jahren hier Immobilien erworben. Die private Eigentümerschaft ist der wesentliche Grund dafür, dass es über die Jahre hinweg nur ein sehr zurückhaltendes Transaktionsaufkommen gibt, wenngleich die Interessentenliste für attraktive Immobilien in der 1A-Lage sehr lang ist. Die anhaltende Dauerniedrigzinsphase bietet Privateigentümern kaum gleichwertige alternative Anlagemöglichkeiten, daher ist das Interesse begrenzt, die derzeit sehr gute Käufernachfrage auszunutzen, um einen ungewöhnlich hohen Kaufpreis zu erzielen. Im Prinzip denken die Eigentümer zurzeit nur bei aufkommenden Problemen im Zuge des Generationswechsels oder bei dringlichen, großen Investitionen in das Haus, die nicht geleistet werden können, an einen Verkauf. Entsprechend gab es im vorigen Jahr nur eine größere Transaktion: Der ehemalige Sitz der Sparkasse am Markt, der für den Großmieter Peek & Cloppenburg komplett entkernt und umgebaut wurde, ist an ein norddeutsches Versorgungswerk veräußert worden.

One comment

  1. Geldverschwender

    Mir wäre ja lieber, wenn die Einkaufslandschaft der Stadt Lüneburg durch eine Vielzahl individueller Geschäfte geprägt und durch ein überdurchschnittliches Angebot namhafter Filialisten lediglich abgerundet würde. Nicht mehr existierende Geschäfte wie Popken, Mummert oder Hedemann haben eben doch schmerzhafte Lücken hinterlassen.